Zwuckelmanns Meinung http://zwuckelmann.posterous.com Meine Meinung zu allem, was mich bewegt - aktuell vor allem zum Widerstand gegen Stuttgart 21 posterous.com Sat, 30 Jun 2012 05:31:00 -0700 30.6.2012 Baustopp jetzt! #s21 http://zwuckelmann.posterous.com/3062012-baustopp-jetzt-s21 http://zwuckelmann.posterous.com/3062012-baustopp-jetzt-s21

Nachdem in den vergangenen Tagen selbst aus Bahnkreisen verlautete, dass durch das neue, umfangreiche Planänderungsverfahren zum Grundwassermanagement der Baubeginn erst 2014 möglich sei, wird dies heute von anderen Bahnkreisen, in Person von Projektleiter Herrn Penn und unserem Kommunikationsprofi Herrn Dietrich offensichtlich dementiert. Ein Beginn sei auch schon 2013 möglich - an Stellen, an denen weniger Grundwasser entnommen werden könne.

Selbst wenn die Bahn tatsächlich Baurecht mit der geringeren Wasserentnahmemenge hätte, ist es dennoch absolut unmöglich, dass die Bahn in dieser Situation weiterbaut. Denn vor Abschluss des Planänderungsverfahrens ist nicht sicher, ob diese Änderung, wie jetzt von der Bahn geplant und beantragt, überhaupt genehmigt würde und auch, welche Kosten dafür entstünden. Die höhere Entnahmemenge ist absolut notwendig, um den Bahnhof zu bauen, so dass es logisch gar nicht anders möglich ist, als die erneute Planfeststellung für die Änderung abzuwarten, bevor auch nur irgendeine Baugrube ausgehoben wird. Alles andere würde erneut Fakten schaffen, Kosten verursachen und alle Beteiligte unter Druck setzen, wenn die Änderung eben doch nicht einfach durchgewunken werden kann und nachgebessert werden muss. Wie lange das dauern kann, sieht man auf den Fildern, wo dieses Genehmigungsverfahren bereits Jahre dauert.

Nur weil die Bahn ganz offensichtlich unfähig ist, einen verlässlichen Plan mit korrekten Größen zu erstellen und feststellen zu lassen, kann es nicht sein, dass sie nun eine Planänderung nach der anderen beantragt und sich dabei immer auf die Feststellung des ursprünglichen Plans bezieht. Diese Salamitaktik ist unseriös und nicht akzeptabel, weder für die anderen Projektpartner, die sich auf das "Know how" der Bahn verlassen, noch für die Bürger, die mit der jahrzehntelangen Baustelle leben und das Gesamtprojekt finanzieren müssen.

Deshalb muss jetzt von allen seriösen Beteiligten ein sofortiger Baustopp und die Öffnung des Parks für die Bevölkerung gefordert werden, bis die Planänderung abschließend genehmigt wurde!

Oben bleiben!

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Mon, 05 Mar 2012 08:44:00 -0800 5.3.2012 #s21 Viel Spaß mit der Bahn - oder: wo ist der Nesenbachdüker? #cams21 #vuck21 http://zwuckelmann.posterous.com/532012-s21-viel-spass-mit-der-bahn-oder-wo-is http://zwuckelmann.posterous.com/532012-s21-viel-spass-mit-der-bahn-oder-wo-is

Die vor der Volksabstimmung bereits kommunizierten Vergaben von 50% des Gesamtauftragsvolumens wurden heute revidiert. Erst im März sollen die Vergaben für Technikgebäude, Nesenbachdüker und Bahnhofstrog vollzogen werden. Laut Herrn Dietrich wurde im Herbst vergangenen Jahres nur kommuniziert, was wäre, wenn die Vergaben wie geplant stattfinden würden oder stattgefunden hätten. Die Medien hätten das falsch dargestellt. Dass unter dieser Prämisse der VA-Wahlkampf stattgefunden hat (und Herr Grube die erfolgten Vergaben bei seinen Auftritten regelmäßig genannt hat), interessiert heute niemanden mehr. Das sind Lügen von gestern und olle Kamellen! Nun also im März. Definitiv. Rund 1 Milliarde Euro würden vergeben. Auch betonte Dietrich, dass sich viele Unternehmen darum beworben hätten, die Tiefbauarbeiten für Stuttgart21 durchzuführen. Nur die Zielpreise seien eben bisher nicht zu erreichen gewesen. Hach, wie spannend! Ob sich ein Dummer findet, der das Risiko auf sich nimmt und den Murks bauen will? Leider findet sich ja meist ein Dummer, ansonsten wird geschwind eine Gesellschaft der Dummen gegründet, um die es auch nicht schade ist, wenn sie pleite geht. Der weitere Zeitplan jedenfalls, der heute veröffentlicht wurde, zeigt, dass die großen vier Baustellen Ende des Jahres angefangen werden sollen und dass bis dahin vorbereitende Maßnahmen wie das Anlegen von Baustraßen vorgenommen werden. Beim Technikgebäude geht's übrigens schon Mitte April los - dafür, dass sich noch niemand zum Bau gefunden hat, eine beachtliche Zeitplanung! Das GWM geht ab 2013 in Betrieb, so dass wir auch hier gespannt bleiben dürfen, ob die Bahn dann in die versprochenen Pötte kommt.

Insgesamt war es eine schwache Vorstellung, da weder Herr Dietrich noch Herr Penn mit konkreten Zahlen aufwarten konnten. Herr Penn hätte so viele Zahlen im Kopf, da könne man ja nicht verlangen, dass er nun wisse, um wieviel Grundwasser es bei der Planänderung des GWM ginge. Immerhin wusste er, dass es sich um Planänderung 7 handelt. Dass man sich für eine Pressekonferenz, nein, ein Pressegespräch! vorbereiten kann und sich alle wichtigen Zahlen, die man sich nicht merken kann, aufschreiben kann, scheint beim Kommunikationsbüro noch nicht angekommen zu sein. Überhaupt wunderte man sich, wie ein "Kommunikationsbüro" Folien pinseln und an die Wand werfen konnten, die jeglicher Kommunikationslehre widersprechen. Sowohl der Bauplan als auch das Gantt-Diagramm waren viel zu klein und unscharf, um irgendetwas erkennen zu können. Dafür saßen die Herren vor einem riesigen Poster, das offensichtlich den neuen Park zeigen sollte, mit großen, alten Bäumen ... hm, ich hätte vielleicht fragen sollen, wann ein solches Foto aufgenommen worden wird sein können ... 2050, 2080.

Leider ist mir wegen der Unübersichtlichkeit der Folien nicht gleich aufgefallen, dass der Nesenbachdüker in dem Plan fehlt bzw. nicht kenntlich gemacht wurde bzw. in seiner Gesamtheit gar nicht auf den Plan passte. Die Baugruben 0.16 und 0.22, die Herr Penn beide "Düker" nannte, können beide nicht der Nesenbachdüker sein, so dass wir weiterhin gespannt bleiben dürfen, wie es mit diesem wohl wichtigsten und kritischsten Bauwerk von S21 weitergeht. Wenn dieses Bauwerk schon auf dem Bauplan vergessen wurde, lässt das ja viel Spaß in der nahen Zukunft erahnen. Immerhin ist die DB Direktion auf dem Plan noch gestrichelt dargestellt. Auf Nachfrage konnten die beiden Herren keine Aussage dazu machen, wie es mit dem H7 weitergeht und verwiesen auf den Lenkungskreis Ende März.

Wenn ich in meiner Firma so schlecht vorbereitet und mit solchen Folien angetreten wäre, es wäre wohl mein letzter Auftritt gewesen. Aber was erwarten wir? Jetzt schnell auf zur Montagsdemo!

Oben bleiben!

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Fri, 24 Feb 2012 01:20:00 -0800 24.02.2012 #s21 SWR bestätigt: LGNPCK #cams21 #vuck21 http://zwuckelmann.posterous.com/24022012-s21-swr-bestatigt-lgnpck-cams21-vuck http://zwuckelmann.posterous.com/24022012-s21-swr-bestatigt-lgnpck-cams21-vuck

Das SWR2 Radiofeature “Abstellgleis für Alle” über das Milliardenprojekt Stuttgart21 kann man kurz und bündig zusammenfassen mit: LÜGENPACK! Und so kurz, wie das Fazit ausfällt, bietet die Sendung inhaltlich wenig Neues. Dennoch bringt sie gut und kompakt die wesentlichen Versäumnisse auf den Punkt.

Vor allem ist es Günter Oettinger anzulasten, dass alles so gekommen ist, wie es nun gekommen ist. Er war die treibende Kraft hinter S21. Er hat das Land vertraglich an S21 gebunden und durch die enorme finanzielle Beteiligung des Landes an einer eigentlichen Bundesaufgabe S21 überhaupt erst möglich gemacht. Diese "außergewöhnliche Offerte" (Tiefensee), diese einmalige Mischfinanzierung von S21 ist bis heute verfassungsrechtlich hoch umstritten und juristisch nicht geklärt!

Oettinger hat darüber hinaus die  Kostenrisiken, die in S21 stecken, bis zum Schluss, also bis zur endgültigen vertraglichen Bindung bewusst ignoriert! Klar ist, dass die Öffentlichkeit und das Landesparlament bei den tatsächlichen Kosten von S21 getäuscht wurden - dies wird nicht derart nachzuweisen sein, dass es juristische Folgen hätte, aber die internen Unterlagen der Bahn sprechen eine deutliche Sprache: Der Vertrag von 2009 basiert auf veralteten Kostenberechnungen aus 2004, vorliegende aktuellere Kostenberechnungen wurden bewusst zurückgehalten und mit so vielen anderen Zahlen in die Welt gesetzt, dass man heute gut argumentieren kann, dass es keine einheitliche aktuellere Kostenberechnung gegeben habe. Erst kurz vor dem Auslaufen der Rücktrittsfrist gibt die Bahn aktuelle, wesentlich höhere Zahlen heraus und verspricht gleichzeitig, 1 Mrd. Euro einsparen zu wollen, um unter den 4,5 Mrd. Euro zu bleiben. Wie sie diese Einsparungen generieren will, blieb der Regierung völlig im Dunkeln und ist bis heute fachlich nicht nachvollziehbar.

Die angebliche Sicherheit, dass die Bahn im Kostenrahmen bleiben werde, drückt Wolfgang Dietrich so aus: “Ich habe keinen Grund, nicht davon auszugehen, dass die Bahn aktuell davon ausgehen kann, dass der Kostenrahmen gehalten wird.” Deutlicher kann man nicht sagen, dass der Kostenrahmen alles andere als sicher ist. Begründet wird diese Sicherheit durch Festpreise, die mit den Bauunternehmen ausgehandelt würden. Dabei ist klar, dass die Ansicht, Festpreise böten eine Sicherheit gegenüber Kostesteigerungen, schlicht naiv und gelogen ist, denn es gibt immer gute, unvorhersehbare Gründe, warum ein Gewerk teurer wird. Und wenn ein zum Festpreis zugesagter Auftrag nicht realisiert werden kann, weil die Existenz der Bauunternehmung auf dem Spiel steht, bleibt letztlich nichts anderes übrig, als nachzuschießen.

Gleichzeitig ist ganz offensichtlich, dass der verkehrliche Nutzen für Deutschland, für das Land Baden-Württemberg, für die Region Stuttgart und für Stuttgart selbst sowohl im Güterverkehr als auch im Regional- und Fernverkehr äußerst gering einzustufen ist. Stuttgart ist und war nie ein Engpass! Für Oettinger zählte vor allem das Prestige und die städtebaulichen Chancen - wobei es ihm selbst wahrscheinlich weniger um die Stadtentwicklung an sich ging als vielmehr um die Interessen der Bau- und Immobilienbranche. Dies wurde von der Landesregierung und wird bis heute von den Projektsprechern durch einen sehr eigenartig und vor allem billig anmutenden Bundesland-Egoismus verschleiert: Baden-Württemberg bringe so viele Milliarden in den Länderfinanzausgleich ein, jetzt sei es endlich einmal an der Zeit, dass wir etwas zurück bekommen!

Andere, wesentlich wichtigere Schienenprojekte wie der Ausbau der Rheintalbahn, bleiben auf der Strecke. Natürlich wird auch hier offiziell bestritten, dass es zu Kanibalisierungseffekten käme - aber auch das ist offensichtlich gelogen, denn einen Euro kann man nur einmal ausgeben! Und wenn ein Prestigeprojekt durchgesetzt wird und gleichzeitig wichtige, hoch priorisierte andere Schienenprojekte auf die lange Bank geschoben werden, kann kein vernünftig denkender Mensch allen Ernstes behaupten, S21 kanibalisiere keine anderen Verkehrsprojekte. Und dennoch finden sich genügend Personen, die das und vieles andere uns immer und immer wieder weismachen wollen.

Wir werden auch weiterhin nicht darauf hereinfallen sondern

oben bleiben!

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Fri, 16 Sep 2011 05:53:00 -0700 16.9.2011 #s21 #cams21 "5 vor 12" - Demo und Diskussion zur Teilnahme oder zum Boykott des VE http://zwuckelmann.posterous.com/1692011-s21-cams21-5-vor-12-demo-und-diskussi http://zwuckelmann.posterous.com/1692011-s21-cams21-5-vor-12-demo-und-diskussi

Kurz vorweg: heute fanden im GWM keine Baumaßnahmen statt, da die Emsländer wegen der unter der Woche angesammelten Überstunden heute schon wieder im Emsland waren. Insofern konnten wir heute früh ungestört vor dem GWM demonstrieren.

Heute Mittag fand die Lesung des Gesetzes zum Ausstieg aus der Finanzierung von S21 im Landtag statt, mit dessen Ablehnung die Regierung den Volksentscheid auf den Weg bringen will. Vor diesem Hintergrund war eine Demo bzw. Kundgebung am Landtag angemeldet, die das Für und Wider eines Volksentscheids zum Thema hatte. Die Demo sollte eigentlich vor der Oper, also außerhalb der Bannmeile stattfinden. Hier wurde bereits hin und wieder während Parlamentssitzungen auch zu anderen Themen demonstriert. Doch als wir um kurz vor 12 vor die Oper kamen, durften wir dort nicht demonstrieren. Angeblich wäre die Bannmeile bis hinter die Oper ausgeweitet worden. Uns wurde ein Platz vor der Baustelle des Staatstheaters zugewiesen, von wo man echte Schwierigkeiten hat, den Landtag überhaupt zu sehen! Bürgernähe??? Selbst unter Schwarz-Gelb waren Demonstrationen näher am Landtag möglich. So wurde erst einmal zwischen Polizei und Versammlungsleiter diskutiert, man versuchte die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung zu erreichen und gab sich schließlich bis auf Weiteres mit dem Platz vor dem Theater zufrieden.
Es kamen etwa 40-50 S21-Gegner und zuerst hielt der Versammlungsleiter Henning Zierock von der Gesellschaft Kultur des Friedens eine kurze Rede. Dann gab es ein offenes Mikrofon. Sehr klar und sehr schnell haben sich zwei Standpunkte herauskristalisiert: Teilnahme am Volksentscheid oder Boykott.
Die Positionen sind schnell umrissen:
Für die Teilnahme am Volkseintscheid spricht, dass ein Wahlsieg, wenngleich unwahrscheinlich so doch nicht unmöglich ist, und man dann doch wenigstens die Chance einer Mobilisierung nutzen sollte. Denn wenn es uns gelänge, den demokratischen Entscheid trotz Quorum zu gewinnen, wäre das ein schnelles und eindeutiges KO-Kriterium für S21 und ein starker Sieg. Außerdem würde einem ein Boykott als undemokratisches Verhalten ausgelegt.
Gegen die Teilnahme und für den Boykott des Volksentscheids spricht, dass der Volksentscheid extrem unfair, ein Wahlsieg durch das hohe Quorum nahezu unwahrscheinlich ist und wir uns mit der Teilnahme vor den Karren dieser ungerechten Sache spannen lassen. Auch ist fraglich, wie man überhaupt bei solch einem Projekt abstimmen soll, wenn weder die Kosten des Projekts transparent sind noch die Kosten für einen Ausstieg klar und eindeutig beziffert werden. Was soll dann die Entscheidungsgrundlage sein? Durch eine Wahlniederlage, die nicht durch das Wahlergebnis, sondern durch das Nichterreichen des Quorums erreicht würde, würden wir den Gegnern noch eineKeule, diesmal die Keule der "demokratischen Legitimierung" in die Hand geben, um auf uns einzuhauen und wieder einmal zu sagen: was wollt ihr denn noch? Schlichtung, Stresstest, Volksabstimmung, das haben wir doch alles für Euch gemacht, jetzt gebt aber doch mal Ruhe! Das berechtigte Argument, dass all diese Aktionen durch fundamentale Fehler in ihrer Anlage eine reine Farce sind, wird niemand hören wollen.
Interessant war der Gedanke, dass nicht das Quorum der Haken am Voksentscheid sei, sondern dass der Volksentscheid bereits in seiner Fragestellung falsch angelegt sei. Würde man nämlich umgekehrt fragen, ob die Regierung NICHT von ihrem Kündigungsrecht gebrauch machen solle, wären die Befürworter in der Bringschuld und müssten beweisen, dass tatsächlich eine Mehrheit gegen den Ausstieg ist.

Schön war, dass ein Kamerateam der ARD vor Ort war - so dass ich mir gewünscht hätte, dass ein paar mehr Leute gekommen wären. Aber mitten am Tag ist es für uns vollzeitarbeitenden Hartz-IV-Empfänger, Arbeits- und Obdachlose auch schwierig, an so einer Veranstaltung teilzunehmen. Da ich gegen 13 Uhr zurück in mein Büro gehen musste, weiß ich nicht, wie die Veranstaltung weiter ging und ob es noch einen kleinen Spaziergang zum Landtag gegeben hat. Kleine Streams von der Veranstaltung gibt es wie immer auf http://www.cams21.de

Aufmerksam machen möchte ich noch darauf, dass die Bahn angekündigt hat, ab Montag ihre Drecksrohre auch in den Schlossgarten zu verlegen. Der Gestattungsvertrag sei von Nils Schmid unterschrieben, so dass der Schlossgarten jetzt bereits und weit vor der Volksabstimmung der Bahn ausgeliefert wurde. Allein dafür gehört Schmid abgesetzt! Die Zelte wären aber vorerst nicht betroffen, sagt Dietrich - aber wer traut schon Herrn Dietrich?! Also Augen auf, Hintern von der Couch und oben bleiben!

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Tue, 21 Jun 2011 01:54:00 -0700 21.06.2011 #s21 Trotz allem war die Besetzung des #GWM ein gutes und richtiges Zeichen http://zwuckelmann.posterous.com/21062011-s21-trotz-allem-war-die-besetzung-de http://zwuckelmann.posterous.com/21062011-s21-trotz-allem-war-die-besetzung-de

Wieder einmal kann man sich nur wundern: selbst heute noch kommt im Verkehrsfunk, dass die Straße am Schlossgarten und die Wolframstraße gesperrt seien wegen Demonstrationen gegen Stuttgart 21. Jede halbe Stunde wird das über den SWR verbreitet. Wer das hört, könnte meinen, dass die Stuttgarter nun vollkommen verrückt sind und rund um die Uhr demonstrieren. Jeder kann sich ein Bild davon machen, warum die Straßen gesperrt sind: zum einen steht die Straße am Schlossgarten voll mit Polizeibussen, zum anderen fahren aus dem GWM-Gelände Bagger und Hebebühnen aus und ein, um die Stützen für die 17 Kilometer Rohr aufzustellen. Dies wäre bei fließendem Verkehr wohl kaum möglich. Weit und breit gibt es hier aber keine Demonstration, lieber SWR. Naja, das Funkhaus steht ja auch nur einen Kilometer Luftlinie entfernt, nachschauen ist da vielleicht einfach zu viel verlangt.
Nun zu den Ereignissen von gestern Abend: grundsätzlich verstehe ich die Aktion von gestern Abend, als neun K21-Befürworter das Dach des GWM erklommen und Transparente entfalteten. Es ist ja nicht das erste Mal, dass S21-Bauzäune überwunden wurden: sowohl die Baumpflanzung im GWM-Gelände im letzten Jahr als auch die Besetzung des Parkplatzes am Nordflügel in diesem Jahr waren jeweils starke Zeichen, dass der Protest lebt. Widerstand lebt immer auch durch Symbolik, und die Besetzung gestern war ein starkes und richtiges Symbol für die Kraft des Widerstands - auch wenn jeder wusste, dass wir in der Presse zerrissen werden würden und die Aktion vollkommen übertrieben dargestellt würde, wovon man sich heute überzeugen kann.
Ich habe es gestern früh als Provokation und Einschüchterung erlebt, als mehrere Hundertschaften (über 50 Busse!?) zur Einfahrt des GWM gefahren kamen, um die etwa 100 Demonstranten zu vertreiben und der Bahn dazu zu verhelfen, mit einem durchaus umstrittenen Unterfangen, nämlich mit der Verlegung der 17 Kilometer Rohre durch Stuttgart zu beginnen. Der Polizei gebührt Respekt für ihre Zurückhaltung und Besonnenheit (Danke Herr Perrey!) den gesamten gestrigen Tag bis in die Nacht hinein - andererseits gab es genügend Demonstranten (auch mich!), die sich angesichts dieser gewaltigen staatlichen Machtdemonstration ohnmächtig und wie gelähmt fühlten. Der Bahn hingegen muss man vorwerfen, dass sie an einer Befriedung des Konflikts überhaupt kein Interesse hat, anders ist ihr Verhalten bezüglich des Stresstests mit viel zu engem Zeitplan und vollkommen fehlender Transparenz nicht zu erklären. Die Bahn bringt mit ihrem Verhalten die Grün-Rote Landesregierung in eine derart schwierige Lage, dass man dieses Vorgehen wirklich nur verurteilen kann! Wäre die Bahn wirklich an einer Befriedung interessiert, wären der Stresstest kooperativ durchgeführt, die Baustopp- und Ausstiegskosten transparent belegt und Erpressungsversuche in Richtung Landesregierung unterblieben. Jeder einigermaßen klar denkende Mensch wird zugegeben müssen, dass das Verhalten der Bahn in keiner Weise einer Befriedung dienlich ist.
Vor diesem Hintergrund ist die gestrige Aktion der Besetzung des GWM zu sehen - und ich muss sagen, dass ich die Aktion gut fand. Dass acht Polizisten wegen des Feuerwerkskörpers mit Verdacht auf ein Knalltrauma verletzt wurden, ist schlimm und der Sache sicher überhaupt nicht dienlich - unabhängig von der Schwere, aber auch unabhängig vom Wahrheitsgehalt. Über den schwerer verletzten Polizisten liest man in der Presse, dass er Demonstranten an versuchter Sachbeschädigung hindern wollte. Es gibt aber Augenzeugen, die das genaue Gegenteil berichten: der Polizist in Zivil hätte selbst versucht, Gegenstände zu zerstören und hätte andere dazu aufgerufen. Er wurde von Demonstranten auf dem Boden festgehalten, als seine Dienstwaffe sichtbar wurde. Dass ein staatlicher Provokateur auch auf diese Weise Gegenreaktionen provoziert, ist klar - welche Version nun der Wahrheit entspricht, bleibt offen - klar ist jedoch, dass es neben der in der Presse veröffentlichten Wahrheit noch eine andere Wahrheit gibt, die man nicht außer Acht lassen sollte. Und klar ist auch, dass Agents Provocateur verboten gehören. Bei derartigen Einsätzen muss die Polizei erkennbar sein! Es gab genügend Polizisten, die in Uniform über das Gelände durch die Menge gingen und sich das Treiben ansahen - ohne in irgendeiner Weise angegangen worden zu sein. Es gibt also gar keinen Grund für zivile, verdeckte Beamte in dieser Situation.
Die Situation am GWM war nicht aggressiv, sondern ausgelassen und die Menschen zu 99,9% friedlich. Dass es bei dieser Menge an Menschen und in dieser sehr emotionalen Situation auch immer Ausnahmen gibt, ist natürlich und nie zu ändern. Auch die Sachbeschädigung ist selbstverständlich zu verurteilen, denn die Aktion sollte rein symbolisch sein - aber auch dies kann man verstehen und sollte es insgesamt nicht zu hoch hängen! Wenn Jörg Nauke in der StZ schreibt, dass alte Damen Luft aus LKW-Reifen gelassen haben, Familienväter Paletten umgeworfen hätten, dann spricht es doch - unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieser Taten - Bände, dass es sich nicht um hirnlose Randalierer handelte, die sich gestern auf dem GWM versammelten, sondern um ganz normale Bürger Stuttgarts, die sich Luft machen mussten! Dies sollte von den Medien und den Verantwortlichen zur Kenntnis genommen werden!
Schließlich noch zu Herrn Dietrich: dieser macht die Grün-Rote Landesregierung für die gestrige "Eskalation" verantwortlich. Wie soll das bitte möglich sein? Herr Dietrich disqualifiziert sich einmal mehr als ernstzunehmender "Kommunikator" für dieses Projekt - und es zeigt sich einmal mehr, wie sehr die Bahn und ihr "Kommunikationsbüro" an einer guten Lösung des Konflikts interessiert sind: sie kippen eifrig weiter Öl ins Feuer!
Und Herr Bräuchle ist fassungslos. Hoffentlich geht diese Fassungslosigkeit auch mit Sprachlosigkeit einher, damit wir diesen schlimmen Provokateur und Polemiker im Dienste einer höheren Macht nicht mehr ertragen müssen.

Oben bleiben!

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