Zwuckelmanns Meinung http://zwuckelmann.posterous.com Meine Meinung zu allem, was mich bewegt - aktuell vor allem zum Widerstand gegen Stuttgart 21 posterous.com Sun, 19 Feb 2012 02:45:00 -0800 19.02.2012 #s21 Eh-weg-Virus verseucht glibberigen Mutanten-Schleim #cams21 #s9000 http://zwuckelmann.posterous.com/19022012-s21-eh-weg-virus-verseucht-glibberig http://zwuckelmann.posterous.com/19022012-s21-eh-weg-virus-verseucht-glibberig

Gestern fand die erste Großdemo nach der Zerstörung des Mittleren Schlossgartens statt. Nachdem die Polizei zuerst von 1.000 Demonstranten auf dem Schlossplatz sprach, wurden daraus auf der Demoroute 1.200, um dann schließlich auf dem Gebhard-Müller-Platz auf 2.500 anzuschwellen. Irgendwo auf der Strecke muss es zu einer einzigartigen, enormen Demonstrantenvermehrung gekommen sein.

Dazu passt die brilliante Rede von Christine Prayon, die Herrn Kretschmann darauf hinweist, dass wir hier keinen Rosamunde-Pilcher-Schinken leben, sondern er sich in einem Stephen-King-Thriller befindet, in dem er es mit dem gefährlichen Eh-Weg-Virus und glibberigem Mutantenschleim zu tun hat, den er so schnell nicht loswerden wird, auch wenn er das behauptet! Selbst wenn sich der Rauch über dem Schlachtfeld legt, gibt es eine Ecke, in der der Mutantenschleim wieder durch die Ritzen kriecht. Ganz wunderbar, Frau Prayon!

Die Medien sprechen heute von der "versuchten Erstürmung" des Parks im Anschluss an die Demo am Gebhard-Müller-Platz. Hierzu sollte man wissen, dass einige Bäume auf der grünen Ecke zwischen der Schillerstraße und dem Landespavillon gestern gefällt wurden. Das Gebiet ist nicht mit Hamburger Gittern abgesperrt, sondern mit einem rot-weißen Plastikband, das provisorisch an Verkehrsschildhalterungen auf Kniehöhe (!) befestigt ist. Dass diese unprofessionelle Absperrung geradezu dazu einlädt, darüber zu steigen, sollte die Polizei nicht wundern. Im Übrigen war so viel Polizei zugegen, dass man nicht ernsthaft von "Erstürmung" sprechen konnte. Denn diese endete an der geschlossenen Polizeikette 10 Meter innerhalb der matschigen Wiese.

Die Stimmung war sehr gut. Man merkt immer stärker, dass die Demonstranten begreifen, dass sie nichts mehr zu verlieren haben. Nachdem der Nordflügel, jetzt der Südflügel und auch der Park zerstört wurden, gibt es kein Druckmittel mehr. Keine Rücksichtnahme ist mehr nötig. Zwar flossen bei vielen gestern noch die Tränen, als sie sahen, zu welch kahlem Schlammloch der Mittlere Schlossgarten verkommen ist, diese Tränen führten aber bei den allermeisten Demonstranten schnell zu Wut und Zorn und zu einem Gefühl des Jetzt-erst-recht. Und so wurde sehr lange auf dem Gebhard-Müller-Platz demonstriert und die Polizei hatte ihre liebe Not, die Demonstration in geordneten Bahnen zu halten. Bilder gibt es u.a. hier bei flügel.tv.

Dieses Jetzt-erst-recht wird durch allerlei andere Ereignisse der letzten Tage angestachelt: so ist und bleibt es eine absurde Situation, dass das "Schlichtungsergebnis" rechtlich nicht bindend sein soll. Wenn dem so ist, muss man sich ernsthaft fragen, was der gesamte weitere Prozess über Stresstest bis zur Volksabstimmung Wert ist, wenn die Basis beliebig und nicht rechtsverbindlich ist. Man kann nicht anders, als sich schlichtweg verarscht zu fühlen und hintergangen von vor allem den Grünen, die nicht auf die Einhaltung des Schlichterspruchs pochen. Darüber hinaus ist ans Tageslicht gekommen, dass der Stresstest, wenn er nicht sowieso bereits durch falsche Prämissen geschönt war, nun endgültig fehlerhaft ist, da die Software, mit der dieser Stresstest durchgeführt wurde, einen fundamentalen Fehler besitzt und eine zu hohe Anzahl von möglichen Zügen ausweist. Ernsthafte Folgen hat das bisher nicht, es bleibt aber zu hoffen, dass alle Projektbeteiligten sich ernsthaft mit diesem neuen Vorwurf beschäftigen. Und ein weiteres Gerücht macht seit dem Besuch von einigen Demonstranten auf dem Neujahrsempfang der Grünen die Runde und führt zu größter Empörung: dass nämlich Grüne und Bahn vor wenigen Tagen auf dem Weg waren, sich gemeinsam von S21 zu verabschieden (denn für die Bahn ist S21 inzwischen auch kein Wunschprojekt mehr, sondern wird zu einer image- und prestigemäßigen Katastrophe!), dass aber die Regierungsmitglieder der SPD der Bahn daraufhin gedroht hätten, zu klagen, falls diese ihrer Baupflicht nicht nachkäme. Schlimmer, hinterhältiger und verantwortungsloser als die SPD kann man sich in einer solchen Situation wohl kaum verhalten, sollte dieses Gerücht stimmen!

Oben bleiben!

 

Und hier noch die anderen drei Reden von gestern (Dank an Walter Steiger!)

Joe Bauer  
Dr. Eisenhart v. Loeper  
Volker Lösch: 

 

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Sun, 15 Jan 2012 08:02:00 -0800 15.01.2012 #s21 Der entzauberte Kretschmann #cams21 #sf21 #9000 http://zwuckelmann.posterous.com/15012012-s21-der-entzauberte-kretschmann-cams http://zwuckelmann.posterous.com/15012012-s21-der-entzauberte-kretschmann-cams

Spätestens seit der spontanen Rede von Hannes Rockenbauch gestern auf der Samstagsdemo zum Neujahrempfang der Regierung im Neuen Schloss muss jedem klar geworden sein, dass von Kretschmann in Sachen S21 nichts mehr zu erwarten ist. Er ist entzaubert. Es wird kein Wunder von ihm ausgehen. Er hat auch kein Ass mehr im Ärmel, wie viele immer noch hofften. Es wird also auch keine Überraschung aus irgendwelchen Hinterzimmergesprächen geben, denn Kretschmann führt zu S21 keine Hinterzimmergespräche.

Kretschmanns Demokratieverständnis zeigt sich als äußerst fragwürdig: er überinterpretiert die Volksabstimmung zum Ausstiegsgesetz als finale Abstimmung zu Stuttgart21 selbst und erteilt der Bahn nun einen Freifahrschein. Jegliche berechtigten kritischen Töne in Richtung Bahn lässt er vermissen. Dabei ist das Abstimmungsergebnis geprägt durch die Parteienstärke in den jeweiligen Wahlkreisen, obwohl die Haltung zu Stuttgart21 erwiesenermaßen durch sämtliche Schichten und Parteipräferenzen hinweg höchst unterschiedlich ist. Das Ergebnis zum Ausstiegsgesetz spiegelt ziemlich genau das Ergebnis  der Parteipräferenzen bzw. die Stärke der Parteien in den jeweiligen Wahlkreisen wieder, so dass man schon stutzig werden kann und kritisch fragen kann, ob hier tatsächlich über S21 abgestimmt wurde oder ob die Volksabstimmung nicht vielmehr eine Abstimmung über explizite Parteiinteressen gewesen ist und eine Machtprobe über die Mobilisierungskräfte der Parteien.

Zu begrüßen, aber eigentlich selbstverständlich, ist, dass Kretschmann trotz dieses Abstimmungsergebnisses das Demonstrationsrecht respektiert. Wir dürfen also weiterhin demonstrieren und unsere Meinung frei äußern. Doch was ist dieses Recht Wert, wenn gleichzeitig ein Polizeiaufmarsch inszeniert wird, den Stuttgart in dieser Dimension nur selten zuvor gesehen hat, verbunden mit Maßnahmen wie der Aufstellung von Knast-Containern, die höchst ungewöhnlich und aufsehenerregend sind? Zu demonstrieren und seine Meinung frei zu äußern erfordert im Angesicht einer hochgerüsteten, übermächtigen Staatsmacht viel Mut. So viel Mut, dass es viele Bürger abschreckt und davon abhält, zu demonstrieren. Wie kann man hier von der Wahrung bürgerlicher Rechte sprechen, wenn man als Demonstrant gleichzeitig immer damit rechnen muss, dass die Staatsmacht mit aller Härte und offen zur Schau getragener physischer Übermacht zuschlägt (im eigentlichen und im übertragenen Sinne)? Allein diese erschreckende übermächtige Polizeipräsenz empfinde ich als Gewalt und als massive Einschränkung meiner bürgerlichen Freiheiten! Sie schränkt meine Rechte ein und kann kein probates Mittel und keine angemessene Antwort eines Rechtsstaats auf eine Bürgerbewegung sein. Eine Bürgerbewegung einschüchtern zu wollen, indem den Engagierten und jahrelang bewiesenermaßen friedlichen Aktivisten einmal wieder so richtig deutlich gezeigt wird, wo der Hammer hängt, ist ein eines Rechtsstaats und einer Demokratie unwürdiges Schauspiel - und das umso mehr unter einer Grün-Roten Landesregierung! Die Polizei überwacht uns seit Monaten intensiv, sie wusste, dass aktuell nachts nie mehr als 50 Demonstranten am Südflügel waren. Sie hätte mit Bordmitteln und wie sie es morgens am GWM oft genug getan hat, die Straße am Schlossgarten abriegeln können, ohne ein so großes Aufsehen darum zu machen. Die Straße wäre schnell abgesperrt und schnell geräumt, das ist immerhin schon oft genug passiert. Aber das Schauspiel war natürlich politisch gewollt, es war wieder einmal eine Machtdemonstration, die zeigen sollte, dass offenbar unbändige Aggressionen von den Gegner ausgehen, weshalb die Polizei zu diesen Mitteln greifen musste. Die eingebettete Presse griff dies dankbar auf und berichtete deutschlandweit, dass es gottseidank friedlich blieb und keine Eskalation von den Demonstranten ausgegangen sei - dabei waren wir immer friedlich und die einzigen, die eskaliert haben, waren wiederholt Polizisten (am 30.09.2010 und am 8.2.2011). Natürlich bin auch ich froh, dass der Einsatz friedlich verlaufen ist, (was im übrigen wohl eher den Parkschützern als der Polizei zu verdanken ist, die erneut ziemlich daneben und ohne Medien einen "Scheinangriff" im Schlossgarten startete!) aber ich empfinde die Dimension, wie Politik und Polizei auf diese Bürgerbewegung reagieren, heillos übertrieben und in jeglicher Hinsicht unangemessen.

Anstatt dass man sich politisch weiterhin mit den Argumenten der Bürgerbewegung beschäftigt (was im übrigen natürlich auch zur Projektförderpflicht gehört!), diese Bürgerbewegung ernst nimmt und sich an seine Wahlversprechen hält, flüchtet sich Kretschmann mit seiner Regierung hinter ein pseudo-demokratisches Verfahren und verschanzt sich hinter hochgerüsteten Polizeilinien. Demokratie und Rechtsstaat werden hier in einem Maße missbraucht, wie es eine schwarze Regierung nicht besser hinbekommen hätte!

Herr Kretschmann lässt seit seiner Wahl und erst recht seit der Volksabstimmung jegliche kritische Haltung zu S21 vermissen. Bei der Mischfinanzierung hat er nach eigenen Angaben den Mund vor der Wahl etwas zu voll genommen. Es gibt auch keine kritische Nachfrage, dass die Bahn nach 15 Jahren Planung plötzlich vielleicht doch noch ein zweites GWM benötigt, um der Wassermassen Herr zu werden. Viele andere wichtige Fragen werden einfach nicht zur Kenntnis genommen, sondern stur ignoriert. Kretschmann will das Thema so schnell wie möglich hinter sich bringen - und übersieht dabei, dass S21 und der Protest dagegen wesentlich länger dauern wird, als seine Amtsperiode und dass er sich natürlich wider besseren Wissens erpressbar macht - aber das werden dann andere Ministerpräsidenten nach ihm ausbaden müssen. Natürlich erschöpft sich das Dasein von Kretschmann als Ministerpräsident nicht in Stuttgart21, es gibt andere und wichtigere Themen der Landespolitik. Stuttgart21 war aber ein Hauptgrund für seine Wahl. So, wie er sich aktuell verhält, spricht vieles dafür dass dies seine erste und letzte Legislaturperiode sein wird. Da es keine ernstzunehmende Alternative gibt, muss man Kretschmann dann auch dafür verantwortlich machen, wenn der Anteil der Nichtwähler bei der nächsten Landtagswahl in die Höhe schnellen wird.

Jetzt heißt es aber erst einmal: nicht mehr auf Kretschmann hoffen, sondern handeln! Und dafür war die so übertriebene und gleichzeitig friedliche Räumung der Straße am Schlossgarten doch noch gut: wenn es an den Park geht, werden sich vielleicht doch wieder mehr S21-Gegner trauen, ihr Recht auf Versammlungsfreiheit, auf Demonstration und auf freie Meinungsäußerung wahr zu nehmen und sich nicht durch diese übertriebene Übermacht hochgerüsteter Polizei einschüchtern lassen!

Oben bleiben!

 

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Mon, 19 Sep 2011 23:18:00 -0700 20.9.2011 #s21 Frühstücksdemo mit massivem Polizeiaufgebot, das nicht abzieht http://zwuckelmann.posterous.com/2092011-s21-fruhstucksdemo-und-wen-interessie http://zwuckelmann.posterous.com/2092011-s21-fruhstucksdemo-und-wen-interessie

Nachlese zu gestern Abend: Erstaunlich fand ich, dass bei der Kundgebung auf der Montagsdemo, die unzweifelhaft mit Peter Conradi und Hannes zwei gute Sprecher hatte, von der Moderation überhaupt nicht auf die blauen Rohre eingegangen wurde, die sich ja neuerdings direkt hinter der Bühne befinden. Dieses deutliche Zeichen der Bahn, Fakten zu schaffen, wurde schlichtweg genauso ignoriert wie die 300 Meter Rodung von Sträuchern im unteren Schlossgarten, wo in naher Zukunft die ersten Rohre verlegt werden. Wieso wird das nicht thematisiert? Warum ist es wichtiger, die Teilnehmer dazu aufzurufen, nicht an Spontandemos teilzunehmen, anstatt den Frevel, der in Stuttgart täglich passiert, in Worte zu fassen? Für mich schlicht unverständlich!

Umso besser fand ich, dass sich doch einige hundert Teilnehmer spontan entschlossen, zur Staatsanwaltschaft zu marschieren, um dort gegen die massive Kriminalisierung der Gegner von S21 zu demonstrieren. Danach ging es noch in den Schlossgarten zur Platanenallee, wo gestern erste Rodungsarbeiten stattfanden. Und wieder waren mehrere Zivilpolizisten unter den Demonstranten, die sich ziemlich schnell mit Hilfe von Kollegen verzogen, nachdem man sie entdeckt hatte. Ich finde Spontandemonstrationen gut, wenn sie zielgerichtet sind. Dann kann die Polizei, so wie gestern, auch entsprechend reagieren. Ich finde sie wichtig, weil die offizielle, angemeldete Demoroute  immer dieselbe ist und nicht auf aktuelle Ereignisse reagiert.

Zu heute früh: als ich um kurz vor sechs ans GWM kam, waren bereits 6 Wannen dort. Um sechs Uhr kamen weitere 5 Wannen, so dass der Parkplatz vor der Expressgüterhalle noch bevor ein Baufahrzeug überhaupt da war, bereits voll von Polizei war. Was eine Machtdemonstration! Wow! Auch war der moderne Polizeibus wieder da mit Teleskop-Kamera und Richtmikrofon und beobachtete die Szene. Um 6:15 kam dann der erste Arbeiter, danach immer mehr, bis ca. 7 Fahrzeuge in einer Schlange standen. Insgesamt waren bestimmt 60-70 Personen vor Ort und auch die Lokomotive-Trommler - vielen Dank dafür!!! Die Polizei ließ sich, obwohl sie so früh da waren, erstaunlich viel Zeit, denn erst um kurz vor 7 Uhr kam die erste Durchsage, dann wurden 4 Mutige, die der Aufforderung der Polizei nicht Folge leisteten, weggebracht. Sie erhielten einen Platzverweis und eine Anzeige wegen des Verdachts der Nötigung - obwohl zwei Tore nicht blockiert waren. Naja, das ewig selbe Spiel. Dann fuhren die Fahrzeuge unter Pfiffen und Rufen ein. Kurz darauf kamen unter Polizeischutz auch die ersten Fahrzeuge wieder heraus und fuhren Richtung Wolframstraße in den unteren Schlossgarten. Ein Teil spazierte dann auch in den unteren Schlossgarten zur Platanenallee, ein Teil blieb vor Ort am GWM. Das massive Polizeiaufgebot blieb auch vor Ort.

Heute war der Einsatzleiter einmal wieder Herr Passaro aus Stuttgart Ost. Er sprach uns heute wieder ab, eine spontane Versammlung zu sein. Die Polizei entscheidet das ziemlich willkürlich, dabei gab es heute Kundgebung und Transparente und auch einen aktuellen Anlass - keine Ahnung, nach welchen Kriterien Herr Passaro entscheidet, ob wir eine spontane Versammlung sind oder nicht. Sein Argument war nun offenbar, dass es ja seit Wochen immer dasselbe sei. Lieber Herr Passaro, es ist seit Monaten, fast schon seit einem Jahr dasselbe! Was die Sache nicht besser macht, was aber auch keine Rechtfertigung sein kann, denn wir haben ja seit Jahren und immer wieder aus aktuellen Anlässen allen Grund, zu demonstrieren. Gerne erkläre ich Ihnen beim nächsten Mal unsere aktuellen Gründe.

Im GWM wurden Rohre verladen, die Bauarbeiten an der Platanenallee gehen aktuell weiter, cams21 ist mit vielen anderen Demonstranten vor Ort!

Oben bleiben!

 

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Fri, 16 Sep 2011 05:53:00 -0700 16.9.2011 #s21 #cams21 "5 vor 12" - Demo und Diskussion zur Teilnahme oder zum Boykott des VE http://zwuckelmann.posterous.com/1692011-s21-cams21-5-vor-12-demo-und-diskussi http://zwuckelmann.posterous.com/1692011-s21-cams21-5-vor-12-demo-und-diskussi

Kurz vorweg: heute fanden im GWM keine Baumaßnahmen statt, da die Emsländer wegen der unter der Woche angesammelten Überstunden heute schon wieder im Emsland waren. Insofern konnten wir heute früh ungestört vor dem GWM demonstrieren.

Heute Mittag fand die Lesung des Gesetzes zum Ausstieg aus der Finanzierung von S21 im Landtag statt, mit dessen Ablehnung die Regierung den Volksentscheid auf den Weg bringen will. Vor diesem Hintergrund war eine Demo bzw. Kundgebung am Landtag angemeldet, die das Für und Wider eines Volksentscheids zum Thema hatte. Die Demo sollte eigentlich vor der Oper, also außerhalb der Bannmeile stattfinden. Hier wurde bereits hin und wieder während Parlamentssitzungen auch zu anderen Themen demonstriert. Doch als wir um kurz vor 12 vor die Oper kamen, durften wir dort nicht demonstrieren. Angeblich wäre die Bannmeile bis hinter die Oper ausgeweitet worden. Uns wurde ein Platz vor der Baustelle des Staatstheaters zugewiesen, von wo man echte Schwierigkeiten hat, den Landtag überhaupt zu sehen! Bürgernähe??? Selbst unter Schwarz-Gelb waren Demonstrationen näher am Landtag möglich. So wurde erst einmal zwischen Polizei und Versammlungsleiter diskutiert, man versuchte die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung zu erreichen und gab sich schließlich bis auf Weiteres mit dem Platz vor dem Theater zufrieden.
Es kamen etwa 40-50 S21-Gegner und zuerst hielt der Versammlungsleiter Henning Zierock von der Gesellschaft Kultur des Friedens eine kurze Rede. Dann gab es ein offenes Mikrofon. Sehr klar und sehr schnell haben sich zwei Standpunkte herauskristalisiert: Teilnahme am Volksentscheid oder Boykott.
Die Positionen sind schnell umrissen:
Für die Teilnahme am Volkseintscheid spricht, dass ein Wahlsieg, wenngleich unwahrscheinlich so doch nicht unmöglich ist, und man dann doch wenigstens die Chance einer Mobilisierung nutzen sollte. Denn wenn es uns gelänge, den demokratischen Entscheid trotz Quorum zu gewinnen, wäre das ein schnelles und eindeutiges KO-Kriterium für S21 und ein starker Sieg. Außerdem würde einem ein Boykott als undemokratisches Verhalten ausgelegt.
Gegen die Teilnahme und für den Boykott des Volksentscheids spricht, dass der Volksentscheid extrem unfair, ein Wahlsieg durch das hohe Quorum nahezu unwahrscheinlich ist und wir uns mit der Teilnahme vor den Karren dieser ungerechten Sache spannen lassen. Auch ist fraglich, wie man überhaupt bei solch einem Projekt abstimmen soll, wenn weder die Kosten des Projekts transparent sind noch die Kosten für einen Ausstieg klar und eindeutig beziffert werden. Was soll dann die Entscheidungsgrundlage sein? Durch eine Wahlniederlage, die nicht durch das Wahlergebnis, sondern durch das Nichterreichen des Quorums erreicht würde, würden wir den Gegnern noch eineKeule, diesmal die Keule der "demokratischen Legitimierung" in die Hand geben, um auf uns einzuhauen und wieder einmal zu sagen: was wollt ihr denn noch? Schlichtung, Stresstest, Volksabstimmung, das haben wir doch alles für Euch gemacht, jetzt gebt aber doch mal Ruhe! Das berechtigte Argument, dass all diese Aktionen durch fundamentale Fehler in ihrer Anlage eine reine Farce sind, wird niemand hören wollen.
Interessant war der Gedanke, dass nicht das Quorum der Haken am Voksentscheid sei, sondern dass der Volksentscheid bereits in seiner Fragestellung falsch angelegt sei. Würde man nämlich umgekehrt fragen, ob die Regierung NICHT von ihrem Kündigungsrecht gebrauch machen solle, wären die Befürworter in der Bringschuld und müssten beweisen, dass tatsächlich eine Mehrheit gegen den Ausstieg ist.

Schön war, dass ein Kamerateam der ARD vor Ort war - so dass ich mir gewünscht hätte, dass ein paar mehr Leute gekommen wären. Aber mitten am Tag ist es für uns vollzeitarbeitenden Hartz-IV-Empfänger, Arbeits- und Obdachlose auch schwierig, an so einer Veranstaltung teilzunehmen. Da ich gegen 13 Uhr zurück in mein Büro gehen musste, weiß ich nicht, wie die Veranstaltung weiter ging und ob es noch einen kleinen Spaziergang zum Landtag gegeben hat. Kleine Streams von der Veranstaltung gibt es wie immer auf http://www.cams21.de

Aufmerksam machen möchte ich noch darauf, dass die Bahn angekündigt hat, ab Montag ihre Drecksrohre auch in den Schlossgarten zu verlegen. Der Gestattungsvertrag sei von Nils Schmid unterschrieben, so dass der Schlossgarten jetzt bereits und weit vor der Volksabstimmung der Bahn ausgeliefert wurde. Allein dafür gehört Schmid abgesetzt! Die Zelte wären aber vorerst nicht betroffen, sagt Dietrich - aber wer traut schon Herrn Dietrich?! Also Augen auf, Hintern von der Couch und oben bleiben!

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Tue, 17 May 2011 22:46:00 -0700 18.05.2011 #s21 #k21 Rückzugsgefechte? Neuformierung? Die Befürworter krakeelen mal wieder über alle Kanäle http://zwuckelmann.posterous.com/17052011-s21-k21-ruckzugsgefechte-neuformieru http://zwuckelmann.posterous.com/17052011-s21-k21-ruckzugsgefechte-neuformieru

Heute früh im Radio: Ramsauer droht der neuen Regierung, endlich klar Stellung zu S21 zu beziehen. Die Kosten einer weiteren Verzögerung würden dem Land in Rechnung gestellt. Die neue Regierung ist ja auch schon 5 Tage (!) im Amt, da kann man ja schon erwarten, dass in dieser einfachen Sache klar entschieden wird! ... Lieber Herr Ramsauer, vielleicht kehren Sie erst einmal vor Ihrer eigenen Tür und entscheiden in Ihrer lähmenden Langmut einfach mal selber etwas flotter, immerhin sind Sie bereits einige Jahre im Amt! Und bitte, sichten Sie selbst die Unterlagen zu S21 und denken mal ein bisschen nach. Ich gebe Ihnen ... 5 Tage, das muss reichen!

Dann ein großer StZ-Kommentar, prominent auf der Titelseite des Regionalteils, von Nauke über die 75. Montagsdemo. An der Teilnehmerzahl würde man erkennen, dass der Widerstand bröckele - es seien keine 10.000 mehr, sondern nur noch ein harter Kern von 1.500, die zur Montagsdemo kommen würden. Viele würden sich auch wegen der unqualifizierten Redebeiträge vom Widerstand abwenden. ... Lieber Herr Nauke, es gab bereits zahlreiche Montagsdemos, bei denen die Redebeiträge nicht zu den Highlights rhetorischer Künste gehörten. Bei 75 Veranstaltungen dieser Größenordnung ist das kein Wunder. Und leider, leider waren wir nicht sehr oft über 10.000 Teilnehmer. Daher stellt die letzte Montagsdemo überhaupt nichts besonderes dar - weder im Negativen, noch im Positiven. Und den Widerstand durch Zitate von Herrn Stocker oder Herrn Wölfle spalten zu wollen, wird Ihnen nicht gelingen, denn der Widerstand ist bunt und wir schaffen es bisher erstaunlich gut, tolerant die verschiedensten Meinungen und Aktionen zu integrieren. Das ist unsere Stärke, ob es Ihnen passt oder nicht.

Und dann Herr Serwani, FDP-Vorsitzender in Stuttgart: Die Zelte müssen weg, der Schlossgarten soll wieder den Bürgern gehören! ... Lieber Herr Serwani, offenbar sollten Sie mal ihr Gehirn einschalten, bevor Sie reden! Die Zelte stehen genau in dem Teil des Schlossgartens, der, wenn es nach Ihnen ginge, bereits eine riesige Baustelle wäre. Gerade die Zelte und ihre Bewohner sorgen dafür, dass der Schlossgarten den Bürgern erhalten bleibt! Ihre Äußerung enttarnt Ihren geistigen Horizont - und steht symptomatisch für Ihre Partei.

Trotz all dieser Anfeindungen, wir bleiben oben und lassen nicht zu, dass vor einem transparenten Stresstest weiter Fakten geschaffen werden!

Augen auf und oben bleiben!

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Sat, 29 Jan 2011 09:13:44 -0800 29.01.2011 #s21 1. Teatime-Blockade mit WaWe an der CDU-Zentrale - Der Widerstand lebt! http://zwuckelmann.posterous.com/29012011-s21-1-teatime-blockade-der-cdu-zentr http://zwuckelmann.posterous.com/29012011-s21-1-teatime-blockade-der-cdu-zentr

Über 40.000 Demonstranten haben heute die Stuttgarter Innenstadt überrant! Als ich um 13:50 zum Bahnhof kam, war ich etws enttäuscht, denn es waren so wenig Leute erst da. Ich weiß nicht, wo die dann alle hergekommen sind, aber um kurz nach 14 Uhr war der gesamte Klettplatz ein einziges Menschenmeer! Großartig, dass wir sooooo viele waren!

Nach wirklich guten Reden ging der Zug an der Staatsgalerie vorbei zum Landtag. Die Polizei hatte versucht, nur die Fahrspuren an der Seite der Staatsgalerie für die Demonstranten frei zu halten und hatte die andere Spur auf der Seite des Landtags mit zwei Bussen gesperrt. Ich frage mich, wie dilletantisch man sein kann - natürlich dauerte es nicht lange, und die Polizei war schlicht überrannt von den Menschenmassen! Eine junge Polizisten versuchte verzweifelt, mit ausgebreiteten Armen die Menge zu stoppen, gab dann aber schnell auf. So war die gesamte Hauptstätter Straße von den Demonstranten belebt, was verständlicherweise die Autofahrer ärgerte, die wegen der Unfähigkeit der Polizei in die Großdemo geraten waren und nicht voran kamen

An der CDU-Zentrale gab es dann eine Blockade - und ich wundere mich, warum ich dort so viele bekannte Gesichter von den Frühstücksblockaden gesehen habe! Liebe Berufsblockiererkollegen, habt ihr nichts besseres zu tun, als immer und ständig, wo sich die Gelegenheit bietet, zu blockieren?? ;-) Die Heuss-Straße war zumindest jetzt auch zu, weil die Menge ihrem Unmut vor der CDU-Zentrale Luft machen musste. Dann ging es über die Theo Heuss zurück zum Bahnhof, wo gerade die nächste Demo startete, diesmal von Schülern gegen die Bildungsblockade der Regierung.

Großartig war der Wasserwerfer auf der Demo! Ganz unglaublich und super kreativ! Vielen Dank denjenigen, die das organisiert haben!!!

Schön ist auch die Aktion mit den Vogelhäuschen! Die Bäume am Nordflügel sind nun wunderschön mit lauter kreativen Vogelhäusern behängt!

Und eine letzte Anmerkung: Natürlich gab es den obligatorischen Krankenwagen, der durch die Demoroute fahren musste, und außerdem stand über der Kundgebung sicher 10 Minuten ein Hubschrauber. Toll war, wie plötzlich alle anfingen, dem Hubschrauber zu winken. Was der nun genau wollte und ob tatsächlich Frau Merkel darin saß, weiß ich leider nicht - es ist nur bezeichnend, dass man nun auch noch versucht, die Demos aus der Luft zu stören.

Es hat sich aber überdeutlich gezeigt: Der Widerstand lebt! Oben bleiben!

 

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