Zwuckelmanns Meinung http://zwuckelmann.posterous.com Meine Meinung zu allem, was mich bewegt - aktuell vor allem zum Widerstand gegen Stuttgart 21 posterous.com Sat, 30 Jun 2012 05:31:00 -0700 30.6.2012 Baustopp jetzt! #s21 http://zwuckelmann.posterous.com/3062012-baustopp-jetzt-s21 http://zwuckelmann.posterous.com/3062012-baustopp-jetzt-s21

Nachdem in den vergangenen Tagen selbst aus Bahnkreisen verlautete, dass durch das neue, umfangreiche Planänderungsverfahren zum Grundwassermanagement der Baubeginn erst 2014 möglich sei, wird dies heute von anderen Bahnkreisen, in Person von Projektleiter Herrn Penn und unserem Kommunikationsprofi Herrn Dietrich offensichtlich dementiert. Ein Beginn sei auch schon 2013 möglich - an Stellen, an denen weniger Grundwasser entnommen werden könne.

Selbst wenn die Bahn tatsächlich Baurecht mit der geringeren Wasserentnahmemenge hätte, ist es dennoch absolut unmöglich, dass die Bahn in dieser Situation weiterbaut. Denn vor Abschluss des Planänderungsverfahrens ist nicht sicher, ob diese Änderung, wie jetzt von der Bahn geplant und beantragt, überhaupt genehmigt würde und auch, welche Kosten dafür entstünden. Die höhere Entnahmemenge ist absolut notwendig, um den Bahnhof zu bauen, so dass es logisch gar nicht anders möglich ist, als die erneute Planfeststellung für die Änderung abzuwarten, bevor auch nur irgendeine Baugrube ausgehoben wird. Alles andere würde erneut Fakten schaffen, Kosten verursachen und alle Beteiligte unter Druck setzen, wenn die Änderung eben doch nicht einfach durchgewunken werden kann und nachgebessert werden muss. Wie lange das dauern kann, sieht man auf den Fildern, wo dieses Genehmigungsverfahren bereits Jahre dauert.

Nur weil die Bahn ganz offensichtlich unfähig ist, einen verlässlichen Plan mit korrekten Größen zu erstellen und feststellen zu lassen, kann es nicht sein, dass sie nun eine Planänderung nach der anderen beantragt und sich dabei immer auf die Feststellung des ursprünglichen Plans bezieht. Diese Salamitaktik ist unseriös und nicht akzeptabel, weder für die anderen Projektpartner, die sich auf das "Know how" der Bahn verlassen, noch für die Bürger, die mit der jahrzehntelangen Baustelle leben und das Gesamtprojekt finanzieren müssen.

Deshalb muss jetzt von allen seriösen Beteiligten ein sofortiger Baustopp und die Öffnung des Parks für die Bevölkerung gefordert werden, bis die Planänderung abschließend genehmigt wurde!

Oben bleiben!

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Fri, 29 Jun 2012 04:51:00 -0700 29.6.2012 Betrug oder Unfähigkeit? #s21 muss jetzt neu überdacht werden! http://zwuckelmann.posterous.com/2962012-betrug-oder-unfahigkeit-s21-muss-jetz http://zwuckelmann.posterous.com/2962012-betrug-oder-unfahigkeit-s21-muss-jetz

Ist das normal oder bin ich nur zu sensibilisiert? Ist es normal, dass ein Großprojekt wie Stuttgart21 bereits zu Beginn mit so vielen Pannen zu kämpfen hat? Oder fallen mir die Pannen nur so stark ins Auge, weil ich dieses Projekt besonders intensiv beobachte?

Auffällig ist jedenfalls, dass tatsächlich alles, was die Bahn bei diesem Projekt anpackt, nicht so läuft, wie sie es geplant hatte. Der ursprüngliche Zeitplan wird nahezu im Monatsrhythmus korrigiert, was die Projektpartner aber bisher nicht sehr zu stören scheint. Über die dadurch entstehenden Kosten wird bisher nicht laut gesprochen, aber auch hier ist jetzt schon klar, dass es unterm Kostendeckel gewaltig kocht!

Bereits beim Abriss des Nordflügels traten die ersten Verzögerungen ein, weil die Bahn nicht mit einem derart massiven Protest vor dem Bautor gerechnet hat. Der anhaltende Protest und die brutale, vollkommen überzogene Räumung des Schlossgartens am 30.09.2010 führten schließlich dazu, dass sich die Projektpartner und die Projektgegner erstmals an einen Tisch setzten, um über die Fakten zu sprechen. Diese Faktenschlichtung inklusive des Stresstests dauerte gut ein halbes Jahr. Schließlich wurde eine große Anlage für das Grundwassermanagement auf dem freigeräumten Gelände errichtet. Die Verlegung der ersten Rohre durch die Stadt wurde jedoch bald schon gerichtlich gestoppt, weil verpasst wurde, dass für die Zusammenlegung ursprünglich mehrerer, dezentral geplanter Wasseraufbereitungsanlagen zu einer einzigen Anlage die Naturschützer anzuhören sind. Die wenigen verlegten Rohre stehen seither und nun schon viele Monate wie ein Menetekel rund um den Bahnhof. Daraufhin bemühte man sich, den Südflügel abzureißen. Doch auch hier verlief nicht alles nach Plan. Nachdem rund die Hälfte des Südflügels abgerissen war, demolierte ein Bagger eine Dachstütze, so dass die gesamte Dachkonstruktion instabil wurde. Vor einem weiteren Abriss mussten erst neue, massive Stützen für das Dach eingezogen werden. Wieder gingen einige Monate ins Land. Schließlich entschied das Eisenbahnbundesamt vor wenigen Tagen, dass für die Erweiterung der Grundwassermanagementanlage eine umfangreiche Planänderung mit Anhörungsverfahren notwendig sei. Die Erweiterung ist notwendig geworden, weil die Bahn anstatt der ursprünglich geplanten 3,2 Mio. Liter mehr als das doppelte Volumen umwälzen will. Warum eine so zentrale Größe in der ursprünglichen Planung so falsch sein kann, bleibt unhinterfragt. Das nun geforderte Änderungsverfahren dauert erfahrungsgemäß viele Monate. Dadurch verzögert sich die Inbetriebnahme der Grundwassermanagementanlagen voraussichtlich um ein weiteres ganzes Jahr. Seit einigen Tagen werden Probebohrungen im gerodeten Schlossgarten durchgeführt und es sollen probeweise erste Betonpfähle in die Erde gerammt werden. Bei diesen Arbeiten wurde nun gestern eine zentrale Fernwärmeleitung demoliert mit der Folge, dass nach einer Reparatur zumindest das Planetarium ohne Anschluss ist.

Diese Aufzählung ist nicht vollständig, doch sie reicht aus, dass man sich fragen muss: Ist das alles normal? Ist es normal, dass so viele Pannen bereits bei den bauvorbereitenden Maßnahmen passieren? Ist es normal, dass der Zeitplan und damit auch die Kostenplanung zu einem so frühen Zeitpunkt bereits so aus dem Ruder laufen?

Wenn das tatsächlich normal sein sollte, müsste man ja über die gesamte Projektzeit mit weiteren derartigen, “unvorhergesehenen”, aber dennoch “normalen” Verzögerungen rechnen. Diese hätten dann strenggenommen in die Planungen mit aufgenommen werden müssen - was sie offensichtlich nicht sind. Rechnet man die bereits entstandenen Verzögerungen auf die gesamte, ursprünglich geplante Projektzeit hoch, so würde sich die Bauzeit um mehrere Jahre verlängern und die Baukosten würden sich um einige Milliarden Euro verteuern. Und man müsste davon ausgehen, dass die Bahn als Bauherrin explizit wusste, dass sowohl der Zeitrahmen als auch der Kostenrahmen viel zu optimistisch angegeben wurden. Dann jedoch wurden wir, die Bürger, bewusst angelogen. Und dann können sich die Projektpartner in keiner Weise mehr auf das Ergebnis der Volksabstimmung berufen, denn dann beruhte diese (wie sämtliche anderen öffentlich gemachten Unterlagen!) offensichtlich auf Lug und Betrug!

Wenn solche Pannen demgegenüber nicht normal sein sollten, muss man sich unweigerlich fragen, ob die Bahn überhaupt in der Lage ist, einen Bahnhof dieser Größenordnung wie geplant zu bauen. Denn auch dann ist damit zu rechnen, dass derartige Pannen und Verzögerungen auch weiterhin auftreten und die Bauzeit deutlich verlängern und die Kosten wesentlich in die Höhe treiben. Denn warum sollte der Bau nun plötzlich anders ablaufen als die bisherigen Arbeiten? Warum sollte plötzlich alles wie am Schnürchen laufen, wenn es bisher alles andere als so lief? Vor allem wurden die wirklich riskanten Bauarbeiten noch gar nicht in Angriff genommen, es wird ja bisher nur vorbereitet!

Ob Betrug oder Unfähigkeit, jetzt muss erneut ernsthaft hinterfragt werden, ob man diesen Bahnhof mit der Brechstange, vielen Milliarden Euro Mehrkosten und mehreren Jahren Bauzeitverlängerung realisieren will. Das ist alles jetzt schon abhersehbar - und jeder, der etwas anderes sagt, lügt sich in die Tasche! Ein gesichtswahrender Ausstieg aus den Verträgen ist jederzeit möglich, wenn sich die Projektpartner gemeinsam darauf verständigen. Die Volksabstimmung sollte nicht dazu missbraucht werden, ein derart vermurkstes Projekt blind voranzutreiben und jegliche gebotene Vorsicht und Vernunft zu übergehen. Wir sehen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten entgegen, die öffentlichen Kassen werden noch strenger haushalten müssen - wer jetzt nicht die Reißleine zieht, begiebt sich mit Stuttgart21 auf eine unkalkulierbare Höllenfahrt!

Deshalb lieber: oben bleiben!

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Wed, 08 Feb 2012 07:17:00 -0800 8.2.2012 #s21 Provokation, nicht Notwendigkeit #sf21 #s9000 #cams21 http://zwuckelmann.posterous.com/822012-s21-provokation-nicht-notwendigkeit-sf http://zwuckelmann.posterous.com/822012-s21-provokation-nicht-notwendigkeit-sf

In den kommenden Tagen möchte die Bahn in Rücksprache mit der Polizei mit der "Freimachung des Baufelds" für den Bahnhofstrog beginnen - was auf gut Deutsch bedeutet, dass der mittlere Schlossgarten geräumt und über 200 teilweise mehrere Hundert Jahre alte Bäume gefällt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Projektbefürworter, der mithin heikelste für die Polizei und der niederschmetterndste für die Gegner von Stuttgart21 - zumal die Parkschützer, eine der aktivsten und buntesten Widerstandsgruppen, sich auf die Fahnen geschrieben haben, den Park zu schützen. Wenn der Park nicht mehr existiert, gibt es auch nichts mehr zu schützen, so dass ein wichtiger Teil des Widerstands seiner Existenzgrundlage beraubt würde - so das Kalkül der Bahn. Mit der Baufeldfreimachung wird gleichzeitig suggeriert, dass das Projekt nun so richtig starten könne.

Bis zum Start der tatsächlichen Bauarbeiten gibt es für die Bahn aber noch viele Hürden zu nehmen und es wird noch viel Wasser durch den Nesenbachkanal fließen, bevor überhaupt mit den ersten Tiefbauarbeiten begonnen werden kann. Zwei Planänderungsverfahren sind aktuell noch beim Eisenbahnbundesamt anhängig und sollen laut Bahn in der ersten Jahreshälfte 2012 entschieden werden: das eine betrifft die Zusammenlegung mehrerer dezentraler Aufbereitungsanlagen zu einer großen Anlage (weswegen es den derzeitigen Baustopp am GWM gibt), das zweite Verfahren betrifft die zusätzliche Entnahmemenge von ursprünglich 3 Mio. Kubikmeter auf 6,8 und nun auf eine noch höhere, nicht weiter benannte Menge - wahrscheinlich verbunden mit einer Vergrößerung der jetzigen Anlage auf das Gebiet des Südflügels. Mit der Genehmigung der Planänderungen würde dann auch der Baustopp am Grundwassermanagement aufgehoben. Erst wenn das Grundwassermanagement komplett steht und einige wenige Wochen getestet wurde, können Bauwerke wie das unterirdische Technikgebäude am ehemaligen Nordflügel, der Nesenbachdüker am Katharina Stift, der Bautrog selbst, aber auch die Tunnel Richtung Flughafenbahnhof begonnen werden, da sie alle tief in das Grundwasser hinein reichen.

Ist die "Baufeldfreimachung" zum aktuellen Zeitpunkt also eine planerische Notwendigkeit für den Fortgang des Projekts oder eine mehr oder weniger provokative und faktenschaffende Maßnahme zur Schwächung des Widerstands? In Anbetracht der aktuellen Lage mit den anhängigen Planänderungen und den bisher aufgelaufenen Verzögerungen bei der Vergabe von Tiefbauarbeiten geht das Kommunikationsbüro für Stuttgart21 selbst davon aus, dass die Bahn mit den relevanten Arbeiten voraussichtlich erst im Oktober 2012 beginnen kann. Bis dahin können höchstens bauvorbereitende Maßnahmen an der Oberfläche durchgeführt werden. Die Bäume im mittleren Schlossgarten werden also jetzt im Februar gefällt und bis Oktober, dem Beginn der nächsten vegetationsfreien Periode, wird dort nichts weiter passieren. Vor diesem Hintergrund liegt der Verdacht nahe, dass die Bahn und auch die anderen Projektbeteiligten wie Stadt und Land mit der Räumung des Schlossgartens und der Fällung der Bäume schlichtweg Fakten schaffen wollen, ohne dass eine projektbezogene Notwendigkeit besteht. Es soll mit Billigung der Politik und unter Zuhilfenahme der Polizei ein weithin sichtbares, nicht zu revidierendes Zeichen gesetzt werden, um die Bürgerbewegung gegen Stuttgart21 endgültig zu schwächen. Ob dies gelingt, ist alles andere als sicher. Für den Projektfortschritt ist eine Fällung zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls absolut nicht notwendig.

Oben bleiben!

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Wed, 25 Jan 2012 22:12:00 -0800 26.01.2012 #s21 Schwarzarbeit, Abrissbagger und Parkräumung #cams21 #s9000 http://zwuckelmann.posterous.com/96231381 http://zwuckelmann.posterous.com/96231381

Thema Schwarzarbeit:

Bereits Mitte August 2010 wurde auf der Baustelle der Deutschen Bahn AG am Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs Schwarzarbeit entdeckt. Wie der SWR und die StZ berichteten, hat der Zoll nun erneut auf S21-Baustellen Schwarzarbeit entdeckt. 14 von 35 überprüften Arbeitern waren zu Dumpinglöhnen und nicht angemeldet auf den Baustellen beschäftigt.

Wenn heute bereits bei den bauvorbereitenden Arbeiten 40% der Arbeiter schwarz und unterbezahlt arbeiten, lässt sich erahnen, unter welch enormen Preisdruck die Auftragnehmer der Bahn stehen müssen und welches Ausmaß an Schwarzarbeit bei S21 zu erwarten ist, wenn erst einmal die tatsächlichen Arbeiten losgehen sollten. Die Folgen des massiven Preisdrucks zeigen sich aktuell in Berlin, wo der erst wenige Jahre alte Hauptbahnhof bereits jetzt für Millionen Euro renoviert werden muss. Nur dass die Risiken, bei denen billige Murksarbeit lebensgefährlich wird, bei Stuttgart21 wesentlich zahlreicher und vielfältiger sind.

Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass die Bahn, wie vorgestern auch bekanntgeworden ist, sogar noch mehr als die bereits nach oben korrigierte doppelte Menge des ursprünglich geplanten Volumens an Grundwasser abpumpen muss, ist man geneigt, zu glauben, dass die Bahn auch ihre Planer nicht nach Qualität und fachlicher Eignung auswählt sondern nach Lohnhöhe oder Tarifklasse. Nach 15 Jahren Planungszeit und intensivsten geologischen Untersuchungen sollte man eigentlich davon ausgehen können, dass die Bahn genau weiß, wieviel Grundwasser im Untergrund von Stuttgart fließt. Dass sie es bis heute offenbar nicht weiß, stärkt nicht unbedingt das Vertrauen in das Projekt und in die fachliche Eignung der Bahn, ein derartiges Projekt durchzuführen.

Thema Abrissbagger:

Heute Nacht wurde unter Polizeischutz ein Abrissbagger am Südflügel angeliefert. Hierzu wurde die Straße am Südflügel gesperrt. Nachdem der Bagger nun also in der Baustelle ist, kann er jeden Augenblick in Bewegung gesetzt werden - auch wenn die Polizei offenbar mitteilte, dass heute noch nichts derartiges passiert.

Umso wichtiger ist es, jeden Tag, jeden Morgen, jeden Mittag und auch jeden Abend präsent zu sein und sowohl den Arbeitern als auch der Polizei als auch der Öffentlichkeit zu demonstrieren, dass wir mit diesem Projekt nicht einverstanden sind und dass wir uns unter den gegebenen Umständen und mit dem Wissen, dass nahezu jede Aktivität der Bahn rechtlich durchaus fragwürdig ist, aktiv gegen die Schaffung von Fakten stellen. Der Südflügelabriss ist heute nicht notwendig und darf deshalb nicht durchgeführt werden! In diesem Zusammenhang und auch in Bezug auf die Parkräumung sei auf unten angehängten Flyer hingewiesen.

Übrigens wird auch im GWM gearbeitet. Nicht unbedingt handwerklich, aber gestern wollten sechs Fahrzeuge ins GWM einfahren, ein Hölscher-Bus war auch darunter. So sieht meiner Meinung nach kein Baustopp aus. Die Bahn verstößt auch hier wieder einmal gegen gerichtliche Bechlüsse.

Thema Parkräumung und Baumfällung:

Das Aufenthalts- und Betretungsverbot der Stadt Stuttgart für den Mittleren Schlossgarten ist seit gestern also durch den Beschluss des Verwaltungsgerichts Stuttgart offiziell in Kraft getreten, so dass der Park theoretisch jederzeit geräumt werden kann. Gleichzeitig hat jedoch der BUND in einer Pressemitteilung angekündigt, eine Einstweilige Verfügung erwirken zu wollen, falls das Eisenbahnbundesamt die Baumfällungen trotz aller begründeten natur- und artenschutzrechtlichen Bedenken für rechtens erklärt. In einem langen Schriftsatz der Anwälte des BUND wird detailiiert und für jeden nachvollziehbar aufgezeigt, wie stiefmütterlich und nebensächlich die Bahn bisher den Natur- und Artenschutz behandelt hat. Es sind mitnichten nur die Juchtenkäfer oder die Fledermäuse, die von der Baustelle bedroht sind, sondern wesentlich mehr Arten. Die Arroganz der Macht und die Überheblichkeit der Bahn in Bezug auf geltendes Recht zeigt sich hier besonders beispielhaft.

Wie realistisch eine baldige Parkräumung ist, bleibt weiterhin fragwürdig. Es gibt mehrere Szenarien, wie eine Parkräumung von statten gehen kann. Wieiviel Vorlauf die Polizei für einen solchen Einsatz benötigt, ist genauso unklar und hängt vor allem davon ab, wie sie die Lage und die Stärke des Widerstandes einschätzt. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass die Polizei sich traut, mit den 600 jederzeit verfügbaren Polizisten eine derartige Aktion durchzuführen, denn natürlich wird der Widerstand gegen dei Räumung des Schlossgartens wesentlich mehr Bürger mobilisieren als die Räumung der Straße am Südflügel oder die Räumung des Gebhard-Müller-Platzes.

Wichtig ist, dass wir weiterhin aufmerksam bleiben, noch wachsamer und noch vorsichtiger, denn wie sich zeigt, werden Nacht-und-Nebel-Aktionen im Zusammenhang von Stuttgart21 zur Regel.

Oben bleiben!

mobilisierungsflyer.pdf Download this file

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Tue, 24 Jan 2012 00:47:00 -0800 24.01.2012 #s21 Der Widerstand lebt #cams21 #s9000 http://zwuckelmann.posterous.com/24012012-s21-der-widerstand-lebt-cams21-9000 http://zwuckelmann.posterous.com/24012012-s21-der-widerstand-lebt-cams21-9000

Der Widerstand lebt! Zugegeben, "Widerstand" in Stuttgart hat (bisher) eine andere Bedeutung und Ausprägung als Widerstand beispielsweise im Val di Susa oder in Hamburg oder in Berlin, er ist absolut friedlich und erschöpft sich meist in Demonstrationen. Viel eher ist wohl der Begriff der Bürgerbewegung geeignet, die Gegnerschaft zu Stuttgart21 zu umschreiben.

Egal ob Widerstand oder Bürgerbewegung, die Gegnerschaft gegen Stuttgart21 ist so agil und präsent wie eh und je und jeder, der uns einreden will, dass wir nach der Volksabstimmung in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würden, muss sich eines besseren belehren lassen.

Sichtbares Zeichen unserer Präsenz war nach den sehr gut besuchten Demonstrationen der vergangenen Wochen gestern die Montagsdemo mit sicher 2.000-3.000 Demonstranten, die spontan in mindestens zwei unterschiedlichen Zügen Richtung Rathaus marschierte. Die offizielle Route durch den Park war einigen Teilnehmern zu "bürgerlich", so dass sich spontan mehrere Hundert Demonstranten abspalteten und Richtung Wagenburgtunnel zogen und die Kreuzung dort besetzten - um ihren Unmut und ihre Empörung über die Nacht-und-Nebel-Aktion am Wagenburgtunnel auszudrücken (http://picasaweb.google.com/102312444829271982174/DerTagDanachAmGebhardMullerPlatz Zum Vergleich ein Bild vom August 2011 siehe ganz unten). Danach ging es weiter Richtung Rathaus. Dort wurden wohl zwei große Mülltonnen mit Holzhackschnitzeln angeliefert - was bei Weitem nicht der Menge entspricht, die am Wagenburgtunnel fabriziert wurde! (Bilder zur Demo und den diversen Demozügen: http://picasaweb.google.com/102312444829271982174/108Montagsdemo - Danke an LoB)

Nach der Demo gab es im Rathaus eine Podiumsdiskussion zum Thema "Stuttgart21 und die Krise", wo der Versuch unternommen wurde, das Projekt Stuttgart21 vor dem Hintergrund der weltweiten Wirtschafts-, Euro- und Schuldenkrise einzuordnen. Der große Rathaussaal war brechend voll. Wenn ich es schaffe, schreibe ich hierzu noch einen separaten Bericht. Nett war eine kleine Begebenheit, als ich um kurz nach 9 Uhr das Rathaus verließ: unser OB wurde in seinem eigenen Rathaus blockiert :-) Einige Bürger standen an der Ausfahrt des Rathaushofes und wollten einfach nicht beiseite gehen, als der OB herausfahren wollte. Schnell war Polizei vor Ort. Ich nehme an, dass der OB irgendwann dann auch herausfahren konnte - wollte mir das aber nicht bis zum Ende ansehen, weil es heute früh ja wieder früh raus ging:

Drittes kraftvolles Zeichen der Lebendigkeit der widerständigen Bürgerbewegung war die heutige Blockade der Baustellen am Südflügel und am GWM. Alle drei Bautore waren von Demonstranten für Fahrzeuge blockiert. Insgesamt waren ab 6 Uhr mehr als 50 Demonstranten anwesend. Die Bauarbeiter parkten neben den Baustellen und liefen zu Fuß zu ihren Arbeitsplätzen - sie wurden ohne Probleme durchgelassen, so dass der Bagger bereits kurz nach 7 Uhr zu rattern anfing. Erst um kurz vor acht Uhr wurde am Tor gegenüber der GWM-Einfahrt ein großer Baustoff-Laster blockiert. Schnell hatte die Polizei, die zuvor bereits im Minutentakt die Straße am Schlossgarten entlangfuhr, um die Lage zu checken und Demonstranten zu zählen, eben diese Straße für den Verkehr gesperrt. 10-15 Wannen waren vor Ort und räumten nach einer Polizeiansage die Blockade vor dem Bautor. Gegen 8:20 konnte der Laster in die Baustelle einfahren.

Wie auch immer sich die Lage bezüglich des Baustopps am GWM entwickelt, bin ich mir sicher, dass sich in den kommenden Tagen wieder zahlreiche Empörte finden werden, die sich vor die Bautore stellen, um zu zeigen, dass sie mit den Vorgängen in Stuttgart nicht einverstanden sind.

Oben bleiben!

Update: und hier noch bildlich gefasst, warum so viele Stuttgarter auf die Straße gehen:  (Wer sich über die genauen Rodungspläne informieren will, findet hier eine hervorragende Aufstellung der Baumpaten: http://www.baumpaten-schlossgarten.de/?seite=aktuelles&id=20)

Baustelle

(Falls der Urheber dieses Bildes Einwände gegen die Veröffentlichung hier hat, möge er sich bitte melden, dann werde ich es umgehend entfernen (zwuckelmann(at)gmx.net))

Update: Der Gebhard-Müller-Platz im August 2011 - dort wächst nun gar nichts mehr!

Gebhard-muller-platz_aug2011

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Mon, 19 Dec 2011 00:28:00 -0800 19.12.2011 Ihr seid doch nicht ganz sauber! #s21 #9000 http://zwuckelmann.posterous.com/19122011-ihr-seid-doch-nicht-ganz-sauber-s21 http://zwuckelmann.posterous.com/19122011-ihr-seid-doch-nicht-ganz-sauber-s21

Ups! Jetzt muss ich aber aufpassen, denn "Ihr seid doch nicht ganz sauber!" zu rufen, während einem eine Phalanx Bereitschaftspolizisten gegenüber steht und andere Polizisten dahinter friedliche Personen grundlos und ohne vorherige Ankündigung vom Gehweg hinunter zerren oder zu viert tragen, wird in Stuttgart als Beleidigung angesehen und verfolgt und rechtskräftig mit einer satten Strafe von mehreren Hundert Euro belegt. Sowohl während besagter Situation am GWM als auch in Anbetracht dieses Urteils ging und geht mir durch den Kopf, dass einige in Stuttgart wirklich nicht mehr ganz sauber sein können!

Auch das gibt es nur in Stuttgart: Während einer Demonstration gegen Stuttgart21 kommt es zwischen einer kleineren, recht zierlichen Demonstrantin und einem allseits bekannten Proler, der gerne und noch viel lieber unter Polizeischutz provoziert, zu einem Handgemenge. Der Fotoapparat der Demonstrantin geht zu Boden und es kommt zu einer Rangelei. Die Polizei kommt und nimmt den Tathergang auf. Beide, also die Demonstrantin und der Proler, einigen sich daraufhin gütlich miteinander - ohne Anzeige, ohne Gericht, ohne Anwalt. Wenig später flattert der Demonstrantin dennoch eine Anzeige wegen Körperverletzung ins Haus. Nicht etwa der Proler hat sie angezeigt, sondern die Polizei Stuttgart. Es kommt zum Gerichtsverfahren und die Demonstrantin wird wegen Körperverletzung zu einer satten Geldstrafe verurteilt. Auch hier bin ich geneigt, zu denken, dass nicht alle Beteiligten ganz sauber sein können!

Und schließlich durften wir am Wochenende lesen, dass die Ermittlungen gegen den als "Prügelglatze" bekannt gewordenen Einsatzpolizisten vom 30.09.2010 eingestellt wurden. Die Prügel auf umherstehende und offensichtlich friedliche Leute (wie auf den Kameramann im allseits bekannten Youtube-Video) wird vom Gericht als gerechtfertigte Notwehr angesehen. Auch hier kann man sich nur fragen: Ist das Gericht eigentlich noch ganz sauber? Gottseidank ist in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen, da ein Kläger in Berufung gehen wird. Der ist, da bin ich mir sicher, ganz sauber und er tut Recht damit, dieses Urteil nicht zu akzeptieren!

Oben bleiben!
P.S. Am GWM wird nicht gearbeitet, auch wenn, wie bei jedem bisherigen Baustopp, Verwaltungsleute in den Containern sitzen und vielleicht Däumchen drehen.

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Sun, 30 Oct 2011 23:53:00 -0700 31.10.2011 #s21 #cams21 Morgendliche friedliche Pflanzaktion auf dem Feldherrenhügel http://zwuckelmann.posterous.com/1112011-s21-morgendliche-friedliche-pflanzakt http://zwuckelmann.posterous.com/1112011-s21-morgendliche-friedliche-pflanzakt

Heute früh um 6:30 schlichen sich 8 Aktivisten mit Sträuchern und Banner bepackt unbemerkt durch den Bauzaun am Feldherrenhügel. Es dämmerte gerade, als sie damit anfingen, direkt gegenüber vom Biergarten in die offene Furche auf dem Feldherrenhügel Sträucher und Blumen einzupflanzen. Gleichzeitig wurde ein Transparent entrollt und aufgestellt. Es dauerte eine Viertel Stunde, bis die Wachmänner anmarschiert kamen und die Aktivisten aufforderte, zu gehen. Nachdem sie überhört wurden, riefen sie die Polizei, die eine weitere Viertelstunde später mit einem Streifenwagen angefahren kam. Vier Aktivisten hatten zwischenzeitlich die Baustelle wieder verlassen, die anderen vier blieben dort und hielten das Transparent. Die Polizei nahm Personalien auf und sprach sehr lange mit den Aktivisten, dann kamen noch ein paar Beamte hinzu. Erst gegen 7:30 Uhr verließen die Aktivisten den Feldherrenhügel ohne weitere Hinderung durch die Polizei. Es wurden Platzverweise ausgesprochen - ob die Aktivisten mit weiteren Maßnahmen zu rechnen haben, ist eher unwahrscheinlich, denn die Aktion war friedlich und symbolisch und wurde selbständig beendet.

Vielen Dank an die Aktivisten! Prima Aktion - vor allem genau zur rechten Zeit, wo die Bahn nun doch glaubt, wieder weiterbauen zu dürfen und sich über eine richterliche Anordnung hinwegzusetzen!

Oben bleiben!

Mehr auf www.cams21.de

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Wed, 26 Oct 2011 07:48:00 -0700 26.10.2011 #s21 Die Volksabstimmung macht MurkS21 nur noch murksiger http://zwuckelmann.posterous.com/26102011-s21-die-volksabstimmung-macht-murks2 http://zwuckelmann.posterous.com/26102011-s21-die-volksabstimmung-macht-murks2

Oft wird man in letzter Zeit ja gefragt, ob man das Ergebnis der Volksabstimmung denn ernst nehmen und sich daran halten werde. Ich nehme das Ergebnis der Volksabstimmung natürlich sehr ernst, werde mich aber voraussichtlich nicht dadurch beeinflussen lassen. Einzig wenn das Ergebnis ganz klar und eindeutig gegen den Ausstieg aus der Finanzierung ausfallen sollte (wovon nicht auszugehen ist), werde ich mir überlegen, ob Widerstand noch sinnvoll ist. Aber sobald das Ergebnis nicht eindeutig ausfällt, werde ich mich, sobald wieder gebaut wird, auch wieder auf die Straße stellen.

Der Grund ist ganz einfach: die Beteiligung des Landes an der Finanzierung von Stuttgart21 hat überhaupt nichts mit den Kritikpunkten zu tun, weshalb ich auf die Straße gehe! Insofern beeinflusst der Ausgang der Abstimmung auch mein Verhalten nicht, denn die Volksabstimmung zum Ausstiegsgesetz ist eben keine Volksabstimmung zu Stuttgart21 per se! Die Abstimmung macht Stuttgart21 auch keinen Deut demokratisch legitimierter und keinen Deut besser - die Volksabstimmung macht MurkS21 höchsten nur noch murksiger! Genauso wie es "Schlichtung" und "Stresstest" getan haben. Man versucht verzweifelt, das Kind zu retten, dabei ist es eben schon längst ins Wasser gefallen!

Es ist absehbar, dass das Quorum nicht geknackt wird, so dass es, wenn die Mehrheit dennoch für den Ausstieg stimmt, wieder riesige und lange Diskussionen gerade in der Grün-Roten Regierungsfraktion geben wird. Vielleicht zerbricht die Koalition sogar daran - was nicht zu hoffen ist. Sicher bin ich mir aber darin, dass die Bahn sofort nach der Abstimmung bzw. sobald sie wieder darf, rücksichtslos weiterbauen wird.

Die Bahn verhält sich im Vorfeld der Volksabstimmung auch alles andere als rücksichtsvoll oder partnerschaftlich. Bei Großprojekten ist es normal, dass man einen Lenkungsausschuss einberuft, wenn ein Projektmitglied einen solchen aus triftigen Gründen wünscht. Das Verkehrsministerium hat nun diesen Wunsch geäußert, um sich nochmals vor der Volksabstimmung dem Kostenthema anzunehmen - und die Bahn lehnt das schlichtweg ab! Das käme ja nur vom Grünen Koalitionspartner! Wo gibt es denn so etwas??? Das Verkehrsministerium hat diesen Wunsch geäußert, keine Partei!!! Gerade vor der Volksabstimmung ist es doch notwendig, mit aktuellen Zahlen zu hantieren und der Wahlbevölkerung möglichst reinen Wein einzuschenken. Aber daran hat die Bahn weiterhin kein Interesse. So bleibt das Wahlvolk nicht nur, was die Ausstiegskosten anbetrifft, sondern auch was die wahren Projektkosten anbetrifft, weiterhin im Unklaren. Wie soll es unter diesen Bedingungen eine ordentliche Wahl treffen? Wie soll man diese Abstimmung ernst nehmen können?

Ich stimme mit JA!

Oben bleiben!

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Mon, 10 Oct 2011 23:15:00 -0700 11.10.2011 #s21 #cams21 Polizei zerrt Demonstranten vom GWM Bautor weg, gearbeitet wird nicht http://zwuckelmann.posterous.com/11102011-s21-cams21-polizei-zerrt-demonstrant http://zwuckelmann.posterous.com/11102011-s21-cams21-polizei-zerrt-demonstrant

Ich war heute früh nicht rechtzeitig und kann daher nur vom Hörensagen berichten: "Der Zuhälter" fuhr heute einmal mehr sehr rasant um die Ecke zum Bautor ohne Rücksicht auf die umstehenden Demonstranten. Dies erzeugte sehr viel Unmut, so dass sich kurzerhand doch einige vor sein Auto stellten. Die Polizei war mit zwei Streifenwagen vor Ort und versuchte, die Demonstranten vor dem Wagen wegzudrängen und die Einfahrt zu ermöglichen. Diese rüpelhafte Art führte schließlich dazu, dass sich zwei Demonstranten vor das Auto setzten und daraufhin von der Polizei zur Seite gezogen wurden, so dass das Auto schließlich doch einfahren konnte.

Ein Tipp an Vokuhila: parken Sie doch Ihr Auto einfach vor dem GWM und laufen hinein - so wie es Ihre Verwaltungskollegen auch machen. Damit gefährden Sie keine Demonstranten und kommen ohne Probleme zu Ihrem Arbeitsplatz. Ihr Verhalten lässt andernfalls nur auf eine ausgeprägte Profilneurose schließen.

Die Situation ist recht unklar: es besteht ein Baustopp und die Frage ist natürlich, welche Tätigkeiten hiervon betroffen sind. Verwaltungsarbeiten sind vom Baustopp ausgenommen - doch sind Einsatzplanungen oder Ingenieursarbeiten Verwaltungsarbeiten? Nun, zu spitzfindig wollen wir nicht sein ... Die Polizei meinte heute eh, dass uns der Baustopp und die Frage, was davon betroffen ist, nichts anginge (???)

Gearbeitet wird im GWM aktuell nicht, die Rolltore sind geschlossen und es sind auch keine Bauarbeiter gekommen. Die Polizei ist auch nicht mehr mit Wannen vor Ort und rechnet wohl auch nicht damit, dass in dieser Woche weitergearbeitet wird. Wir bleiben wachsam.

Und wir bleiben oben!

www.cams21.de

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Sun, 09 Oct 2011 23:29:00 -0700 10.10.2011 #s21 #cams21 Demonstrieren ja, blockieren nein - wir passen auf! http://zwuckelmann.posterous.com/10102011-s21-cams21-demonstrieren-ja-blockier http://zwuckelmann.posterous.com/10102011-s21-cams21-demonstrieren-ja-blockier

Heute früh bin ich erst zu 7:30 Uhr zum GWM gegangen - herrlich, etwas länger zu schlafen ;-) Immerhin herrscht ja Baustopp, da kann man sich das leisten. Im GWM wurde auch tatsächlich nicht gearbeitet, die Rolltore waren zu, es waren keine Hölscher-Arbeiter vor Ort. Es gab einige Demonstranten am Bautor, die die Bauleitung mit ihren beiden PKW an der Einfahrt gehindert haben. Ein anderer PKW wurde dann doch hineingelassen. Polizei war nicht vor Ort. (www.cams21.de)

Es gibt wie so oft im kunterbunten Widerstand unterschiedliche Meinungen dazu, wie wir uns während des Baustopps morgens am GWM verhalten sollen. Meine persönliche Meinung hierzu:

Ich demonstriere weiterhin morgens am GWM, lasse aber ALLE Fahrzeuge einfahren, solange klar ersichtlich ist, dass der Baustopp eingehalten wird. Baustopp meint ja nicht "Arbeitsstopp", und dass in den Verwaltungscontainern gearbeitet wird, ist ja klar. Übrigens braucht man auch für einen Rückbau eine Bauverwaltung und Arbeiter. Und wenn man den Feldherrenhügel wieder zuschütten will, sind auch einige Arbeiter erforderlich.

Also kurz: ich lasse alle Fahrzeuge ins GWM hineinfahren, zeige aber durch meine Anwesenheit, dass ich aufpasse und misstrauisch bin. Sobald ersichtlich ist, dass der Baustopp nicht eingehalten und der Bau voran- und nicht zurückgetrieben wird, werde ich nicht mehr am, sondern wieder vor dem Tor stehen.

Lasst uns hoffen, dass sich das Eba heute gar nicht oder wenn, dann zu unseren Gunsten äußert!

Oben bleiben!

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Sun, 07 Aug 2011 02:40:00 -0700 #s21 Zur aktuellen Stimmung im Kessel - und wie soll es weiter gehen? http://zwuckelmann.posterous.com/die-aktuelle-stimmung-im-kessel http://zwuckelmann.posterous.com/die-aktuelle-stimmung-im-kessel

Gerade schwirrt wieder über den Äther, dass eine neue Umfrage ergeben hätte, dass die Mehrheit für S21 sei. Selbst in Stuttgart sei die Mehrheit für die Tieferlegung des Bahnhofs. Abgesehen davon, dass es (wie bereits an anderer Stelle ausführlich beschrieben) immer darauf ankommt, wie befragt wird, bin ich mir sicher, dass diese Werte vor allem dadurch zustande kommen, dass viele Menschen in Baden-Württemberg einfach Stuttgart21 nicht mehr hören können und genervt sind ... und deshalb quasi klein beigeben. Diese Werte stellen meiner Ansicht nach keine Überzeugungen dar, sondern speisen sich schlicht aus Resignation! Im Übrigen sind laut Umfrage noch immer 35% der Baden-Württembergischen Bevölkerung dagegen - das ist eine Menge, die man doch bitte zur Kenntnis nehmen muss!!!

In gleicher Manier kann man in fast allen Zeitungen, die sich des Themas S21 annehmen, immer wieder lesen, dass der Widerstand gegen S21 doch bereits erfolgreich gewesen sei, weil kein Großprojekt mehr in der Art durchgeboxt werden könne. Das ist schön - hilft uns in Stuttgart aber natürlich keinen Meter! Ich lebe hier am Schlossgarten und fahre täglich mit der Bahn - was bringt es mir, dass irgendwo in Deutschland Bürger bei der Planung und Gestaltung von Großprojekten tatsächlich einbezogen werden, während ich mit 10 Jahren Großbaustelle, einem zerstörten Naherholungsgebiet und einem Stressbahnhof im Tunnel werde leben müssen?? Ganz zu schweigen von den zahlreichen Risiken, die erwiesenermaßen beim Bau (Grund- und Mineralwasser) und dann sogar auch beim Betrieb des Tunnelbahnhofs (Barrierefreiheit, Fluchtwege, etc.) bestehen.

Und selbst eine pseudo-demokratische Legitimierung im Nachhinein durch einen landesweiten Volksentscheid macht das Demokratiedefizit und die auf Lügen gebauten Verträge nicht besser, denn warum sollten Bürger aus Aalen, Eberbach oder Freiburg darüber abstimmen sollen, wollen und dürfen, was hier in Stuttgart vor meiner Haustür gebaut wird?? Stuttgart 21 betrifft in erster Linie die Bürger der Stadt Stuttgart! Diese müssen als erstes entscheiden dürfen, ob sie den Tunnelbahnhof wollen oder nicht. Dass dies der sogenannte Oberbürgermeister Schuster bewusst verhindert hat, ist ein Drama! Dafür gehörte er eigentlich seines Amtes enthoben.

Wie also wird es weitergehen hier im Kessel? Die Bahn hat angekündigt, dass ab Montag massiv weiter gebaut wird, die Polizei hat angekündigt, Pfefferspray und Schlagstöcke einzusetzen und hat sich in der Baustelle zum Grundwassermanagement häuslich eingerichtet. Genauso sind auch bereits Sanitäter vor Ort. Was wird hier also passieren? Auf was müssen wir uns einstellen? Ja, ich habe kein gutes Gefühl bei dem, was kommen wird! Ich will mich von den Vorbereitungen und Warnungen der Polizei nicht einschüchtern lassen, ich will mich davon schon recht nicht provozieren lassen! Gleichzeitig will ich aber auch nicht, dass weiterhin Fakten geschaffen werden! Ich werde mich also wieder setzen! Viele werden sich wieder setzen! Und wir werden friedlich bleiben, denn unser kreativer, friedlicher Protest ist unsere einzige überzeugende Stärke!

 

Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Protest erfolgreich sein kann, wenn wir nur friedlich und unbeugsam durchhalten und die Regierung in Berlin endlich einsieht, dass das Projekt zwar machbar, aber nicht durchsetzbar ist. Das ist in meinen Augen der einzige realistische Weg, weshalb ich einmal mehr gestern an alle Bundestagsabgeordnete einen Brief geschrieben habe:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr geehrte Volksvertreter im Deutschen Bundestag,

wenn Sie als Regierungsvertreter Verträge unterzeichen oder als Parlamentsmitglieder Entscheidungen treffen, sind diese bindend, gültig und demokratische legitimiert, weil Sie durch Ihr Amt, das Sie durch demokratische Wahlen erhalten haben, vom Souverän dazu ermächtigt worden sind. Das Vertrauen, das die Bevölkerung in das demokratische System und damit auch in Sie setzt, ist eines der höchsten Güter, die es gibt.

Dieses Vertrauen ist akut in Gefahr! Denn was passiert, wenn Sie nach bestem Wissen und Gewissen auf Basis von Fakten Entscheidungen treffen und sich viel später dann herausstellt, dass die Ihnen vorgelegten Fakten nicht der Realität entsprechen? Wenn Sie also Entscheidungen auf Basis von Lügen getroffen haben und sich auf dieser Basis vertraglich gebunden haben? Sie werden mir zustimmen, dass diese Verträge, diese Entscheidungen kaum noch als demokratisch legitimiert angesehen werden können und dass sie zumindest einer Revision im Sinne einer erneuten Prüfung bedürfen! Anders ist das Vertrauen, das die Bevölkerung in Sie und in das demokratische System setzt, nicht zu erhalten.

Diese theoretische Situation findet sich ganz aktuell in der Realität wieder: Viele Stuttgarter Bürger sind empört darüber, dass ihre Innenstadt durch Stuttgart21 von Grund auf umgestaltet werden soll und sie niemals die Möglichkeit hatten, darüber zu entscheiden, ob sie das überhaupt wollen (das hat OB Schuster zu verhindern gewusst). Schlimmer noch hat sich in den letzten Wochen abermals und noch viel deutlicher herausgestellt, dass die Bahn Parlamentsbeschlüsse, also auch IHRE persönliche Entscheidung, herbeigeführt hat, indem sie Ihnen geschönte, ja man kann sogar sagen: gefälschte Zahlen vorlegte (siehe Quellen im Anhang). Das dürfen Sie nicht hinnehmen!  Erst recht nicht, wenn es um Milliarden an Steuergeldern geht! Viele sagen, es ginge hier nur um einen Bahnhof. Es geht aber auch um die gesamte Stuttgarter Innenstadt und schließlich geht es auch um die Form von demokratischer Teilhabe und um grundsätzliches Vertrauen in demokratische Entscheidungsprozesse. Keine Schlichtung, kein landesweiter Volksentscheid, keine alternative Kompromissversion kann diesen grundsätzlichen Makel, diesen tiefen Vertrauensbruch korrigieren, den die Bahn durch ihre Trickserei und Intransparenz an Ihnen und damit auch am Souverän und speziell an der Stuttgarter Bevölkerung begangen hat!

Genau dieser Aspekt ist es aber, der die Befriedung in Stuttgart bisher unmöglich macht! Die einzige Möglichkeit, den kompromisslosen Streit in Stuttgart zu beenden, ist eine politische Revision, also eine erneute Prüfung und Entscheidung auf Basis von diesmal korrekten, transparenten Zahlen und Fakten! Wenn diese Revision nicht kommt, versichere ich Ihnen, dass der Bau des neuen Bahnhofs nur unter massivem Polizeischutz und weiteren Eskalationen möglich sein wird. Die Wut und Empörung hier in Stuttgart über diese undemokratischen, ja illegalen Vorgänge bei der Entscheidungsfindung zu Stuttgart21, über das arrogante und unlautere Verhalten der Bahn und über die Ignoranz und Untätigkeit der Landes- und vor allem auch Bundespolitik sind inzwischen grenzenlos!

Es liegt einzig und allein in Ihrer Hand und in Ihrem Einflussbereich als MdB, Stuttgart zu befrieden! Stuttgart21 ist nicht nur Stadt- oder Landessache, sondern zu einem Großteil auch Bundessache. Werden Sie endlich tätig und lassen Sie sich von der bundeseigenen Bahn nicht mehr an der Nase herumführen!"


OBEN BLEIBEN!

OBEN BLEIBEN!

OBEN BLEIBEN!

 

Update 8.8.2011: wie jeden Morgen demonstrierten 50 Anhänger eines vernünftigen Bahnverkehrs die Einfahrt am GWM. Alle sind der Aufforderung der Polizei gefolgt und haben den Weg freigegeben, denn wir brauchen unsere Kräfte wahrscheinlich noch später. Gegen 7 Uhr fuhren die Fahrzeuge der Firma Hölscher & Co. ins GWM - keine Platzverweise, keine Personalienfeststellung.

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Thu, 07 Jul 2011 01:40:00 -0700 Und wieder ein Beweis für die #s21 Seilschaften ... Ablenkungsmanöver, Kriminalisierung, Provokationen trotz fehlender Legitimation http://zwuckelmann.posterous.com/und-wieder-ein-beweis-fur-die-s21-seilschafte http://zwuckelmann.posterous.com/und-wieder-ein-beweis-fur-die-s21-seilschafte

Es ist schon erstaunlich, wie gut die Seilschaften der S21-Befürworter und der alte Filz im Ländle noch funktionieren. Die Strukturen und Routinen, die sich in 58 Jahren herausgebildet und etabliert haben, lassen sich einfach nicht innerhalb weniger Wochen stören. Anders sind die Vorgänge der letzten Wochen nicht zu erklären. Angefangen mit den gezielt gestreuten und von der Presse unkritisch weitergegebenen Gerüchten um die Stresstest-Ergebnisse über die tagelange Medienhetze auf Winfried Hermann bis hin zu den heutigen Hausdurchsuchungen im Parkschützerbüro und einigen Aktivisten. Diese Vorgänge finden ein enormes Medienecho und überlagern die wesentlich wichtigeren und empörenderen Vorgänge um die gemeinsame Kungelei der Bahn mit der früheren Landesregierung in Bezug auf die "geschönten" Kosten von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke, nur durch die die Neubaustrecke überhaupt vom Bundestag in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde. Erschreckend, warum sich kaum jemand darüber empört, dass der Bundestag gezielt angelogen wurde!  Natürlich berichteten die Medien darüber - aber der Bundestag hat es mit der Mehrheit der CDU- und FDP-Fraktion abgelehnt, sich mit dieser Thematik zu befassen. Eine Schande ist es, dass sich die Mehrheit des Bundestags so ignorant verhält, wenn es um dreiste Lügen und um einige Milliarden Steuergelder geht! Durch die Hausdurchsungen ist dieses Thema nach nur einem Tag auch schon wieder in den Hintergrund gerückt.

Was heißt es für ein Projekt, dessen unbeugsamer Widerstand aktuell und tagtäglich kriminalisiert wird und gezielte Provokationen und Repressionen über sich ergehen lassen muss, wenn dieses Projekt ganz offensichtlich keine demokratische Legitimation besitzt? Warum hat es keine Folgen, wenn eine Bundestagsentscheidung auf Lügen basiert? Warum tun Staatsanwaltschaft, Polizei und Regierung so, als ob alles in Butter sei und machen routiniert weiter wie gehabt? Wer ist noch Anwalt des Bürgers und seines Geldes, wenn die lokalen Medien im Land und die alten Seilschaften der letzten Landesregierung mit Deckung der bürgerlichen Fraktionsmehrheit im Bund tatkräftig und ganz ungeniert verhindern, dass diese schwerwiegenden Lügen endlich Konsequenzen haben?

Da hilft nur eins: wir machen weiter und bleiben oben - laut, unbeugsam, kreativ und friedlich!

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Wed, 06 Jul 2011 23:55:00 -0700 7.7.2011 #s21 #gwm Frühstücksblockade-Bericht http://zwuckelmann.posterous.com/772011-s21-fruhstucksblockade-bericht http://zwuckelmann.posterous.com/772011-s21-fruhstucksblockade-bericht

Guten Morgen Stuttgart!

Um 6 Uhr waren wir zu dritt, um 6:30 Uhr schon zu 15 und um 7 Uhr wahrscheinlich so gegen 20. Es regnete, aber wir sind ja nicht aus Zucker und haben bereits ganz anderem Wetter wochenlang getrotzt. Um 6:30 kamen auch die ersten Hölschers angefahren, die Polizei ließ aber auf sich warten. Um kurz vor sieben kamen dann die ersten Busse, irgendwann auch der Einsatzleiter. Dieser stellte sich mit dem Wagen vor die Blockade und machte sein Sprüchlein durch die Lautsprecheranlage. Die Versammlung wurde von der Polizei durch die Ansprache nicht aufgelöst. Viele gingen bei Seite, eine Handvoll setzte sich an den Rand der Straße oder auf den Bordstein der kleinen Verkehrsinsel. Es war aber Platz genug, dass die Autos ins GWM hätten fahren können, erst recht als die Bereitschaftspolizei anmarschiert kam und die eine Seite der Einfahrt komplett frei machte. Rein theoretisch hätten die Fahrzeuge wie am Anfang der Woche auch um die Insel herumgeleitet werden können, um ins GWM hinein zu fahren. Außerdem saßen die Blockierer so weit am Rand der Fahrbahn, dass sie die Fahrzeuge nicht wirklich blockiert haben. Die Polizei wollte aber offenbar mal wieder räumen, so dass, nachdem nochmals 5 Bereitschaftswannen angefahren kamen, alle Blockierer auf einmal jeweils von zwei Polizisten angesprochen wurden, ob man sie wegtragen solle oder ob sie freiwillig mitgingen. Alle gingen mit, so dass gegen 7:30 die Einfahrt frei war. Die Mitgenommenen erhielten einen Platzverweis bis 24 Uhr und eine Anzeige wegen des Verdachts der Nötigung, der sich heute wirklich nicht belegen lässt, da spätestens als die Polizei vor Ort war, kein Fahrzeug genötigt wurde, dort zu stehen, wo sie denn standen. Sei es drum. Heute hingen die Karten, wo der Platzverweis gilt und auch die rechtliche Belehrung an beiden Bustüren als Ausdruck, so dass die Polizei nicht für jeden einen Ausdruck bereit halten muss - wobei wir sowieso nur in den seltensten Fällen einen schriftlichen Platzverweis mit Lagekarte erhalten haben. Als alle Personalien aufgenommen waren, verließen sowohl die Polizisten als auch wir den Bereich um die GWM-Einfahrt.

Die Presse und auch die Polizei versuchen weiterhin, uns einzuschüchtern. Anders ist es nicht zu erklären, dass in der StN und in der StZ gestern im Bericht zu den Vorkommnissen vom 30.09. geschrieben steht, dass weiterhin natürlich Wasserwerfer eingesetzt werden können (man muss sich nur jetzt vorher Gedanken machen, wie Verletzte versorgt werden können!? - Dass das nicht bereits immer gemacht werden muss??), auch Pfefferspray kann Mittel der Wahl sein. Und das netteste: Blockierer, die wiederholt beim Blockieren auffallen, könnten laut des Berichts auch in Gewahrsam genommen werden. Diese Drohgebärden sollten sich alle Befürworter von S21 sparen, denn inzwischen sollte klar sein, dass wir uns davon nun überhaupt nicht beeindrucken lassen. ... Und die ganz aktuelle Meldung, dass seit heute früh das Parkschützerbüro und die Wohnung von MvH von der Polizei durchsucht wird, passt ja in diese Reihe. Ruhe bewahren und sich nicht einschüchtern lassen!

Oben bleiben!

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Tue, 05 Jul 2011 00:16:00 -0700 Kommentar zur repräsentativen #s21 Lügenpackbefragung des sog. "Kommunikationsbüros" http://zwuckelmann.posterous.com/kommentar-zur-reprasentativen-s21-lugenpackbe http://zwuckelmann.posterous.com/kommentar-zur-reprasentativen-s21-lugenpackbe

Als seriöser Marktforscher, der ich tagtäglich mit Kundenbefragungen zu tun habe, kann ich mich nur wundern, wie das Leipziger Institut für Marktforschung eine derart unseriöse Auftragsforschung übernehmen konnte wie die des sogenannten Kommunikationsbüros, die gestern in den Medien veröffentlicht wurde und den Eindruck erweckt, als ob die Mehrheit der Bevölkerung auch in Stuttgart klar für S21 sei. Natürlich ist die Stuttgarter Presse gleich darauf angesprungen und plappert - erneut vollkommen kritiklos - die veröffentlichte Pressemitteilung der Bahn nach (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stadt-vs-land-umfrage:-mehrheit-fuer-stuttgart-21.a71ad1cc-542e-49a2-8205-2f3be93605e8.html).

Normalerweise unterliegen Marktforschungsinstitute den Standesregeln des Berufsverbands BVM bzw. ESOMAR. Im "ICC/ESOMAR internationaler Kodex für die Markt- und Sozialforschung" heißt es (nachzulesen unter http://www.bvm.org):

"Artikel 1 – Grundprinzipien
(a) Marktforschung muss legal, redlich, wahrheitsgemäß und objektiv sein und in Übereinstimmung mit angemessenen wissenschaftlichen Prinzipien durchgeführt werden.
(d) Marktforschung muss klar von nicht-forschenden Tätigkeiten unterschieden und getrennt werden, einschließlich aller kommerzieller Tätigkeiten, die auf Einzelpersonen abzielen (z. B. Werbung, verkaufsförderung, Direktmarketing, Direktverkauf usw.)."

Darüber hinaus gibt es anerkannte Standards, nach denen sich Marktforschungsinstitute richten müssen, niedergelegt in den "Standards zur Qualitätssicherung in der Markt- und Sozialforschung":

"Gewöhnlich wird die Forschungskonzeption in einen Fragebogen oder Leitfaden umgesetzt. Man muß davon ausgehen, daß die Fragestellungen des Auftraggebers immer der Transformation in Forschungsfragen bedürfen. Hierin liegt eine besondere Leistung des Markt- und Sozialforschers. Die Forschungsfragen müssen dem Denken und Verständnis der Befragten entsprechen. Bei neuen Fragestellungen empfiehlt es sich, zunächst in einer Pilotuntersuchung die relevanten Aspekte des Problems zu erfassen und ein Hypothesengerüst für die eigentliche Untersuchung zu entwickeln.
Inhalt und Aufbau des Fragebogens können den Erkenntniswert der Untersuchungsergebnisse beeinflussen. Deshalb ist die mögliche Wirkung der Formulierung und Abfolge der einzelnen Fragen auf die Untersuchungsergebnisse bei der Umsetzung der Forschungskonzeption zu berücksichtigen."

Gerade bei den Standards zur Qualitätssicherung sind Zweifel berechtigt, ob das Institut hier ordentlich gearbeitet hat. Vor dem Hintergrund des langanhaltenden Streits zwischen Befürwortern und Gegnern hätte sich das Institut zumindest besser informieren müssen, bevor es folgende Fragen in den Fragebogen übernahm:

"Halten Sie es für sinnvoll, eine solche Abstimmung durchzuführen, nachdem der Bau an verschiedenen Stellen bereits begonnen hat?" Die Akzeptanz einer Volksabstimmung ist eine prinzipielle. Der Nachsatz impliziert, dass es bereits eigentlich zu spät wäre und man mit der Abstimmung eh nichts mehr ändern könnte. Dass hier eine andere Antwortverteilung entsteht, als wenn man nur den ersten Halbsatz als Frage stellen würde, ist klar.

"Wenn Sie sich das Bahnprojekt als eines unter anderen großen Infrastrukturprojekten in Deutschland vor Augen führen - welche Bedeutung hat es aus Ihrer Sicht insgesamt für den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland?" Hier muss man sich fragen, wie ein normaler Bürger die Bedeutung eines regionalen Bahnhofsprojekts für den "Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland" überhaupt beurteilen können soll. Was ist der "Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland"? Nach welchen Kriterien sollte diese "Bedeutung" gemessen werden? Das sind leere Phrasen, die keinerlei Erkenntnisgewinn erbringen und in seriöser Markt- und Meinungsforschung nichts zu suchen haben.

"Das Land Baden-Württemberg soll für das Teilprojekt Stuttgart 21, also für alle Bauarbeiten in Stuttgart insgesamt rund 800 Millionen Euro zahlen. Ein Ausstieg aus diesem Teil des Bahnprojekts, ohne dass es zu einem Bau kommt, kostet das Land mehr als 1 Milliarde Euro - wäre also teuerer. Ist Ihnen das bekannt?" Diese Fragestellung suggeriert eine Tatsache, die nicht bewiesen ist und dadurch natürlich zu falschen Antworten führen muss, die niemals die Wirklichkeit widerspiegeln können. Wie teuer ein Ausstieg würde, ist bisher nicht klar - und von über 1 Milliarde Euro spricht fast niemand. Das als Tatsache hinzustellen, ist nicht seriös - und führt eben zu den vom Auftraggeber gewünschten Antworten.

"Sollte das Land unter diesen Umständen einen Ausstieg in Erwägung ziehen?" Wenn man davor gefragt wird, ob einem bekannt ist, dass der Abbruch teurer sei als der Bau, wird hier jeder rational denkende Mensch natürlich sagen, dass weitergebaut werden soll.

Insgesamt und wie so oft wird nicht zwischen dem Bahnhofsneubau in Stuttgart und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm unterschieden. Dies ist aber für ein korrektes Meinungsbild unerlässlich. Desweiteren: Je nachdem, in welcher Reihenfolge die Fragen gestellt wurden, wird die Frage: "Sind Sie für oder gegen das Bahnprojekt?" auch entsprechend unterschiedlich ausfallen. Frage ich es zu Anfang der Umfrage, wird sich ein komplett anderes Bild ergeben als wenn ich diese Frage nach den zahlreichen sehr suggestiven Fragen beantworten soll.

Dies alles lässt nur den Schluss zu, dass das Institut nicht sauber gearbeitet hat und sich zum Handlanger der PR-Abteilung der Bahn und des "Kommunikationsbüros" von S21 gemacht hat. Die Suggestivität der Fragen muss jedem ins Auge fallen - auch einem Institut, das in Leipzig ansässig ist.

Ich werde als potenzieller Auftraggeber auf jeden Fall bei dem Institut um eine Stellungnahme bitten.

Oben bleiben!

Update: und es gibt sie noch, die guten, überzeugenden Darstellungen über Sinn, Zweck und Nutzen bzw. Unsinn, Unzweck und Unnutzen von S21: http://copywriting.de/archives/913

 

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Mon, 20 Jun 2011 02:30:11 -0700 20.06.2011 #s21 Bericht von #GWM Blockade heute früh mit Polizeigroßeinsatz und Aufenthaltsverboten http://zwuckelmann.posterous.com/20062011-s21-bericht-von-gwm-blockade-heute-f http://zwuckelmann.posterous.com/20062011-s21-bericht-von-gwm-blockade-heute-f

Heute früh am GWM: etwa 60 Blockierer versammelten sich bis gegen 7 Uhr an der Einfahrt zum GWM. Dann kam ein großer gelber LKW mit Teilen für die Rohrverlegung und wurde an der Einfahrt gehindert. Dahinter kamen direkt ca. 8 PKW und die bekannten Hölscher-Kleinbusse gefahren und fuhren schön wieder so dicht aufeinander auf, dass kein Mensch zwischen den Wagen hindurch kam. Es dauerte dann einige Zeit, bis der erste Polizeibus kam, dann viele weitere Minuten, bis der Einsatzleiter kam.Er kündigte in Privatgesprächen, die er mit einigen Gruppen führte, an, wie die Polizei vorgehen wird, nämlich dass es einige Ansagen geben wird, dass alle die Möglichkeit erhalten, auf die Seite zu gehen und dass die Einfahrt abgeriegelt würde. So kam es dann auch. Einige Minuten vor 8 Uhr kamen schließlich von der Schillerstraße her bestimmt 40 Polizeiwannen, von Richtung Wolframstraße waren es auch nochmal einige. Die Wannen blieben alle zwischen Einfahrt GWM und Wolframstraße stehen, von den vielen Polizisten, die in den Wannen waren, war aber lange auch nichts zu sehen. Durch den ausgelösten Parkschützeralarm waren wir am Ende bestimmt 150 Demonstranten.

Dann kam die erste Ansage der Polizei, die Einfahrt zu räumen. Dann die zweite, schließlich die dritte. Viele Demonstranten gingen bei Seite, auch ich passte auf, dass ich nicht in die Polizeiabsperrung geriet, die nach der dritten Aufforderung um die Einfahrt herum gebildet wurde. Die Personen, die die Straße nicht verließen, erhielten ein schriftliches Aufenthaltsverbot für das Gebiet, in dem die Bahn das Rohr zum Neckar verlegen will. Aufenthaltsverbote sind keine Platzverweise, sondern eine Stufe mehr. Sie dürfen auch für mehr als 24 Stunden ausgesprochen werden und Verstöße werden härter geahndet. Das Verbot gilt bis Mittwoch, 24 Uhr und ist für den Bereich der Cannstatter Straße ab der Einfahrt GWM bis zur Wolframstraße eingezeichnet. Die Polizei war vorbereitet und hatte schöne Farbausdrucke dabei.

Offenbar wurde an der Wolframstraße die Straße am Schlossgarten mit Hamburger Gittern abgesperrt. Nachdem die Blockade aufgelöst war und die Fahrzeuge ins GWM gefahren sind, wurde auch direkt an der Einfahrt zum GWM die Straße mit Hamburger Gittern abgeriegelt, so dass die Bahn munter-lustig aus dem GWM das Rohr über die Straße bis zur Stützmauer verlegen kann und dann an der Mauer entlang Richtung Neckar. Wen stören da schon die Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Anlage??

Die Stimmung heute war wesentlich gereizter als üblich. Dass die Bahn wieder Fakten schafft, ist auch nur schwer erträglich. Ich möchte aber explizit nochmal auf unseren Aktionskonsens hinweisen, in dem steht, gegen was wir sind - nämlich explizit NICHT gegen die Polizei. Gerade dann, wenn die Stimmung aufgeheizt ist und die Emotionen hochkochen, ist es wichtig, sich dieses Konsenses zu erinnern! Bitte achtet alle darauf und ruft Mitdemonstranten zur Ruhe und Gelassenheit, wenn Ihr mitbekommt, dass die Gefühle mit ihnen durchgehen und Polizisten oder Bauarbeiter beschimpft werden!

Es gibt aktuell wohl eine Spontandemo zum Rathaus. Auch heute Abend wird es nach der Montagsdemo eine Menschenkette rund um den Südflügel geben. Den ganzen Tag ist es wichtig, Präsenz am GWM oder an sonstigen geeigneten Orten in der Stadt zu zeigen!

Auch ganz aktuell sieht man auf cams21, wie tatsächlich angefangen wird, die Rohre zu verlegen. Bagger fahren aus dem GWM heraus, Ständer werden wohl aufgestellt. ...

In diesem Sinne mache ich mich nun auch wieder auf die Socken.

Auf jeden Fall friedlich und möglichst gelassen bleiben!

Oben bleiben!

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Mon, 06 Jun 2011 23:48:10 -0700 7.6.2011 #s21 Frühstücksblockadeimpressionen #gwm http://zwuckelmann.posterous.com/762011-s21-fruhstucksblockadeimpressionen-gwm http://zwuckelmann.posterous.com/762011-s21-fruhstucksblockadeimpressionen-gwm

Heute nur kurz: laut Polizei waren wir ca. 100 Blockierer, 9 Fahrzeuge wurden bzw. werden aktuell noch an der Einfahrt gehindert, es sind sicher 10 Wannen Bereitschaftspolizei vor Ort und nochmals 5 Wannen BFE aus Lahr. Zusätzlich hatten wir Besuch von mindestens 2 Kripo-Beamten in Zivil, der Staatsschutz lässt grüßen :-) Die Blockade wird seit 8 Uhr aufgelöst, dauert aber aktuell noch an.

Bis morgen!

Oben bleiben!

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Mon, 06 Jun 2011 01:43:00 -0700 6.6.2011 #s21 Frühstücksblockade: die Polizei räumt, damit die Arbeiter ins #GWM fahren können. Was ist nun mit dem #Baustopp, Herr Grube? http://zwuckelmann.posterous.com/662010-s21-fruhstucksblockade-die-polizei-rau http://zwuckelmann.posterous.com/662010-s21-fruhstucksblockade-die-polizei-rau

Heute früh sammelten sich an die 150 K21-Befürworter vor dem Bautor des GWM, um den von Grube zugesagten Baustopp durchzusetzen. Es war eine schöne Stimmung, viele saßen auf den AusSitzen-Strohsäcken, Jonathan klampfte, die Versorgen hatten gute Arbeit geleistet. Bald waren auch schon die ersten blauen Hölscher-Kleinbusse vor Ort, gegen 7:00 waren es dann schon 5 Fahrzeuge, die ins GWM wollten. Die Polizei war natürlich auch dort, zuerst mit 5 Wannen und Antikonfliktteam. Von 7:30 bis 7:45 machte die Polizei dann drei Ansagen, dass die Straße zu räumen sei. Unter den Rufen der Blockierer gingen diese Ansagen der Polizei aber unter. Schließlich wurde die Straße am Schlossgarten komplett gesperrt, es kamen von Richtung Cannstatt 4 Wannen, aus der anderen Richtung sicher insgesamt 10, so dass dann etwa 20 Polizeibusse vor Ort waren. Die Sitzblockierer wurden eingekreist und dann begann gegen 8 Uhr die Räumung. Die Umstehenden wurden heute nicht belangt, wahrscheinlich auch, weil ziemlich viel Presse vor Ort war. Als ich um 9 Uhr ging, saßen noch sicher 25 Leute vor dem Tor und warteten darauf, mitgenommen zu werden. Die Polizei hatte mit Bussen einen nicht einsehbaren Bereich auf der Straße geschaffen, wo die Blockierer ihre Personalien abgeben mussten, sicher auch fotografiert wurden, einen Platzverweis bis 18 Uhr und die Ankündigung einer Anzeige wegen des Verdachts der Nötigung erhielten. Auch Herr Wagner wurde weggetragen - unglaublich, was der Mann alles mitmacht! Über Twitter kam noch die Nachricht, dass eine Blockiererin ins Krankenhaus gebracht werden musste, da sie ohnmächtig geworden sei. Die genauen Gründe kenne ich nicht, ich habe aber gelesen, dass sie beim Wegtragen mit dem Kopf auf den Boden gefallen ist. Und eben, um kurz nach 10 Uhr kam die Meldung, dass die Blockade aufgelöst wäre. Vielen Dank mal wieder an alle, die dort waren!!!

Insgesamt wundert es einmal mehr, dass Herr Grube von Baustopp spricht und dennoch wie in den vergangenen Wochen auch im GWM gearbeitet wird. Einen halben Baustopp kann es nicht geben.

Apropos Herr Grube: Sein "Entgegenkommen", bis zum 15 Juli den Baustopp zu verlängern, wenn Stadt und Land gewisse Bedingungen erfüllen, ist eigentlich eine Unverschämtheit. Man kann sich nur noch wundern, dass niemand der Verantwortlichen wirklich Verantwortung übernimmt, sondern alle Entscheidungen im Zweifel auf die Grün-Rote Landesregierung abgeschoben werden. Außerdem ist es das mindeste, dass die Bahn bis zum Ergebnis des Stresstests keine Aufträge vergibt. Wobei die Bahn sich keinen Gefallen tut, den Stresstest nicht transparent durchzuführen. Denn nur mit einem transparenten Verfahren können Gegner wie Befürworter ein Ergebnis akzeptieren. Sobald es Zweifel an der Transparenz gibt, wird es auch berechtigte Zweifel am Ergebnis geben. Der einzige vernünftige Weg ist, jetzt sofort für die größtmögliche Transparenz zu sorgen, denn nur so ist es möglich, dass das Ergebnis des Stresstests von beiden Seiten akzeptiert wird. Wenn Herr Grube nicht für Transparenz sorgt, ist ein weiterer Verzug der Bauarbeiten durch Blockaden und Protestaktionen sein eigenes Verschulden!

Oben bleiben!

 

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Mon, 30 May 2011 23:47:00 -0700 31.05.2011 #s21 Baustopp-Rechenspiele der #Bahn sind für mich absolut nicht nachvollziehbar http://zwuckelmann.posterous.com/31052011-s21-baustopp-rechenspiele-der-bahn-s http://zwuckelmann.posterous.com/31052011-s21-baustopp-rechenspiele-der-bahn-s

Liebe Bahn, bitte erklären Sie mir, einem Geistes- und Wirtschaftswissenschaftler, keinem Ingenieur, wie Sie für einen Baustopp bis Oktober 2011 auf Mehrkosten von 410 Millionen Euro kommen. Für mich als Laie klingt das ziemlich eigenartig. Was ich einfach nicht verstehe: die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich angeblich auf 4,1 Mrd. Euro. Diese verteilen sich auf ca. 10 Jahre. Das hieße doch, dass pro Jahr ca. 410 Millionen Euro zu zahlen wären, wenn man den Bahnhof bauen würde und man eine lineare Kostenverteilung annehmen würde (was mit Sicherheit nicht der Realität entspricht - für dieses Beispiel aber annehmbar ist).

Wie kann es nun sein, dass für einen Baustopp von einem halben bis dreiviertel Jahr, also einer Zeit, in der keinerlei Gewerke verrichtet werden, genau so hohe Kosten auflaufen, wie wenn Sie ein gesamtes Jahr wie vorgesehen den neuen Bahnhof bauen? Ist das logisch? Ist das betriebswirtschaftlich seriös (!) zu erklären? Sie argumentieren mit Mehrkosten für das Projektmanagement (wie sollen diese in der von Ihnen genannten Höhe von 45 Mio. zustande kommen, wenn die Projektmanager Däumchen drehen?), betriebliche Mehraufwendungen und Einnahmeverluste (wo kommen diese her bzw. wo sollten diese in Höhe von 95 Mio. herkommen?) , Strafzinsen, die die Stadt Stuttgart für die verspätete Bereitstellung der Bahnflächen in Rechnung stellen würde (ist das sicher? Unser OB Schuster stellt Ihnen doch ganz sicher keine 100 Mio. Strafzinen in Rechnung! Das würde vollkommen entgegen seiner jetzigen Linie sein), und schließlich Inflationskosten (die kann ich nachvollziehen) und Regressforderungen (deren Rechtsgrundlage wiederum sind sehr umstritten! beides für 170 Mio.).

Ich bestreite gar nicht, dass ein Baustopp Geld kostet, sicher auch viel Geld, allein: mir will einfach nicht einleuchten, dass dieser Baustopp ein Zehntel der geplanten Gesamtkosten betragen soll. ... Ups, mir kam gerade in den Sinn, dass diese Kosten, die Sie ja vielleicht erstattet bekommen, ja schon eine 10%ige Kostensteigerung des Projekts finanzieren könnte, ohne überhaupt über die Mehrkosten von Optimierungsmaßnahmen aus dem Stresstest geredet zu haben ... aber das wäre gemein, Ihnen so etwas zu unterstellen. Sie sind bei der Bahn ja ehrliche Kaufleute!

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Wed, 25 May 2011 00:06:00 -0700 25.05.2011 #s21 Zur Durchsetzung des Baustopps räumt ein Großaufgebot der Polizei am #GWM die Blockade - wie in alten Zeiten http://zwuckelmann.posterous.com/25052011-s21-zur-durchsetzung-des-baustopps-r http://zwuckelmann.posterous.com/25052011-s21-zur-durchsetzung-des-baustopps-r

Ich kam leider erst zum GWM, als die Räumung in vollem Gange war. Es waren sicher 10 Wannen vor Ort, dazu Kripo und Staatsanwaltschaft. Aus Berichten erfuhr ich, dass die tapferen Blockierer heute früh Besuch von der Polizei bekamen. Die Stimmung war wohl relativ entspannt, man unterhielt sich mit den Kommunikationsheinis der Polizei, die mitteilten, dass es drei Aufforderungen geben und daraufhin geräumt würde. Angezeigt würde niemand. Nachdem nach zwei Aufforderungen ein Teil beiseite ging, wurde der harte Kern von 15 Blockierern nach der dritten Aufforderung geräumt - und bekam prompt eine Anzeige! LÜGENPACK!!! Auch Dietrich Wagner, der am schwarzen Donnerstag erblindete S21-Gegner war vor Ort, musste seine Personalien angeben und erhielt, wenn er genauso wie die anderen behandelt wurde, eine Anzeige.

Neu war, dass wohl die Staatsanwaltschaft vor Ort war und auch einmal wieder Kriminalbeamte. Außerdem stand auf der gegenüberligenden Seite ein Polizeibus, der auf Teleskopstangen Kamera und Richtmikrofon hatte. Diese drehten sich auch bei genauerem Hinsehen, so dass davon auszugehen ist, dass die Polizei fleissig Gespräche belauscht hat. Da wir keine Kriminellen sind, werden sie sicher interessante Geschichten und Details erfahren haben. (Update: gerade wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass da kein Richtmikrofon sei, sondern nur Kamera und Richtantenne. Also hat auch niemand mitgehört! Sorry dafür!)

Die Szenerie glich den bekannten Bildern vor wenigen Wochen bzw. Monaten. Neu ist jedoch, dass die Polizei ein Bautor einer Baustelle räumt, damit dort Fahrzeuge einfahren können, obwohl die Bahn immerzu von Baustopp spricht. Es würden keine Baumaßnahmen durchgeführt, die nicht für die Sicherheit der Baustelle erforderlich wären. Warum dazu gehört, die Tanks und Filteranlagen im GWM zu montieren, erschließt sich keinem vernünftigen Menschen. Aber man hat ja sowieso schon seit längerem den Eindruck, dass es an eben diesen im Management der Bahn einen erheblichen Mangel gibt, so dass das nicht wirklich verwundert.

Aber wie stand so schön auf dem Transparent der Blockierer: WIR KOMMEN WIEDER!

So viel ist sicher!

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Wed, 04 May 2011 23:39:50 -0700 05.05.2011 #s21 #k21 Baufortschritt am #GWM - Morgenbericht http://zwuckelmann.posterous.com/05052011-s21-k21-baufortschritt-am-gwm http://zwuckelmann.posterous.com/05052011-s21-k21-baufortschritt-am-gwm

Gestern Abend bin ich erneut am GWM vorbeigekommen. Dort wurde noch eifrig gewerkelt. Die Filter und Tanks werden miteinander verbunden, auch die zwei Tanks an der Seite zum Biergarten sind inzwischen angeschlossen.

Um kurz vor sieben standen wir zu dritt vor der Einfahrt zum GWM. Schön blöd, dass wir genau zu den Eisheiligen wieder auf der Straße stehen, denn es war doch ziemlich frisch.. Die Arbeiter waren aber offenbar bereits früher gekommen, denn das eine Rolltor war schon geöffnet und bis kurz vor acht kam nur noch die smarte Bauleitertante in die Baustelle gebraust. Leider konnte ich nicht ihr Gesicht sehen, als sie uns dort stehen sah. Sicher hat sie sich über das Wiedersehen gefreut ;-)

Wir werden die Baustelle weiter beobachten. Irgendwann müssen sie ja rauskommen mit ihren Rohren ...

Oben bleiben!

 

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