Zwuckelmanns Meinung http://zwuckelmann.posterous.com Meine Meinung zu allem, was mich bewegt - aktuell vor allem zum Widerstand gegen Stuttgart 21 posterous.com Tue, 26 Jun 2012 21:40:00 -0700 27.6.2012 Unsere Bürgerbewegung muss sich endlich demokratisieren! #s21 http://zwuckelmann.posterous.com/2762012-unsere-burgerbewegung-muss-sich-endli http://zwuckelmann.posterous.com/2762012-unsere-burgerbewegung-muss-sich-endli

Wir dürfen uns nichts vormachen: Auch in unserer Bürgerbewegung gegen Stuttgart21 geht es wie in allen anderen Organisationen, Parteien und Verbänden um Macht und Einfluss. Und überall menschelt es und überall wird intrigiert und geheim verhandelt. Bis heute ist mir jedoch nicht klar, wie die tatsächlichen Strukturen unserer Bürgerbewegung aussehen. Ich weiß, dass es ein Aktionsbündnis gibt, in dem viele wichtige Leute sitzen; es gibt “aktive Parkschützer” und normale Parkschützer; ich weiß vom Parkschützerrat; es gibt Stadtteilgruppen, Bezugssgruppen, viele Spezialistengruppen und eine große Menge, die wie ich mehr oder weniger gar nicht organisiert ist. Als es viel zu tun gab, habe ich diese Strukturen nicht weiter hinterfragt, denn ich hatte den Eindruck, dass ein Rädchen ins andere greift und alles ganz gut läuft. Zwar gab es immer wieder Entscheidungen, bei denen ich mich fragte, wer diese jetzt wieder getroffen hat und in welchem Namen diese getroffen wurden, aber wirklich Zeit, mich mit der Struktur auseinanderzusetzen, gab es keine.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns aber mit unserer Struktur auseinandersetzen müssen - und ich glaube, dass jetzt ein guter Zeitpunkt dafür ist. Wir müssen uns aktiv und demokratisch organisieren, müssen uns von den bekannten, auch bequemen Strukturen trennen und uns emanzipieren! Ansonsten verbleiben wir selbstverschuldet in Unmündigkeit - und das ist für mich unerträglich!

Emanzipation erfordert Aufklärung und Transparenz! Und Emanzipation kann nur gelingen, wenn man der Realität ins Auge schaut und aufhört, wichtige Aspekte zu verdrängen! Zu diesen Realitäten gehört unsere undemokratische Struktur genauso wie der gerodete Schlossgarten, der Verrat der Grünen nach der Landtagswahl, unsere Fehler bei der Volksabstimmung und vieles andere mehr. Manches ist nicht aufgearbeitet, anderes wird verdrängt. Das alles muss ein Ende haben, wenn wir weiterhin eine Bürgerbewegung sein wollen, die diesen Namen verdient.

Zwei Beispiele hierzu: So wichtig das Aktionsbündnis viele Monate für uns war und unabhängig davon, dass viele Leute darin mit ungeheurer Energie sehr viel für uns geleistet haben, müssen wir endlich hinterfragen, ob es heute noch das Gremium ist, das in dieser Form und Zusammensetzung unsere Geschicke lenken und uns nach außen vertreten soll. Denn es handelt sich um ein nicht gewähltes Gremium, das intransparent und hinter verschlossenen Türen über unsere Geschicke verhandelt und wichtige Entscheidungen ohne uns trifft. In ihm sitzen viele Organisationen und Parteifunktionäre, die auch oder sogar bevorzugt ganz eigene Interessen verfolgen und so quasi “zwei Herren dienen”. Dass das nicht immer zum Besten für unsere Bewegung ist, sollte klar sein. Auch müssen wir endlich einmal hinterfragen, welche Rolle das Aktionsbündnis bei der Volksabstimmung spielte, welche bei der Schlichtung. Das Aktionsbündnis entscheidet ja nicht nur darüber, wo die Montagsdemo stattfinden soll und wer dort reden darf, die Tätigkeiten sind viel weitreichender - nämlich in Parteien und Organisationen hinein. Warum wurde beispielsweise kein Widerstandskandidat für die OB-Wahl aufgestellt? Liegt es vielleicht daran, dass sich vor allem die grünen Parteigänger im Aktionsbündnis dagegen wehrten, um Fritz Kuhn die Konkurrenz vom Leib zu halten und doch die parteipolitische Linie statt den Widerstand zu unterstützen? Ich könnte noch unzählige Fragen stellen, die wichtig sind, die mir aber wahrscheinlich niemand ehrlich beantworten wird.

Genauso ist zu hinterfragen, ob ein “Pressesprecher” einer kleinen, elitären Bezugsgruppe, die sich in Abgrenzung zur dann logischerweise passiven Masse der Parkschützer “Aktive Parkschützer” nennt, das Recht hat, sich als Pressesprecher einer ganzen Bewegung oder eines großen Teils davon auszugeben – unabhängig davon, dass er sich zweifellos auch um die Bürgerbewegung als Ganzes verdient gemacht hat. Diese Bezugsgruppe ist auch die einzige, die im Aktionsbündnis vertreten ist und hinter verschlossenen Türen Fäden zieht.

Der Parkschützer-Rat hingegen scheint ein relativ offenes Forum zu sein, in dem sich die Vertreter von Bezugsgruppen und anderen Widerstandsgruppen austauschen. Viel Macht hat der Parkschützer-Rat leider jedoch nicht und ist inzwischen auch nur noch mäßig besucht.

Wie gesagt, mir ist bis heute nicht ganz klar, wie die Struktur der Bürgerbewegung tatsächlich aussieht. Was mir aber klar ist, dass sie nicht demokratisch ist und dass sich Menschen und Organisationen in den Vordergrund spielen, die über keine Legitimierung verfügen. Solange sie um die Sache kämpfen, ist das lobenswert. Sobald es ums eigene Interesse geht, ist es zu hinterfragen. Und da das bis heute nicht transparent ist, ist auch nicht auszuschließen, dass bei vielen Entscheidungen unserer selbsternannten “Gremien” andere als unsere Interessen eine entscheidende Rolle spielen.

Und schließlich ist mir nicht klar, wer das ganze Geld erhält, das ich regelmäßig in die Sammelbüchsen werfe. Ich bin mir sicher, dass es gut verwendet wird, aber es bleibt ein eigenartiges Gefühl zurück, Geld zu spenden, ohne zu wissen, wohin es genau fließt und wofür es verwendet wird. (Update: Spenden gehen in der Regel an den Umkehrbar e.V., der daraus die Montagsdemos, das Parkschützerbüro etc. finanziert. Die Verwendung der Spendenmittel ist selbstverständlich nicht willkürlich, sondern wird über den Umkehrbar e.V. und den Parkschützerrat organisiert - und dies im Rahmen der Möglickeiten durchaus demokratisch. Meine Kritik bezieht sich in erster Linie auf die allgemeinen Strukturen, die für mich einfach undurchsichtig bleiben.)

Deshalb wünsche ich mir (und mit mir inzwischen viele andere Einzelpersonen oder Gruppen!), dass wir darüber diskutieren, wie wir uns demokratisch organisieren wollen. Nur demokratische Strukturen werden dazu führen, dass sich alle Aktivisten und Sympathisanten im Widerstand vertreten fühlen und sich in der Weise artikulieren können, wie sie es möchten. Es ist auch die einzige Möglichkeit, klare Verantwortlichkeiten zu vergeben und Verantwortung zuzuweisen und einzufordern. Deshalb halte ich einen Verein für die geeignetste Form, denn hier lassen sich ganz transparent und für alle nachvollziehbar demokratische Strukturen in einer anerkannten Rechtsform schaffen, auf die jeder Einfluss nehmen kann, wenn er denn will. Dass es viele Widerstände gegen eine Re-Organisation geben wird, ist klar, denn niemand gibt gerne Macht, Einfluss und Pfründe freiwillig ab. Aber ich fürchte, ohne Transparenz und ohne demokratische Mitbestimmung wird die Bürgerbewegung schwächer und schwächer, so dass wir diese Demokratisierung dringend in Angriff nehmen sollten! Und schließlich gilt im Kleinen wie im Großen: wir sind das (Widerstands-) Volk! Und wir müssen unsere Geschicke selbst und eigenverantwortlich in die Hand nehmen! Selbstbewusst! Emanzipiert! Und aufgeklärt!

Reden wir darüber! Die nächste Gelegenheit, eine solche Diskussion zu führen, bietet sich beim großen Ratschlag kommenden Sonntag!

Oben bleiben!

Permalink

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/969537/Parkschuetzerplus.jpg http://posterous.com/users/1kW9KweNcFr3 Zwuckelmann Zwuckelmann Zwuckelmann
Tue, 20 Dec 2011 00:23:00 -0800 20.12.2011 Ja zum Schlichterspruch, aber ... #s21 #9000 http://zwuckelmann.posterous.com/20122011-ja-zum-schlichterspruch-aber-s21-900 http://zwuckelmann.posterous.com/20122011-ja-zum-schlichterspruch-aber-s21-900

Gestern hat das Bürgerforum ohne Teilnahme irgendwelcher Bürger getagt und ist zu einem nicht sehr überraschenden Ergebnis gekommen: "Heiner Geißlers Schlichterspruch vollständig umzusetzen, wonach alle gesunden Bäume verpflanzt werden müssen, erscheint unmöglich."

Brauchte es für dieses Fazit tatsächlich eine Expertenrunde? So wie das Projekt bisher gelaufen ist und vorangetrieben wurde, war auch die gestrige Veranstaltung eine reine Farce. Und einmal mehr entpuppen sich die "Zugeständnisse" der Projektbefürworter als Lügen, die das Papier nicht wert sind, auf denen sie stehen. Denn die Befürworter haben noch vor nicht allzu langer Zeit getönt, dass sie sich natürlich an den "Schlichterspruch" von Heiner Geißler halten würden. Nun, wo es konkret wird, heißt es: zu teuer, zu umständlich, zu viele "Kolateralschäden". Wär hätte das gedacht!

Obwohl es offenbar theoretisch möglich ist, alle Bäume zu versetzen, sucht man nun nach Ausreden, warum man sich nicht an den Schlichterspruch halten könne. Die Kosten dürften hierbei eigentlich kein Argument sein, denn allen muss klar gewesen sein, dass diese, als man den Schlichterspruch akzeptierte, sehr hoch sein werden. Dass man geeignete Standorte suchen muss, war auch klar - dass nun zu wenige gefunden werden konnten, halte ich für mehr als fadenscheinig - und ist darüber hinaus natürlich nicht nachprüfbar. Das Argument, dass es hohe Kolateralschäden gäbe, verstehe ich nicht, denn die Bäume stehen auf einem Grund, der zur Baugrube wird und der direkt neben einer großen mehrspurigen Straße liegt. Wo hier "Kolateralschäden" auftreten sollen, erschließt sich mir nicht. Eine Handgranate in einem Fliegerbombenkrater hinterlässt keine Kolateralschäden! Und wenn als Argument in diesem Zusammenhang gesagt wird, dass der Park denkmalgeschützt sei, kann man sich nur an den Kopf fassen und fragen, wieso dann ein solcher Eingriff überhaupt möglich sein soll! Wie beim denkmalgeschützten Bahnhof gibt es auch beim denkmalgeschützten Park eine Ausnahmegenehmigung, die den niedrigen Status, den der Denkmalschutz in Stuttgart seit langem besitzt, einmal mehr offenbart. Und dass die Chancen, dass ein 200 Jahre alter Baum an anderer Stelle anwächst, absolut gering sind, muss auch jedem einigermaßen vernünftigen Menschen schon bei der "Schlichtung" klar gewesen sein. Schon das Sprichwort sagt nicht umsonst: alte Bäume verpflanzt man nicht! Die Parkschützer und die Gegner von Stuttgart 21 wollen ja in erster Linie gerade die besonders alten, mächtigen Bäume schützen. Wenn nun gesagt wird, dass die vielen kleinen Bäume versetzt würden, aber gerade die großen, prächtigen und besonders erhaltenswerten leider, leider gefällt werden müssten, so ist das ein Witz - und für Parkschützer letztlich nicht akzeptabel! Denn genau um diese Bäume dreht es sich!

Das dies alles nun, wenige Tage vor der seit langem geplanten Fällung, in einer "Expertenrunde" besprochen wurde, ist peinlich, absurd und vollkommen unnötig! Was sollte ein solches Gremium auch anderes hervorbringen, wo die Bäume bereits dem Untergang geweiht sind?

Alle Ideen, was mit den Bäumen nach deren Verpflanzung geschehen soll, sind aber auch nicht besser. Was soll der Unfug, für jeden alten, gefällten Baum einen anderen alten Baum irgendwo auf der Gemarkung Stuttgart besonders zu schützen? Welch Unsinn!!! Genauso wie es mehr als peinlich ist, nun die Fällung schön zu reden und "Lernorte im Wald" einzurichten, wo man die Stämme als "Lebensraum" für allerlei Tiere vermodern lassen will. Aber genau dazu war diese Veranstaltung gedacht: den Bürgern die Fällung der Bäume so schmackhaft und verdaulich wie möglich zu machen! "Wir können nicht anders, aber wir machen das beste draus!" Dabei hieße ein ernsthaftes Ja zum Schlichterspruch in letzter Konsequenz das Aus für Stuttgart21.

Wie bereits so oft kann man gar nicht genug essen, wie man ... möchte in Anbetracht dieses ewigen S21-Schmierentheaters, das uns Stuttgarter Bürgern ununterbrochen weichgespülte Basta-Politik als "Bürgerbeteiligung", rein wirtschaftlich getriebene Machtpolitik als "Demokratie" und politisch motivierte Ausnahmeregelungen und die gezielte Kriminalisierung kritischer Bürger als "Rechtsstaat" verkaufen will.

Oben bleiben!

Permalink

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/969537/Parkschuetzerplus.jpg http://posterous.com/users/1kW9KweNcFr3 Zwuckelmann Zwuckelmann Zwuckelmann
Tue, 17 May 2011 22:46:00 -0700 18.05.2011 #s21 #k21 Rückzugsgefechte? Neuformierung? Die Befürworter krakeelen mal wieder über alle Kanäle http://zwuckelmann.posterous.com/17052011-s21-k21-ruckzugsgefechte-neuformieru http://zwuckelmann.posterous.com/17052011-s21-k21-ruckzugsgefechte-neuformieru

Heute früh im Radio: Ramsauer droht der neuen Regierung, endlich klar Stellung zu S21 zu beziehen. Die Kosten einer weiteren Verzögerung würden dem Land in Rechnung gestellt. Die neue Regierung ist ja auch schon 5 Tage (!) im Amt, da kann man ja schon erwarten, dass in dieser einfachen Sache klar entschieden wird! ... Lieber Herr Ramsauer, vielleicht kehren Sie erst einmal vor Ihrer eigenen Tür und entscheiden in Ihrer lähmenden Langmut einfach mal selber etwas flotter, immerhin sind Sie bereits einige Jahre im Amt! Und bitte, sichten Sie selbst die Unterlagen zu S21 und denken mal ein bisschen nach. Ich gebe Ihnen ... 5 Tage, das muss reichen!

Dann ein großer StZ-Kommentar, prominent auf der Titelseite des Regionalteils, von Nauke über die 75. Montagsdemo. An der Teilnehmerzahl würde man erkennen, dass der Widerstand bröckele - es seien keine 10.000 mehr, sondern nur noch ein harter Kern von 1.500, die zur Montagsdemo kommen würden. Viele würden sich auch wegen der unqualifizierten Redebeiträge vom Widerstand abwenden. ... Lieber Herr Nauke, es gab bereits zahlreiche Montagsdemos, bei denen die Redebeiträge nicht zu den Highlights rhetorischer Künste gehörten. Bei 75 Veranstaltungen dieser Größenordnung ist das kein Wunder. Und leider, leider waren wir nicht sehr oft über 10.000 Teilnehmer. Daher stellt die letzte Montagsdemo überhaupt nichts besonderes dar - weder im Negativen, noch im Positiven. Und den Widerstand durch Zitate von Herrn Stocker oder Herrn Wölfle spalten zu wollen, wird Ihnen nicht gelingen, denn der Widerstand ist bunt und wir schaffen es bisher erstaunlich gut, tolerant die verschiedensten Meinungen und Aktionen zu integrieren. Das ist unsere Stärke, ob es Ihnen passt oder nicht.

Und dann Herr Serwani, FDP-Vorsitzender in Stuttgart: Die Zelte müssen weg, der Schlossgarten soll wieder den Bürgern gehören! ... Lieber Herr Serwani, offenbar sollten Sie mal ihr Gehirn einschalten, bevor Sie reden! Die Zelte stehen genau in dem Teil des Schlossgartens, der, wenn es nach Ihnen ginge, bereits eine riesige Baustelle wäre. Gerade die Zelte und ihre Bewohner sorgen dafür, dass der Schlossgarten den Bürgern erhalten bleibt! Ihre Äußerung enttarnt Ihren geistigen Horizont - und steht symptomatisch für Ihre Partei.

Trotz all dieser Anfeindungen, wir bleiben oben und lassen nicht zu, dass vor einem transparenten Stresstest weiter Fakten geschaffen werden!

Augen auf und oben bleiben!

Permalink

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/969537/Parkschuetzerplus.jpg http://posterous.com/users/1kW9KweNcFr3 Zwuckelmann Zwuckelmann Zwuckelmann
Mon, 16 May 2011 05:56:00 -0700 16.05.2011 #s21 #k21 Der neue Politikstil im Ländle macht sich sachte, aber sicher an vielen Stellen wohltuend bemerkbar http://zwuckelmann.posterous.com/16052011-s21-k21-der-neue-politikstil-im-land http://zwuckelmann.posterous.com/16052011-s21-k21-der-neue-politikstil-im-land

Es war gut, dass heute nacht bzw. heute früh so viele Aktive auf beiden Seiten des Südflügels präsent waren. Das war ein gutes und starkes Zeichen, dass wir noch immer mobilisieren können und uns nicht an der Nase herumführen lassen! Wir bleiben weiter wachsam!

Ich wundere mich, warum nun immer mehr Parteien darauf drängen, dass die Zelte im Schlossgarten abgebaut werden. Die Zelte stehen für unseren Widerstand. Wen die Zelte stören, will nicht zur Kenntnis nehmen, dass genau dort, wo die Zelte stehen, in naher Zukunft eine Baugrube riesigen Ausmaßes entstehen soll. Wen die Zelte stören, schwenkt ein auf die offizielle Linie des Lügenpacks! Solange das Projekt nicht endgültig gestoppt ist, sollen die Parkbewohner bleiben, wo sie sind, denn sie werden dort gebraucht  - als stetiges Zeichen der Parkbedrohung und gleichzeitig unseres unerschütterlichen Widerstands!

Die Aufregung um die Äußerung von Winfried Herrmann, dass er das Verkehrsministerium bei einem Weiterbau von Stuttgart 21 nicht mehr weiter führen möchte, empfinde ich nicht als "Anfang vom Ende" oder als Eingeständnis, Minister auf Abruf zu sein. Ganz im Gegenteil finde ich es unglaublich ehrlich und wahrhaftig! Herrmann wäre doch nicht mehr glaubwürdig, wenn S21 realisiert würde, denn alles, was er dann machte, würde auf die Schädlichkeit in Bezug auf S21 untersucht. Insofern finde ich seine Äußerung wohltuend konsequent. Was gibt es besseres, als wahrhaftige Politiker, die nicht an ihren Stühlen kleben, sondern für ihre Überzeugungen mit aller Konsequenz einstehen! Ja, man kann den anderen Politikstil bereits merken, auch wenn es vielen nicht gefällt.

Im Gegensatz dazu ärgert mich Herr Hück, Betriebsrat bei Porsche, mit seinen Äußerungen doch sehr. Die Kritik von Kretschmann an der Spritschluckerlobby ist doch nur gerechtfertigt! Wer ist aber nun der rückwärtsgewandte Fortschrittsverweigerer? Auf eine Technologie zu setzen, die auf der einen Seite durch die Ressourcen sehr begrent ist und auf der anderen Seite ungemein schädlich für die Umwelt ist, kann man nicht fortschrittlich nennen! Die Automobilindustrie ist sicher wichtig und soll auch wichtig bleiben, aber genauso wie der Atomkurs der Schwarz-Gelben Bundesregierung wichtige Impulse bei der Entwicklung der erneuerbaren Energien verhindert hat, verhinderte die Schwarz-Gelbe Landesregierung notwendige Impulse in zukunftsfähige Antriebstechniken. Dass der Verbrennungsmotor und der Individualverkehr ein Auslaufmodell sind, entspricht doch nur der Realität! Der Realität nicht ins Auge zu sehen, ist jedoch der sichere Anfang vom Ende für Unternehmen. Insofern ist auch hier die neue Mentalität der Regierung spürbar - nicht wegschauen und vertuschen und die Realität nicht wahrhaben wollen und warten bis kurz vor knapp, sondern Realitäten aussprechen, auch wenn sie weh tun, neue Wege suchen und mit Veränderungen aktiv umgehen, das sollte der neue Politikstil sein.

Permalink

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/969537/Parkschuetzerplus.jpg http://posterous.com/users/1kW9KweNcFr3 Zwuckelmann Zwuckelmann Zwuckelmann
Tue, 08 Feb 2011 02:34:00 -0800 08.02.2011 #s21 #k21 Bericht über die "Baumversetzung" bei Nacht und Nebel am Nordflügel http://zwuckelmann.posterous.com/28022011-s21-k21-bericht-uber-die-baumversetz http://zwuckelmann.posterous.com/28022011-s21-k21-bericht-uber-die-baumversetz

Wie absurd ist das denn, um 4 Uhr morgens Bäume unter massivem Schutz von mehreren Polizei-Hundertschaften auszubuddeln und irgendwo im Stadtgebiet wieder einzupflanzen? Wo leben wir denn? Wie lange kann das gehen? Wir geben nicht auf! Wir fordern einen Baustopp, bis bewiesen ist, dass der Bahnhof die Leistungsfähigkeit hat, die er laut Bahn haben soll! Wir fordern einen Baustopp, bis die Planfeststellungsbeschlüsse rechtskräftig sind! Bei Stuttgart21 werden Fakten geschaffen, so dass ein möglicher Ausstieg immer unmöglicher wird, was für mich und für viele andere absolut nicht akzeptabel ist!

 

Nachdem die Bahn gestern angekündigt hat, dass sie heute mit der Verpflanzung der Bäume am Nordflügel beginnen will, war klar, dass bereits in der Nacht die Polizei anrücken würde, um das Gebiet um die betroffenen Bäume abzusperren. Bis drei Uhr nachts war es ruhig, ca. 300 Parkschützer fanden sich schon abends und teilweise direkt nach der Montagsdemo auf dem Kurt-Georg-Kiesinger-Platz ein. Einige Bäume wurden von Aktivisten besetzt. Kurz vor drei wurde gemeldet, dass die Polizei im Mercure-Hotel früh- und gleich darauf wahrscheinlich anrücke. Das Polizeiaufgebot war ja bereits gestern in Stuttgart enorm groß, so dass wir vorgewarnt waren.

Und tatsächlich ging es um 4 Uhr los. Vom Pariser Platz durch die LBBW, vom Südflügel durch den Haupbahnhof und von der Heilbronner Straße kamen mehrere Hundertschaften angefahren oder anmarschiert, eine gespenstige Szenerie in der Halbdunkelheit. Die Heilbronner Straße war komplett in beide Richtungen gesperrt. Der Großteil der Demonstranten hatte sich an die Einfahrt zum Parkplatz gestellt und die Einfahrt mit Mülltonnen, Paletten und sonstigem verbarrikadiert. Nachdem der Platz umstellt war, kam die Heilbronner Straße entgegen der Fahrtrichtung der Tross der Baufahrzeuge, geschützt von mehreren Polizeiketten. Mir kam dieser Anblick sehr bekannt vor, nur dass am 30.09. keine Baufahrzeuge hinter den Polizeiketten kamen, sondern Wasserwerfer. Ziemlich schnell wurde die Heilbronner Straße von 30 Sitzblockierern gesperrt, so dass die Fahrzeuge nicht weiter kamen. Dann kam ein Lautsprecherwagen bis an die Blockierer herangefahren und ein Polizist sagte sein Sprüchlein auf. Dieses wiederholte er drei, vier Mal, dann rückten Polizisten an, um die Blockierer wegzutragen. Eine weitere Parallele zum 30.09., die nicht unbedingt zur Deeskalation beigetrug: Einige Polizisten hatten Reizgas an ihrem Gürtel hängen, und besonders zimperlich gingen sie auch nicht mit den Blockierern um.

Während der Blockade der Heilbronner Straße gelang es der Polizei die Einfahrt immer weiter mit Hamburger Gittern abzuriegeln. Auch hier gab es Rempeleien. Insgesamt und soweit ich es übersehen konnte, verlief der Polizeieinsatz aber ohne Einsatz von Schlagstöcken oder Pfefferspray. Nachdem die Blockade auf der Heilbronner Straße geräumt war, fuhr der Tross auf die Einfahrt zu. Auch hier wurde relativ schnell geräumt – übrigens genauso wie die Heilbronner Straße im Namen und Auftrag der Stadt Stuttgart, wie der Polizist immer wieder durch sein Megaphon verlauten ließ (?) Hm, dabei befand man sich auf Bahngelände.

Ein LKW mit Absperrgittern, der auf der Heilbronner Straße neben dem Parkplatz ganz zu Anfang bereits gestoppt wurde, wurde besetzt. Zwei wagemutige Parkschützer ketteten sich unter dem LKW fest und waren eine große und schwierige Aufgabe für die Polizei. An diesem LKW wurde durch die Demonstranten die Heilbronner Straße kurzzeitig bis auf eine Fahrspur verengt, bis die Polizei die Demonstranten auf die Seite drängte. Es dauerte noch Stunden, bis die Polizeispezialisten den LKW von den Festgeketteten befreit hatten.

Schließlich fuhren die Baumverpflanzungsmaschinen in den abgesperrten Baustellenbereich des Nordflügels ein, während die Polizei versuchte, die Stellung rund um die betroffenen Bäume zu sichern. Es dauerte keine halbe Stunde, da wackelte die erste Baumkrone im Baustellenbereich, der Baum wuchs einige Meter an, legte sich dann leicht schräg und schrumpfte wieder in sich zusammen. Skurril, dieses Schauspiel! Der Baum wurde schließlich ganz auf das Fahrzeug umgelegt und war somit für den Abtransport bereit. Die Menge tobte und stürmte an den Bauzaun, der stark wackelte. Ziemlich schnell wurde vor und hinter dem Bauzaun eine Polizeikette gebildet, die den Zaun schützen sollte. Dasselbe Schauspiel geschah dann mit dem zweiten Baum.

Eine halbe bis dreiviertel Stunde später fuhren die Fahrzeuge aus der Baustelle heraus und durch die Polizeiabsperrung in den Tunnel unter der LBBW hindurch auf und davon. Später erfuhren wir, dass die beiden ersten Bäume wohl am Wasen eingepflanzt wurden – und dass die Ausgrabmaschinen auf dem Rückweg zum Nordflügel seien. Kurz darauf kamen sie ziemlich schnell und entgegen der Fahrtrichtung wieder aus dem LBBW-Tunnel heraus und fuhren rasant und unter lautem Getöse der Demonstranten zurück in den Baustellenbereich. Eine spontane Sperrung der Heilbronner Straße durch Demonstranten wurde durch die Polizei sehr brutal zurückgedrängt, damit der Verkehr ungehindert fließen konnte.

Dann beruhigte sich die Lage etwas, die Polizei hing rum, die Demonstranten wurden weniger und verteilten sich etwas, es gab aber auch zahlreiche Gespräche zwischen Polizisten und Demonstranten, was ich sehr gut fand.

Inzwischen, während ich dies schreibe, ist Baum Nr. 3 ausgebuddelt, Baum Nr. 4 folgt wohl demnächst. Diese befinden sich allerdings alle im bereits abgesperrten Bereich, so dass wir außer Krach machen, wenig dagegen tun können.

Fazit: es war gut, dass wir so viele vor Ort waren. Ich hätte mir aber gewünscht, dass wesentlich mehr vor Ort gewesen wären, zumal um 3:30 und um 6:00 jeweils Parkschützer-Alarme per SMS ausgelöst wurden, die tausende Parkschützer erreicht haben. Warum wir am Ende trotzdem nur einige hundert waren, war schade – zumal wir so schlagkräftig sein könnten, wenn tausende Parkschützer auf dem Platz gestanden hätten! Ich fragte mich nur: Worauf warten die 32.000 Parkschützer?

Jetzt bleibt zu hoffen, dass wir das Durchhaltevermögen besitzen und heute und in den kommenden Nächten und Tagen genauso stören! An alle, die heute nicht am Nordflügel waren: gebt Euch einen Ruck! Es ist nie zu spät! Wir sind die Guten! Wir müssen für den Erhalt des Bahnhofs aufstehen! Wir sind nur erfolgreich, wenn wir viele sind! Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht jeder einzelne von uns? JETZT!

  

Permalink

]]>
http://files.posterous.com/user_profile_pics/969537/Parkschuetzerplus.jpg http://posterous.com/users/1kW9KweNcFr3 Zwuckelmann Zwuckelmann Zwuckelmann