5.3.2012 #s21 Viel Spaß mit der Bahn - oder: wo ist der Nesenbachdüker? #cams21 #vuck21

Die vor der Volksabstimmung bereits kommunizierten Vergaben von 50% des Gesamtauftragsvolumens wurden heute revidiert. Erst im März sollen die Vergaben für Technikgebäude, Nesenbachdüker und Bahnhofstrog vollzogen werden. Laut Herrn Dietrich wurde im Herbst vergangenen Jahres nur kommuniziert, was wäre, wenn die Vergaben wie geplant stattfinden würden oder stattgefunden hätten. Die Medien hätten das falsch dargestellt. Dass unter dieser Prämisse der VA-Wahlkampf stattgefunden hat (und Herr Grube die erfolgten Vergaben bei seinen Auftritten regelmäßig genannt hat), interessiert heute niemanden mehr. Das sind Lügen von gestern und olle Kamellen! Nun also im März. Definitiv. Rund 1 Milliarde Euro würden vergeben. Auch betonte Dietrich, dass sich viele Unternehmen darum beworben hätten, die Tiefbauarbeiten für Stuttgart21 durchzuführen. Nur die Zielpreise seien eben bisher nicht zu erreichen gewesen. Hach, wie spannend! Ob sich ein Dummer findet, der das Risiko auf sich nimmt und den Murks bauen will? Leider findet sich ja meist ein Dummer, ansonsten wird geschwind eine Gesellschaft der Dummen gegründet, um die es auch nicht schade ist, wenn sie pleite geht. Der weitere Zeitplan jedenfalls, der heute veröffentlicht wurde, zeigt, dass die großen vier Baustellen Ende des Jahres angefangen werden sollen und dass bis dahin vorbereitende Maßnahmen wie das Anlegen von Baustraßen vorgenommen werden. Beim Technikgebäude geht's übrigens schon Mitte April los - dafür, dass sich noch niemand zum Bau gefunden hat, eine beachtliche Zeitplanung! Das GWM geht ab 2013 in Betrieb, so dass wir auch hier gespannt bleiben dürfen, ob die Bahn dann in die versprochenen Pötte kommt.

Insgesamt war es eine schwache Vorstellung, da weder Herr Dietrich noch Herr Penn mit konkreten Zahlen aufwarten konnten. Herr Penn hätte so viele Zahlen im Kopf, da könne man ja nicht verlangen, dass er nun wisse, um wieviel Grundwasser es bei der Planänderung des GWM ginge. Immerhin wusste er, dass es sich um Planänderung 7 handelt. Dass man sich für eine Pressekonferenz, nein, ein Pressegespräch! vorbereiten kann und sich alle wichtigen Zahlen, die man sich nicht merken kann, aufschreiben kann, scheint beim Kommunikationsbüro noch nicht angekommen zu sein. Überhaupt wunderte man sich, wie ein "Kommunikationsbüro" Folien pinseln und an die Wand werfen konnten, die jeglicher Kommunikationslehre widersprechen. Sowohl der Bauplan als auch das Gantt-Diagramm waren viel zu klein und unscharf, um irgendetwas erkennen zu können. Dafür saßen die Herren vor einem riesigen Poster, das offensichtlich den neuen Park zeigen sollte, mit großen, alten Bäumen ... hm, ich hätte vielleicht fragen sollen, wann ein solches Foto aufgenommen worden wird sein können ... 2050, 2080.

Leider ist mir wegen der Unübersichtlichkeit der Folien nicht gleich aufgefallen, dass der Nesenbachdüker in dem Plan fehlt bzw. nicht kenntlich gemacht wurde bzw. in seiner Gesamtheit gar nicht auf den Plan passte. Die Baugruben 0.16 und 0.22, die Herr Penn beide "Düker" nannte, können beide nicht der Nesenbachdüker sein, so dass wir weiterhin gespannt bleiben dürfen, wie es mit diesem wohl wichtigsten und kritischsten Bauwerk von S21 weitergeht. Wenn dieses Bauwerk schon auf dem Bauplan vergessen wurde, lässt das ja viel Spaß in der nahen Zukunft erahnen. Immerhin ist die DB Direktion auf dem Plan noch gestrichelt dargestellt. Auf Nachfrage konnten die beiden Herren keine Aussage dazu machen, wie es mit dem H7 weitergeht und verwiesen auf den Lenkungskreis Ende März.

Wenn ich in meiner Firma so schlecht vorbereitet und mit solchen Folien angetreten wäre, es wäre wohl mein letzter Auftritt gewesen. Aber was erwarten wir? Jetzt schnell auf zur Montagsdemo!

Oben bleiben!