Zwuckelmanns Meinung http://zwuckelmann.posterous.com Meine Meinung zu allem, was mich bewegt - aktuell vor allem zum Widerstand gegen Stuttgart 21 posterous.com Wed, 28 Mar 2012 00:19:00 -0700 28.03.2012 Die Stuttgarter brauchen kritische Medien wie Kontext und 21einundzwanzig #s21 #AnStifter http://zwuckelmann.posterous.com/28032012-die-stuttgarter-brauchen-kritische-m http://zwuckelmann.posterous.com/28032012-die-stuttgarter-brauchen-kritische-m

Der Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, Joachim Dorfs, sagte vor wenigen Jahren sinngemäß, dass Stuttgart21 nicht gegen die Stuttgarter Zeitung zu verwirklichen sei. Und Recht hat er! Sowohl die Realisierung von S21 als auch ein Ausstieg aus S21 ist wohl nicht oder nur äußerst schwer gegen die Stuttgarter Zeitung durchzusetzen. Diese Behauptung zeugt von einem gesunden Selbstvertrauen der vierten Macht im Ländle. Und es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden ... unter der Voraussetzung, dass die Zeitung ihrem journalistischen Anspruch an Wahrheit, Ehrlichkeit und Unabhängigkeit treu bleibt.

Daran kann man jedoch berechtigte Zweifel haben - weshalb die Aussage von Herrn Dorfs wie eine Drohung klingt, dass er, der Chefredakteur, die Macht besitzt, über Wohl und Wehe von S21 (und natürlich nicht nur hierüber!) zu richten - unabhängig allen journalistischen Anspruchs.

Wären die Stuttgarter Medien ihrem Auftrag zur unbedingten wahrheitsverpflichteten Berichterstattung nachgekommen und hätten konsequent offene Fragen im Zusammenhang mit Stuttgart21 verfolgt, Stuttgart21 wäre nie soweit gediehen! Doch statt lustvoll und selbstbewusst den Finger der kritischen Presse in die vielen Wunden eines vermurksten Großprojektes zu legen, berichten diese Medien nahezu ausschließlich positiv und zahnlos über dieses Projekt und schweigen ansonsten mit wenigen folgenlosen Ausnahmen zu berechtigten Kritikpunkten. Dieses in 58 Jahren eingeübte Verhalten der Anbiederung an die Mächtigen, ja das aktive Mitverfilzen politischer, wirtschaftlicher und medialer Strukturen führt dazu, dass den Bürgern Stuttgarts und Baden-Württembergs ein Großprojekt aufgezwungen wurde, für dass sie noch viele Male und lange Jahre tief in die Tasche werden greifen müssen. Die etablierten Stuttgarter Medien tragen daran eine nicht ganz unerhebliche Mitschuld!

 

Der unausgewogene, ausgedörrte Stuttgarter Presseboden und der breite Protest gegen Stuttgart21 brachte in den vergangenen Jahren das ein oder andere schüchterne Zeitungs-Pflänzelein hervor, dass trotzig beweisen wollte, dass es überlebensfähig ist und dass es Stuttgarter gibt, die sich an ihr erfreuen und sie hin und wieder mit ein bisschen Wasser versorgen. Zwei dieser Zeitungen, so unterschiedlich in ihrer Aufmachung und Ausrichtung, sind sich gleichzeitig doch sehr ähnlich in ihrem Anspruch, guten, unabhängigen, der Wahrheit verpflichteten Journalismus zu bieten. Beide haben Anlaufschwierigkeiten, suchen verzweifelt nach Abonnenten, nach Spendern und nach Formen, wie ihr Überleben gesichert werden könnte. Beide haben sich gemacht, bilden ein breites Themenspektrum ab und sind beide einfach immer wieder sehr, sehr lesenswert. Dabei schreiben sie eben nicht gefällig und handeln auch in einer Art und Weise, an der man sich durchaus (auch als wohlwollender Abonnent!) heftig reiben kann (Stichwort eingebettete Journalisten!)

Da es bei beiden Zeitungen nicht zum Besten steht, kann ich Peter Grohmanns Aufruf nur unterstützen, dass beide Zeitungen einmal darüber nachdenken sollten, ihre Kräfte zu bündeln, um aus zwei vielleicht nicht überlebensfähigen Medien ein starkes Medium zu machen, das einen echten aufklärerischen Kontrapunkt zur etablierten Stuttgarter Medienlandschaft setzt.

Deshalb gilt gerade für Kontext und 21einundzwanzig: gemeinsam oben bleiben!!!

 

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Ein offenes Wort an die Herausgeber und Mitarbeitenden der Zeitungen Kontext und 21einundzwanzig

Liebe Freunde und Mitstreiterinnen, die Presselandschaft schrumpft, aber Stuttgart leistet sich gleich zwei alternative, unabhängige Medien: die 21einundzwanzig und Kontext. Beide Publikationen sprechen uns, mehr oder weniger, aus dem Herzen, wir brauchen faktenreichen, unabhängigen Journalismus. Wir, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, der Region, waren es, die Abonnenten und Leserinnen, die gemeinsam mit den Herausgebern und Redaktionen und der TAZ, durch viel ehrenamtliche Arbeit, Beiträge und Spenden diese beiden Zeitungen möglich gemacht haben. Jetzt, so hören wir, braucht es eine neue und gewaltige Anstrengung, um das Überleben beider Zeitungen zu sichern. Ob das gelingt, ist ungewiß. Es kann gelingen, wenn Sie sich zu einer neuen, gemeinsamen Zeitung zusammentun!

Schließt Euch zusammen! Schafft für uns, die Menschen in der Stadt, im Land, ein Printmedium auch fürs Internet, eine gemeinsame Zeitung, die die bisherigen Qualitäten, Ideen und Menschen zusammenführt! Wartet nicht.

Peter Grohmann

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Tue, 15 Nov 2011 23:35:00 -0800 16.11.2011 #s21 Der Dienstag endete dann doch noch schön ... http://zwuckelmann.posterous.com/16112011-s21-der-dienstag-endete-dann-doch-no http://zwuckelmann.posterous.com/16112011-s21-der-dienstag-endete-dann-doch-no

Welch ein Reinfall war das gestern Abend auf dem Marktplatz! Eigentlich wollte ich gar nicht zu Stickelberger gehen, habe mich aber dann doch kurzfristig umentschieden, als die Meldung verbreitet wurde, dass er die Ermittlungen zu S21 doch bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft belässt und sie nicht einer anderen, neutraleren StA überträgt. Immerhin ist Stickelberger das einzige SPD-Regierungsmitglied, das sich klar gegen Stuttgart21 ausspricht. Entsprechend wohlwollend war ich eingestellt. Doch ich und viele andere wurden schwer enttäuscht. Stickelberger ist der Prototyp eines amorphen, nicht fassbaren Gummikreuzpolitikers. Auf nahezu alle Fragen gab er keine befriedigende oder gar keine Antwort, bog sich, wand sich, erklärte sich für nicht zuständig, für unwissend, dem Schweigen verpflichtet ... Selbst bei Schuster war mehr Inhalt zu erfahren! Und auf kritische Fragen hinsichtlich des Verhaltens von Oberstaatsanwalt Häussler (der sich auch auf dem Marktplatz befand, aber das Weite suchte, als die Menge anfing, "Häussler weg!" zu skandieren) und zu den geplanten Polizeieinsätzen mit 9.000 Polizisten und den 200 Knastcontainern erfuhren wir nur, dass er vollstes Vertrauen in diese Leute habe, hier alles rechtens liefe und aus seiner Sicht überhaupt kein Bedarf bestünde, irgendwie einzugreifen.

Die einfache Frage, wieviele Ermittlungsverfahren gegen Gegner von S21 anhängig sind, konnte er leider auch nicht beantworten - der Moderator sprach am Anfang von 4.000! Wenn dies wahr sein sollte, wird der Wahnsinn der Verfolgungswut der Stuttgarter Justiz deutlich! Und da sagt der Justizminister, dass alles in Ordnung sei??? Schade, dass ein prominenter S21-Gegner sich in einem Heimspiel so blamiert. Er ist keine Hilfe für die Sache, sein Bekenntnis gegen S21 ist reine Makulatur, oberflächlich und damit ohne Folgen und ohne jedwede Unterstützung in unsere Richtung.

Umso netter war es dann im Schillersaal der Liederhalle, wo eine Benefizveranstaltung für die Zeitung Einundzwanzig stattfand. Die AnStifter rund um Peter Grohmann hatten einen netten, kurzweiligen Abend mit Walter Sittler und Dacia Bridges organisiert mit viel Witz und viel Humor und viel Liebenswürdigkeit - und mit meiner lieben Elfi von der Mahnwache, die ich nach langer Zeit endlich einmal wiedergesehen habe - und der ich auch von hier nochmals viel Kraft und alles Gute wünsche! Schön war es, mal wieder eine andere, subtilere und sehr humorvolle Art der Gegnerschaft zu S21 zu erleben - in solchen Augenblicken bin ich immer wieder fasziniert, wie bunt und großartig es ist, was sich hier in Stuttgart entwickelt hat.

Heute früh passierte nichts Spektakuläres - es war ziemlich kalt, so dass wir nicht sehr viele waren. Die Hölscherbande baut im GWM ungestört weiter, im Unteren Schlossgarten werden weiter Rohre verlegt. Die Arbeiten dort werden nicht mehr vom GWM aus bedient, sondern die Fahrzeuge und Arbeiter kommen von einer anderen Stelle, so dass wir am GWM diese Arbeiten nicht stören. Die Polizei war natürlich auch schon vor uns vor Ort, so dass die fragwürdigen Arbeiten am GWM unter Polizeischutz ungehindert fortgesetzt werden können. Wir kommen wieder!

Oben bleiben!

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