20.03.2012 #s21 Nicht nur die Bauarbeiten stocken, jetzt stocken sogar die Abrissarbeiten! #cams21 #vuck21
Noch immer stehen jeden Morgen Gegner des Immobilienprojekts S21 vor den Bautoren am GWM und am Südflügel und portestieren gegen die Bau- bzw. Abrissarbeiten. Von Bauarbeiten ist ja schon länger nichts zu sehen, da das Gericht bzw. das EBA noch immer keine Genehmigung für den Bau des "Grundwassermanagements" gegeben haben. Solange das GWM nicht steht, kann die Bahn nicht buddeln. Seit gestern stehen jetzt auch die Abrissarbeiten still, denn ein Bagger hat einen Pfeiler des Bahnsteigdachs demoliert, so dass das Dach sich um einen Meter senkte. Jetzt müssen Statiker untersuchen, ob und wie der Abriss weitergehen kann. Soviel zum bestgeplanten Projekt des Universums!
Dennoch standen heute morgen wieder 30 Demonstranten vor den Toren des GWM und der Südflügelbaustelle und waren froh, dass kein LKW kam und die Arbeiten sowohl im GWM als auch am Südflügel ruhten. Die Polizei kam grundlos mit mehreren Wannen und Einsatzleitung und vertrieb sich ihre Zeit mit rumstehen - reine Routine und polizeiliche Vorsichtsmaßnahme, das sind wir ja, wie so vieles bereits, gewohnt.
Inzwischen ist es sogar soweit mit den Vorsichtsmaßnahmen, dass Bürger, die ihren Unmut über S21 immer einmal wieder durch Anwesenheit am GWM ausdrücken, bereits im Schlossgarten, ohne an besagtem Tag überhaupt am GWM gewesen zu sein, von der Polizei angehalten werden, um ihre Personalien zu kontrollieren und um ihnen einen vorauseilenden Platzverweis zu erteilen und bei Verstoß eine Ingewahrsamnahme anzudrohen. Auf dem Weg zur Arbeit, der mich täglich durch den Schlossgarten führt, kann es mir nun also passieren, dass mich die Polizei anhält und mir einfach so einen Platzverweis erteilt, weil ja bekannt ist, dass ich immer einmal wieder am GWM demonstriere. Wo außer in Stuttgart gibt's das schon!?
Früher hätte ich mich über ein solches Verhalten, das weit jenseits geltenden Rechts angesiedelt ist, aufgeregt, heute schüttele ich nur noch genervt den Kopf, wundern oder ärgern tut mich das schon lange nicht mehr! Genauso wenig wie ein anderer Vorfall, bei dem die Polizei über die Lautsprecheranlage des Einsatzwagens zwei Demonstranten mit Nachnamen ansprach und ihnen quasi fernmündlich und für Gott und die Welt hörbar einen Platzverweis erteilte. Das dies unangemessen und unnötig ist, ist eine Sache, aber dieses Verhalten verstößt fundamental gegen die geltenden Datenschutzbestimmungen. Aber auch das stört die Stuttgarter Behörden wenig. Und wenn man dies alles noch in Verbindung mit der Order der Oberstaatsanwaltschaft bringt, dass keine Verfahren gegen Gegner des Wahnprojekts S21 einzustellen seien, und seien sie noch so geringfügig und die Justiz noch so überlastet, dann wird klar, dass noch immer und immer wieder von allen Seiten versucht wird, den Protest gegen Stuttgart21 klein zu machen. Unser Super-Minister Schmid erlaubt ja auch keine Sichtbaren Zeichen des Widerstands mehr in der Öffentlichkeit, denn das würde ja zeigen, dass es den Widerstand noch gibt. Deshalb mag vielleicht auch das viel fotografierte RobinWood-Baumhaus auf einer Juchtenkäfer-Platane in den vergangenen Tagen abgebaut worden sein.
Mich juckt es schon wieder stark, genau deswegen und genau wegen dieses ganzen Mists doch wieder täglich auf die Straße zu gehen! Wenn man so massiv versucht, uns klein zu kriegen, erzeugt das bei mir Renitenz. Jetzt erst recht ;-)
Oben bleiben!