Zwuckelmanns Meinung http://zwuckelmann.posterous.com Meine Meinung zu allem, was mich bewegt - aktuell vor allem zum Widerstand gegen Stuttgart 21 posterous.com Thu, 17 May 2012 22:51:00 -0700 18.5.2012 Kritische Medien? Fehlanzeige! #blockupy #occupy #s21 http://zwuckelmann.posterous.com/1852012-kritische-medien-fehlanzeige-blockupy http://zwuckelmann.posterous.com/1852012-kritische-medien-fehlanzeige-blockupy

Dieser Tage kann man sich nur einmal mehr wundern über die Medien in Deutschland! Nahezu kritiklos wurden die umfassenden Verbote der Blockupy-Veranstaltungen hingenommen, als wäre dieser Umgang mit Grundrechten ganz selbstverständlich und nichts, was man in Frage stellen müsse. Es wurde nicht danach gefragt, ob die Verbotswut der Frankfurter Behörden angemessen sei, es wurde nicht hinterfragt, wie realistisch das Krawallszenario ist, das als Begründung für die Verbote herhalten musste, es wurde nicht gefragt, warum so viele Leute nach Frankfurt kommen und demonstrieren möchten. Zahn- und kraftlos war die Berichterstattung bei diesem so wichtigen Thema - wenn überhaupt berichtet wurde! Neben den Räumungen der illegalen Veranstaltungen in Frankfurt wurden gestern auch mehrere Busse mit Demonstranten auf der Autobahn angehalten, es wurden präventiv Personalien aufgenommen und den Mitreisenden wurden Aufenthaltsverbote für die Frankfurter Innenstadt ausgesprochen. Die Busse wurden zur Rückkehr nach Berlin gezwungen. Auch das ist vielen Medien keine Erwähnung wert.

Zwar kann man heute in einigen Zeitungen über die Situation in Frankfurt lesen, teilweise wird nun endlich sogar im Fernsehen berichtet, aber auch hier sehr zahm und unkritisch. Das ZDF zieht in seinem Bericht das Fazit, dass es sein könnte, dass die Frankfurter Behörden es etwas übertrieben hätten. In Spiegel Online wird darüber berichtet, dass die Polizei stundenlang die Proteste "tolerierte", da diese ja verboten seien. Warum wird nicht gefragt, ob die Bürger die Beschneidung ihrer Grundrechte in diesem Ausmaß überhaupt tolerieren müssen?

Warum schreien die Medien (mit löblicher Ausnahme der taz) nicht auf, wenn der Staat elementare bürgerliche Grundrechte aushebelt? Warum geht kein Druck von den etablierten Medien aus auf die Behörden, die in Frankfurt ganz offensichtlich viel zu weit gehen? Sehen die Medienmacher nicht, dass es vom Verbot von Demonstrationen zum Verbot von Berichterstattungen und der Einschränkung der Pressefreiheit nur ein kleiner Schritt ist?

Dass in Stuttgart die Medien mit ganz wenigen Ausnahmen mit dem Regierungs- und Machtstrom mitschwimmen, erfahren wir nun schon seit Jahren schmerzhaft. In den Online-Seiten des SWR, der StZ und der StN wird Frankfurt im übrigen auch nahezu totgeschwiegen. Dass aber auch renommierte überregionale Blätter und Sender ihrer ureigensten Aufgabe, nämlich kritische Aufklärung zu betreiben, so wenig nachkommen, erschreckt! Indirekt stehen auch genau diese Medien im Fokus der Occupy-Proteste, denn viele Entwicklungen, die Occupy anprangert, wären vielleicht gar nicht so weit gediehen, hätten wir mutigere, entschiedenere und ehrlichere Medien.

Oben bleiben!

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Wed, 28 Mar 2012 00:19:00 -0700 28.03.2012 Die Stuttgarter brauchen kritische Medien wie Kontext und 21einundzwanzig #s21 #AnStifter http://zwuckelmann.posterous.com/28032012-die-stuttgarter-brauchen-kritische-m http://zwuckelmann.posterous.com/28032012-die-stuttgarter-brauchen-kritische-m

Der Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, Joachim Dorfs, sagte vor wenigen Jahren sinngemäß, dass Stuttgart21 nicht gegen die Stuttgarter Zeitung zu verwirklichen sei. Und Recht hat er! Sowohl die Realisierung von S21 als auch ein Ausstieg aus S21 ist wohl nicht oder nur äußerst schwer gegen die Stuttgarter Zeitung durchzusetzen. Diese Behauptung zeugt von einem gesunden Selbstvertrauen der vierten Macht im Ländle. Und es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden ... unter der Voraussetzung, dass die Zeitung ihrem journalistischen Anspruch an Wahrheit, Ehrlichkeit und Unabhängigkeit treu bleibt.

Daran kann man jedoch berechtigte Zweifel haben - weshalb die Aussage von Herrn Dorfs wie eine Drohung klingt, dass er, der Chefredakteur, die Macht besitzt, über Wohl und Wehe von S21 (und natürlich nicht nur hierüber!) zu richten - unabhängig allen journalistischen Anspruchs.

Wären die Stuttgarter Medien ihrem Auftrag zur unbedingten wahrheitsverpflichteten Berichterstattung nachgekommen und hätten konsequent offene Fragen im Zusammenhang mit Stuttgart21 verfolgt, Stuttgart21 wäre nie soweit gediehen! Doch statt lustvoll und selbstbewusst den Finger der kritischen Presse in die vielen Wunden eines vermurksten Großprojektes zu legen, berichten diese Medien nahezu ausschließlich positiv und zahnlos über dieses Projekt und schweigen ansonsten mit wenigen folgenlosen Ausnahmen zu berechtigten Kritikpunkten. Dieses in 58 Jahren eingeübte Verhalten der Anbiederung an die Mächtigen, ja das aktive Mitverfilzen politischer, wirtschaftlicher und medialer Strukturen führt dazu, dass den Bürgern Stuttgarts und Baden-Württembergs ein Großprojekt aufgezwungen wurde, für dass sie noch viele Male und lange Jahre tief in die Tasche werden greifen müssen. Die etablierten Stuttgarter Medien tragen daran eine nicht ganz unerhebliche Mitschuld!

 

Der unausgewogene, ausgedörrte Stuttgarter Presseboden und der breite Protest gegen Stuttgart21 brachte in den vergangenen Jahren das ein oder andere schüchterne Zeitungs-Pflänzelein hervor, dass trotzig beweisen wollte, dass es überlebensfähig ist und dass es Stuttgarter gibt, die sich an ihr erfreuen und sie hin und wieder mit ein bisschen Wasser versorgen. Zwei dieser Zeitungen, so unterschiedlich in ihrer Aufmachung und Ausrichtung, sind sich gleichzeitig doch sehr ähnlich in ihrem Anspruch, guten, unabhängigen, der Wahrheit verpflichteten Journalismus zu bieten. Beide haben Anlaufschwierigkeiten, suchen verzweifelt nach Abonnenten, nach Spendern und nach Formen, wie ihr Überleben gesichert werden könnte. Beide haben sich gemacht, bilden ein breites Themenspektrum ab und sind beide einfach immer wieder sehr, sehr lesenswert. Dabei schreiben sie eben nicht gefällig und handeln auch in einer Art und Weise, an der man sich durchaus (auch als wohlwollender Abonnent!) heftig reiben kann (Stichwort eingebettete Journalisten!)

Da es bei beiden Zeitungen nicht zum Besten steht, kann ich Peter Grohmanns Aufruf nur unterstützen, dass beide Zeitungen einmal darüber nachdenken sollten, ihre Kräfte zu bündeln, um aus zwei vielleicht nicht überlebensfähigen Medien ein starkes Medium zu machen, das einen echten aufklärerischen Kontrapunkt zur etablierten Stuttgarter Medienlandschaft setzt.

Deshalb gilt gerade für Kontext und 21einundzwanzig: gemeinsam oben bleiben!!!

 

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Ein offenes Wort an die Herausgeber und Mitarbeitenden der Zeitungen Kontext und 21einundzwanzig

Liebe Freunde und Mitstreiterinnen, die Presselandschaft schrumpft, aber Stuttgart leistet sich gleich zwei alternative, unabhängige Medien: die 21einundzwanzig und Kontext. Beide Publikationen sprechen uns, mehr oder weniger, aus dem Herzen, wir brauchen faktenreichen, unabhängigen Journalismus. Wir, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, der Region, waren es, die Abonnenten und Leserinnen, die gemeinsam mit den Herausgebern und Redaktionen und der TAZ, durch viel ehrenamtliche Arbeit, Beiträge und Spenden diese beiden Zeitungen möglich gemacht haben. Jetzt, so hören wir, braucht es eine neue und gewaltige Anstrengung, um das Überleben beider Zeitungen zu sichern. Ob das gelingt, ist ungewiß. Es kann gelingen, wenn Sie sich zu einer neuen, gemeinsamen Zeitung zusammentun!

Schließt Euch zusammen! Schafft für uns, die Menschen in der Stadt, im Land, ein Printmedium auch fürs Internet, eine gemeinsame Zeitung, die die bisherigen Qualitäten, Ideen und Menschen zusammenführt! Wartet nicht.

Peter Grohmann

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Mon, 12 Mar 2012 02:29:00 -0700 12.3.2012 #s21 Schmierenjournalismus vom Feinsten #vuck21 http://zwuckelmann.posterous.com/1232012-s21-schmierenjournalismus-vom-feinste http://zwuckelmann.posterous.com/1232012-s21-schmierenjournalismus-vom-feinste

Darauf hat die Welt gewartet! Ein neues Stück billiger Schmierenjournalismus ganz im Zeichen der ewiggestrigen Befürworter von Stuttgart21. Auf Twitter wird von der Stuttgarter Zeitung verbreitet, dass der Widerstand bröckele, und es wird auf einen Artikel verwiesen, der "Protest im Hamsterrad" titelt. Wieder wird versucht, vergleichsweise platt und wenig differenziert den Widerstand kleinzureden. Das ist so billig und durchschaubar und gleichzeitig lächerlich, dass es schon fast physisch weh tut!

Beim Lesen kann ich mich erneut des Eindrucks nicht verwehren, dass sich hier Redakteure der Lokalzeitung vor einer Woche zum ersten Mal auf eine Montagsdemonstration gegen Stuttgart21 verlaufen haben. Wenn nicht, muss man sich fragen, wann sie das letzte Mal dort waren, wenn sie schreiben: "Davon abgesehen hat sich einiges verändert, seit zu den Hochzeiten bis zu hunderttausend Menschen durch die Innenstadt zogen, um gegen Stuttgart 21 zu protestieren. Mehr als drei Monate nach dem Volksentscheid ist vor dem Bahnhof ein vergleichsweise kleines Häufchen von Demonstranten übrig geblieben, für die der wöchentliche Montagsaufzug zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden ist." Denn die Hochzeit war im Hebst 2010, also vor eineinhalb Jahren, und heute wird festgestellt, dass im Vergleich dazu ein "kleines Häufchen" übriggeblieben sei. Wo waren die Redakteure in der Zwischenzeit? Richtig, nicht vor Ort! Und warum wird derart abfällig über bürgschaftliches Engagement geschrieben? Dass heute nun die 115. Montagsdemonstration stattfindet, die noch immer Woche für Woche rund 2.000 Menschen auf die Straße bringt, sollte keine Zweifel an der Vernunft der Bürger, die sich hier engagieren, schüren, sondern im Gegenteil eigentlich zu Fragen ermuntern, warum es für so viele Menschen noch immer so viel Grund gibt, auf die Straße zu gehen! Glauben Sie mir, liebe StZ, ich wüsste mit meinen Montag Abenden besseres anzufangen, als bei Wind und Wetter auf der Straße zu stehen! Und bitte schaut Euch die zahlreichen Fotos der letzten Montagsdemo an und zählt einfach einmal die Köpfe! Die von der Polizei genannten 600 Demonstranten, die Ihr zitiert, sind so offensichtlich politisch motiviert, das solltet selbst Ihr erkennen!!

Dass die Gedächtnisse der Redakteure nicht die besten sind, merkt man gleich darauf an folgender Äußerung: "Längst werden nicht mehr nur zum Thema Stuttgart 21 Bürgerbriefe verteilt. Auch AKW-Gegner, Friedensaktivisten, Anbieter von Notstromaggregaten und Initiativen wie das Forum Stadtwerke 2012 werben für ihre Interessen. Zwischen den unterschiedlichsten Transparenten und Flaggen weht die rote Fahne der DKP. Auf die Pappschilder sind Sätze gemalt wie „Geißler, Sie Judas!“ oder „Stuttgart grüßt Kairo“." War das jemals anders? Die Montagsdemonstrationen waren nie eine thematisch abgeschottete Veranstaltung, es wurde natürlich immer auch auf andere Mißstände aufmerksam gemacht - und natürlich schwimmen im Kielwasser auch Vereinigungen, deren Ziele man nicht gutheißen muss. Das, liebe StZ, war aber niemals anders!!

Dann werden Conradi und Stocker bemüht, die sich genauso kritisch mit der Bürgerbewegung auseinandersetzen, wie wohl jeder, der sich hier engagiert. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Wir diskutieren und diskutierten immer schon intern, was die richtige Linie ist, was die richtige Form des Protests, wie wir uns organisieren sollen etc.pp. Worüber die StZ leider überhaupt kein Wort verliert, ist, dass es genau das Engagement der Parteien war, die die Bürgerbewegung in eine so schwierige Lage gebracht hat, denn nicht zuletzt waren es die im Bündnis engagierten Parteien und Parteigänger, die sich für die Schlichtung, für den Stresstest, für die Volksabstimmung ausgesprochen haben - und die gleichzeitig immer darauf geschaut haben, dass das Bild des Protests nach draußen "sympathisch" und "anständig" wirkt. Mir und vielen anderen geht es um Protest! Und da ist es mir egal, wie ihn andere Bürger aufnehmen, ob er "sympathisch" oder "anständig" wirkt. Ich nehme mein Recht war, zu demonstrieren und zu protestieren, ob auf der Schillerstraße oder auf dem Marktplatz! Was an diesen Demos und den Kundgebungen "derb und laut" sein soll, erschließt sich mir nicht!

"Die Bäume sind gefällt, doch die Parkschützer halten beharrlich an den Montagsdemos, Kundgebungen und Trauermärschen fest. Sie kämpfen auch gegen den Bedeutungsverlust. Das Aktionsbündnis gegen den Tiefbahnhof steht vor ähnlichen Problemen: So schaffte es Hannes Rockenbauch zu besten Zeiten regelmäßig bis in die „Tagesschau“ und machte sich mit spektakulären Besetzungsaktionen am Bahnhof als „linker Flügelstürmer“ einen Namen." Was bezweckt die StZ nun mit diesem Absatz? Der erste Satz klingt so, als müssten oder sollten wir jetzt auffhören, zu demonstrieren, wo die Bäume gefällt sind! Das hätten sie gerne! Und dass Rockenbauch regelmäßig in der Tagesschau gewesen sei, ist nun auch schon viele, viele Monate her und war auch nur im Nachklang zum 30.09. so. Hier wird ein Bild vermittelt, das so einfach nicht stimmt.

Auch an der Samstagsdemo war die StZ offensichtlich nicht vor Ort. Wie sonst sind so faktisch falsche Sätze zu erklären wie: "Das bekamen am Samstag erneut die Wochenendeinkäufer in der Innenstadt zu spüren. Polizisten riegelten die Willy-Brandt-Straße ab, während ein Trauerzug der Parkschützer zum Planetarium zog." Die Polizei hat die Willi-Brandt-Straße nicht abgesperrt, der Zug lief auf dem Seitenstreifen entlang, der Verkehr konnte relativ ungehindert daran vorbei fließen. Ganz im Gegenteil musste man sich als Demonstrant wundern, wie die Polizei so viele Menschen direkt neben einer so vielbefahrenen Straße laufen lassen konnte! Das war nicht ganz ungefährlich!

Fazit: Liebe StZ, warum versucht Ihr noch immer ein ums andere Mal die Bürgerbewegung gegen S21 zu diskreditieren und klein zu reden? Aus vielen Eurer Äußerungen geht hervor, dass Ihr eben nicht vor Ort gewesen seid, was man darüber hinaus leicht daran erkennt, dass Ihr häufig kritiklos dpa-Meldungen von Ereignissen vor Eurer Haustür übernehmt. Der Widerstand, die Bürgerbewegung gegen S21 lebt! Das ist die gute Nachricht! Dass wir uns immer wieder nach Rückschlägen neu erfinden müssen, ist doch eine Selbstverständlichkeit und schon häufiger passiert! Und dass es immer wieder zu großen Diskussionen um die richtige Richtung kommt, ist doch nun auch nichts Verdammenswürdiges! Ganz im Gegenteil zeigt sich hier, dass wir so lebendig wie eh und je sind. Und ich bin mir sicher, dass wir uns neu erfinden und weitere neue, kreative Formen des Protests finden werden. Grund zum Protest haben wir ja genug, wie Ihr, wenn Ihr denn nur wolltet, auch einmal berichten könntet. Aber dazu ist der Filz, in den Ihr fest eingewoben seid, wohl einfach zu dicht und schwarz. Schade! Lieber redet Ihr uns klein und leutet mal wieder unser Totenglöckchen.

Als Alternative bleiben die Kontext:Wochenzeitung und die Einund20, beides hervorragende Blätter, an denen sich mancher Redakteur und Journalist der StZ und StN eine Scheibe abschneiden könnte.

Oben bleiben!

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Thu, 19 Jan 2012 00:17:00 -0800 19.01.2012 #s21 Die Verführbarkeit der Stuttgarter Medien #cams21 http://zwuckelmann.posterous.com/19012012-s21-die-verfuhrbarkeit-der-stuttgart http://zwuckelmann.posterous.com/19012012-s21-die-verfuhrbarkeit-der-stuttgart

Offener Brief an Josef-Otto Freudenreich, Kontext:Wochenzeitung


Lieber Herr Freudenreich,

offenbar hat die Kontext:Wochenzeitung ordentlich Gegenwind erhalten wegen Ihrer Einbettung in die Arme(e) der Polizei während der Räumung der Straße am Schlossgarten. Nicht anders ist Ihr Artikel "Ein Schritt daneben" zu verstehen, in dem Sie sich nochmals rechtfertigen, warum sie sich haben einbetten lassen. Ich bin froh über diesen Gegenwind und erschreckt über Ihre Reaktion darauf! Natürlich ist es immer gut, auch mal ein Schritt neben sich zu stehen - man sollte aber tunlichst darauf achten, wo man steht, denn am Abgrund (und Ihre Zeitung steht bei Weitem nicht auf festem Grund) lässt man das wohl besser. Aber Sie haben sich anders entschieden.

Neben Ihrer Rechtfertigung, dass Sie ja nicht nur eingebettet gewesen wären, sondern auch uneingebettet vor Ort waren, so also beide Sichten hätten, ist in meinen Augen scheinheilig, denn darum geht es ja gar nicht. Und wenn Sie Ihren Kritikern vorwerfen, "überall nur Feinde zu wähnen" und damit implizit sagen, dass die Gegner von S21 nicht differenzieren könnten, sondern alle und jeden über ein und denselben Kamm scheren würden, liegen Sie auch falsch und haben ganz offensichtlich nicht verstanden, um was es hier geht. Und genau dieses Unverständnis erschreckt mich zutiefst und lässt mich zweifeln, ob ich Kontext wirklich weiterhin unterstützen möchte!

Ich will versuchen, Ihnen zumindest meine Kritik an Ihrem Verhalten darzulegen: meine Kritik an Ihrer Einbettung speist sich aus der Gewissheit, dass Sie ein zentrales Stück Ihrer journalistischen Seele verkauft und damit der gesamten anderen schreibenden und berichtenden Zunft einen Bärendienst erwiesen haben. Anstatt konsequent die Fahne der Pressefreiheit hoch zu halten und zu verteidigen und darauf zu pochen, als Journalist ungehinderten Zugang zu dem geplanten Einsatz zu erhalten, wie es Ihr gutes Recht gewesen wäre, haben Sie sich verführen lassen. Die Polizei hat Ihnen ein Stöckchen hingehalten, und sie sind darüber gesprungen, anstatt sich das Stöckchen genau anzusehen, wie es Ihre journalistische Pflicht gewesen wäre, und sich genau zu überlegen, was es nicht nur für Sie selbst, sondern für den Journalismus ansich bedeutet, wenn Sie jetzt darüber springen.

Sie rechtfertigen Ihr Handeln damit, dass andere Mitarbeiter der Zeitung Ihnen beim Springen zusehen würden und dass das sogar die Objektivität der Berichterstattung fördern würde. Dabei übersehen Sie, dass Sie durch Ihren Sprung, durch Ihren One-Night-Stand (oder wird dies nun gar eine länger andauernde Affäre?) eben den eingebetteten Journalismus legitimieren und für Recht erklären. Und das genau ist er nicht, Herr Freudenreich! Eingebetteter Journalismus ist kein besonderes Recht, sondern beschneidet Ihr und unser aller Recht auf freie Berichterstattung und Pressefreiheit!

Aus dem Bericht Ihrer eingebetteten Journalisten ist herauszulesen, wie geehrt diese sich fühlten, wie gebauchpinselt, von der Polizei eingeladen worden zu sein, mal hinter die Kulissen schauen zu dürfen und im Polizeibus neben all den vielen Uniformierten stehen zu dürfen. Das hat eben nichts mit ehrlichem Journalismus zu tun! Darüber hinaus hat der Bericht darüber einen Informationswert, der gegen Null tendiert! Und wenn das Fazit der Journalisten ist, dass dann während des tatsächlichen Einsatzes die Einbettung keine Rolle mehr gespielt hätte, weil ja auf der Straße am Schlossgarten alle Journalisten sich frei hätten bewegen dürfen, ist das ebenso kurz gedacht wie heuchlerisch. Denn nur, weil die Polizei auch zum Beispiel meinen Kollegen von cams21 erlaubte, von dort zu berichten, sind wir und alle anderen nicht eingebetteten eben auf den guten Willen der Polizei angewiesen gewesen! Sind Sie sich sicher, dass die Polizei diesen Goodwill auch bei der Parkräumung
zeigen wird?

Wäre es nicht viel ehrlicher gewesen, zu berichten, dass die Inszenierung der Polizei komplett übertrieben gewesen ist und ganz offensichtlich einzig dem Zweck diente, aller Welt zu zeigen, wie bedacht und deeskalierend sie vorgeht? Waren Sie in der vergangenen Woche jemals vor Donnerstag Nacht am Südflügel? Dann hätten Sie sehen können, dass wir nachts oft nur 5 bis 10 Leute waren. Es wäre ein Leichtes gewesen, die Straße zu räumen, es hätte weder 2.000 Polizisten dafür bedurft noch aufblasbare, beleuchtete Ausgangsschilder, noch Laufanzeigen am Polizeibus, noch ein Transparent aus dem Fenster, das den Weg zum Ausgang weist. Der Einsatz wäre innerhalb einer halben Stunde erledigt gewesen! Es wäre aber natürlich weit weniger öffentlichkeitswirksam gewesen als das nun platt inszinierte Räumungs-Event. Die Finte der Polizei, im Schlossgarten anzukündigen, die Zeltstadt zu räumen, um möglichst viele Gegner von der Straße in den Park zu locken, wird von Ihnen zwar erwähnt, dass die Polizei hier aber ungesehen von den eingebetteten Medien durchaus provozierte und vielleicht auch Panikhandlungen von Bewohnern oder Parkschützern willentlich in Kauf genommen hat, bleibt gänzlich unerwähnt. Auch wissen Sie wahrscheinlich nicht, dass Fotografen und Filmteams absichtlich von den Polizisten im Park geblendet wurden, um eine bildliche Berichterstattung der Vorgänge dort zu verhindern. Dass die Polizei, sobald die eingebetteten Medien nicht mehr anwesend waren, wesentlich ruppiger vorgegangen sind, wissen Sie natürlich auch nicht. Und genau das passiert wohl, wenn man sich in fremde Betten legt - man wird blind für das, was wirklich passiert und legitimiert gleichzeitig das unanständige Angebot der Polizei

Dadurch dass Sie durch Ihre Einbettung diese Form des exklusiven, abhängigen Journalismus gutheißen und legitimieren, beschneiden Sie uns allen anderen unsere Rechte! Und genau das werfe ich Ihnen vor! Durch die Teilnahme an dieser Aktion leistet die Kontext:Wochenzeitung der Aushölung der Pressefreiheit Vorschub. Und das möchte ich eigentlich nicht unterstützen.

Es grüßt Sie enttäuscht
Ihr Zwuckelmann

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Thu, 24 Nov 2011 08:43:00 -0800 Aufklärung für Unentschlossene #s21 #cams21 #JA http://zwuckelmann.posterous.com/aufklarung-fur-unentschlossene-s21-cams21-ja http://zwuckelmann.posterous.com/aufklarung-fur-unentschlossene-s21-cams21-ja

Wer sich bisher noch nicht entscheiden konnte, ob er am Sonntag für Ja oder Nein stimmen soll, nehme sich eine halbe Stunde und informiere sich unter folgenden, brandaktuellen Links:

Frontal21-Bericht vom 23.11.2011 zur katastrophalen Kostenentwicklung von S21:

Frontal21-Interview: der Stresstest ist nicht bestanden!

Die Alternative: So sieht K21 aus (von den Architekten für K21)

Und hier noch drei wichtige Bestandsaufnahmen zu den Machenschaften, Betrügereien und Ungereimtheiten in Zusammenhang mit S21 aus der Kontext Wochenzeitung:

Fahrlässig Interview mit Martin Ruoff vom Prüfungsamt des Bundesrechnungshofs

Das Spiel mit dem Feuer von Arno Luik

Ignoranz21 von Meinrad Heck

Mit Ja zu stimmen, ist keine Schande, sondern zeugt von Vernunft!

Oben bleiben!

 

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http://files.posterous.com/user_profile_pics/969537/Parkschuetzerplus.jpg http://posterous.com/users/1kW9KweNcFr3 Zwuckelmann Zwuckelmann Zwuckelmann
Tue, 08 Nov 2011 22:48:00 -0800 09.11.2011 #s21 #9000 Der Wahnsinn gewinnt an Kontur http://zwuckelmann.posterous.com/09112011-s21-9000-der-wahnsinn-gewinnt-an-kon http://zwuckelmann.posterous.com/09112011-s21-9000-der-wahnsinn-gewinnt-an-kon

Die Rahmenbedingungen für die nahe Zukunft sind:

  • am 27.02. endet die vegetationsfreie Periode, bis dahin müsste die Bahn im Park Fakten geschaffen haben
  • Innerhalb von 3 bis 4 Wochen will die Bahn die Fakten geschaffen haben
  • 200 Containerzellen auf dem Cannstatter Wasen
  • 9.000 Polizisten in drei Schichten a 3.000 sollen kommen, um das Gebiet Südflügel und geplante Baugrube im Mittlerer Schlossgarten zu schützen
  • Südflügelabriss und Baumfällungen werden parallel durchgeführt
  • Ob die Gewerkschaft der Polizei einen so massiven Einsatz über die Weihnachtsfeiertage zulässt, ist äußerst fraglich
  • Ein solch massiver Einsatz vor der Volksabstimmung wäre sicher nicht durchsetzbar
  • Also bleibt für einen geregelten, vorbereiteten Einsatz der Zeitraum direkt nach der Volksabstimmung bis vor Weihnachten oder aber direkt nach Weihnachten bzw. im neuen Jahr
  • Die Polizei ist darauf angewiesen, dass die Bahn ihre Aktivität rechtzeitig, das heißt mindestens zwei Wochen im Voraus ankündigt. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass ein so großer Einsatz in vollkommener Geheimhaltung geplant werden kann. Sollte die Bahn schneller loslegen wollen, wird es zum Chaos kommen.

Ich sitze am Frühstückstisch und kann ob dieses Wahnsinns nur mit dem Kopf schütteln! Wenn man ein Projekt nur so glaubt durchsetzen zu können, muss etwas gewaltig schief gelaufen sein!

Und ich bleibe dabei: S21 fällt durch den Protest auf der Straße! Also packt Euren Demo-Rucksack und spart Euch Euren Urlaub für den "D-Day"!

Unfassbarer Wahnsinn, das alles!

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