Zwuckelmanns Meinung http://zwuckelmann.posterous.com Meine Meinung zu allem, was mich bewegt - aktuell vor allem zum Widerstand gegen Stuttgart 21 posterous.com Fri, 22 Jul 2011 10:06:00 -0700 Was muss eigentlich noch passieren, damit ich endlich nach Hause gehe? #s21 #stresstest #schlichtung http://zwuckelmann.posterous.com/was-muss-eigentlich-noch-passieren-damit-ich http://zwuckelmann.posterous.com/was-muss-eigentlich-noch-passieren-damit-ich

Nachdem ich in einem Kommentar zu einer meiner letzten Demonstrationsberichte aufgefordert wurde, es doch nun dabei bewenden zu lassen und endlich zu akzeptieren, dass S21 gebaut werden müsse, und nachdem nun auch ein Kommentar in Spiegel Online die Demonstranten gegen S21 dazu auffordert, endlich nach Hause zu gehen, ist vielleicht der richtige Augenblick gekommen, mich einmal mehr zu fragen, was denn passieren müsste, damit ich nicht mehr morgens auf die Straße ginge und nicht mehr zur Montagsdemo ginge und nicht mehr Infomaterial verteilte und nicht mehr Mahnwachendienst schöbe und nicht mehr für den Widerstand spendete - und ich einfach zu meinem Alltag zurückkehrte, wie er vor dem September 2010 war. Ja, was müsste passieren?

Das einfachste und offensichtlichste wäre natürlich, wenn S21 nicht gebaut würde und das gesamte Projekt abgeblasen würde. Da das aber nicht passiert ist, muss ich einfach weitermachen.

Ich würde mich auch in meinen Alltag zurückziehen, wenn die Bahn es fertig brächte, mich mit Vertrauen und Transparenz von der Sinnhaftigkeit und Leistungsfähigkeit des geplanten Bahnhofs zu überzeugen. Es wäre toll, wenn wir für das veranschlagte Geld tatsächlich einen um 30% leistungsfähigeren Bahnhof bekämen und wir gleichzeitig den Schlossgarten weiträumig erweiterten - ich würde auch akzeptieren, dass die ein oder andere Fläche für Gebäude genutzt würd, beispielsweise fände ich es großartig, wenn ein ganzer Niedrigenergiestadtteil gebaut würde, der es der Welt zeigt, dass klimaneutrales Wohnen in der Stadt möglich ist. Leider muss man nach allem, was man heute weiß, damit rechnen, dass die Bahn die Kosten geschönt hat. Dafür gibt es genügend Beweise, während noch gar nicht gesichert ist, dass die Einsparungen, mit denen die Bahn auf unter 4,5 Mrd. kommen soll, in den Planfeststellungsverfahren genehmigt werden. Mir ist es nicht egal, ob der neue Bahnhof 4,1 oder 8 Milliarden Euro kostet! Das überzeugt mich einfach nicht!

Nun möchte die Bahn mir beweisen, dass der geplante Bahnhof um 30% mehr leistet. Das richtige Vorgehen wäre wohl gewesen, alle Beteiligten der damaligen sogenannten "Schlichtung" in die Planung und Durchführung des Tests mit einzubeziehen. So war es eigentlich auch in der "Schlichtung" besprochen. Nur so wäre die notwendige Transparenz und damit das notwendige Vertrauen geschaffen worden, die eine Akzeptanz des Stresstests zu 100% gesichert hätte. Da die Bahn es aber vorgezogen hat, die Prämissen nicht zu diskutieren und nicht einmal offen zu legen, und nun sogar die SMA (die im Übrigen auch nicht in alle Prämissen eingeweiht wurde) in ihrem Audit zu doch recht bedenkenswerten Formulierungen greift, die einige Zweifel daran aufkommen lassen, dass der Bahnhof im Realbetrieb tatsächlich das Versprochene leistet, kann die Bahn nicht ernsthaft glauben, dass die Gegner des Tunnelbahnhofs das Ergebnis der Simulation akzeptieren und der Bahn freie Fahrt geben! Wieder hat die Bahn eine Chance vertan, die Gegner durch Vertrauen und Transparenz wirklich zu überzeugen. Das einzige, was die Bahn seit eh und je versucht, ist, über die sehr schlagkräftige PR-Maschinerie des Konzerns die Stimmung zu ihren Gunsten zu drehen und dadurch den Widerstand zu brechen. Die Gegner sollen gar nicht überzeugt werden, der Widerstand soll überschrien, zerschlagen und gebrochen werden. Dass das in Stuttgart ganz sicher nicht gelingen wird, sollte jedem seit langem klar sein - auch den Konzernlenkern und Politikern im fernen Berlin! Schade, dass sie Chance um Chance verrinnen lassen, so dass einem eigentlich nur der Schluss bleibt, dass S21 eben doch Murks ist!

Die Formel ist ganz einfach: Überzeugen: ja! Brechen: nein!

Oben bleiben!

 

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Fri, 22 Jul 2011 00:12:40 -0700 22.7.2011 #s21 Routine beim Demo-Frühstück am Tor zum #GWM, heim gehen wir aber sicher nicht!!! http://zwuckelmann.posterous.com/2272011-s21-routine-beim-demo-fruhstuck-am-to http://zwuckelmann.posterous.com/2272011-s21-routine-beim-demo-fruhstuck-am-to

Heute früh lief es wie jeden morgen - sogar zeitlich war alles so, wie "immer". Um 6:15 kam der erste Hölscher, kurz darauf weitere. Dann die Polizei mit vielen Einsatzkräften. Um 6:50 kam die Ansage, um 7 Uhr fuhren Hölschers in die Baustelle. Unsere zwei tapferen Urlaubs-Demonstranten aus SH blieben nach der Aufforderung zu gehen, stehen, um sich vielleicht einen schönen Urlaubsabschluss zu gönnen :-) (Danke für Euren Besuch und Einsatz!!!) Sie wurden mit zu den Polizeibussen genommen, wo Personalien aufgenommen wurden. Sie werden aber wahrscheinlich mit keiner Anzeige rechnen müssen, denn genötigt wurde heute morgen niemand, da die zweite Einfahrt frei war. Die Personalienaufnahme dauerte wieder extrem lange, weil die Technik der Polizei vollkommen veraltet ist.

Liebe Polizei, wir erfahren es ja fast tagtäglich, unter welch teilweise mieserablen Umständen Sie arbeiten müssen. Wenn wir es schaffen, S21 zu kippen und das Land dadurch einige Milliarden weniger ausgibt, gehe ich mit Ihnen auf die Straße, um für eine bessere Ausrüstung und bessere Arbeitsbedingungen der Polizei zu demonstrieren! Und ich weiß, dass ich nicht der einzige wäre! Also helfen Sie einfach ein bisschen mit, dort wo es ihnen möglich ist, über den Unfug S21 aufzuklären und vielleicht auch in den Ihnen möglichen Grenzen Sand im Getriebe des Wahnsinnsprojekts zu sein, damit S21 endlich abgeblasen wird. Es würde ganz sicher nicht zu Ihrem Schaden sein ;-)

Die Routine, mit der seit zwei, drei Wochen die allmorgendlichen Demonstrationen vor dem GWM ablaufen, ist doch etwas ernüchternd, denn inzwischen fangen Hölschers immer bereits pünktlich um 7 Uhr an zu arbeiten. Diese Routine sollten wir durchbrechen, indem wir vielleicht an einem Tag gar nicht vor Ort sind, oder an einem anderen Tag einfach nur am Straßenrand stehen (und ich bin mir sicher, dass Hölschers dennoch anhalten und den Motor abstellen), oder blockieren und dann einfach weggehen, dann wieder auf der Straße sitzen ... einfach etwas unberechenbarer werden, so dass auch die Polizei nicht unbedingt mit ihren Wannen jeden Morgen routinemäßig anrückt.

Im Spiegel-Online gibt es heute einen Kommentar, der sehr gut zeigt, wie nervend und gleichgültig die Republik auf dieses unsinnige Projekt und vor allem auf den Widerstand reagiert. Das ist nicht erstaunlich und entspricht bestimmt der Meinung von vielen in der Republik, aber in dem Kommentar wird von einer falschen Prämisse ausgegangen: es geht nicht einfach nur um einen Bahnhof, sondern es geht um die Umgestaltung eines großen Teils der Stuttgarter Innenstadt - und dass viele Stuttgarter Bürger hier mitreden und gefragt werden wollen, ist meiner Ansicht nach nur mehr als verständlich. Mir geht es nicht um eine neue Form der Demokratie, mir geht es nicht um ein Demokratieexperiment, mir geht es schlicht und einfach darum, dass ich das Konzept des ertüchtigten Kopfbahnhofs für wesentlich besser und schöner halte und ein reines Prestigeprojekt, das wesentlich teurer würde und viele Steuermilliarden verschlingt, ablehne. Deshalb, lieber Herr Kuzmany, werden wir ganz sicher nicht nach Hause gehen und endlich die Klappe halten, wie Sie und viele andere es gerne hätten, sondern werden weiter dafür kämpfen, dass das bessere Konzept umgesetzt wird. Gerade weil das Audit von SMA keinen Freifahrtschein für S21 darstellt und bedenkenlos sagt, dass eine gute Betriebsqualität auf jeden Fall erreicht wird, sondern es sehr viele Stellen gibt, wo SMA einen sehr kritischen Ton anschlägt, dürfen wir gerade jetzt nicht nach Hause gehen. Zum SMA-Audit gibt es übrigens hier einen sehr guten und erhellenden Beitrag, der die kritischen Stellen aufzeigt: http://railomotive.com/2011/07/sma-distanziert-sich-von-testergebnis-und-fordert-umsetzung/

So bleiben wir also dort, wo wir sind: oben!

 

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Thu, 21 Jul 2011 05:38:00 -0700 21.7.2011 #s21 Eine "wirtschaftlich optimale" ist keine "gute" Betriebsqualität! http://zwuckelmann.posterous.com/2172011-s21-eine-wirtschaftlich-optimale-ist http://zwuckelmann.posterous.com/2172011-s21-eine-wirtschaftlich-optimale-ist

Wie heute bekannt wurde, hat das Unternehmen SMA dem sogenannten Stresstest der Bahn testiert, dass der Bahnhof 30% mehr Züge in der Spitzenstunde in wirtschaftlich optimaler Betriebsqualität abfertigen kann als der bisherige Bahnhof. Die StN schreibt: „In der noch unveröffentlichten Untersuchung der Schweizer Verkehrsberater sma heißt es: 'Unsere Überprüfung der Simulationsergebnisse hat gezeigt, dass die geforderten 49 Ankünfte im Hauptbahnhof Stuttgart in der am meisten belasteten Stunde und mit dem in der Simulation unterstellten Fahrplan mit wirtschaftlich optimaler Betriebsqualität abgewickelt werden können.'“

Liest man den „Schlichterspruch“ Heiner Geißlers, ist darin aber gar nicht zu lesen, dass 30% mehr Leistung in einer wirtschaftlich optimalen Betriebsqualität gefordert seien, sondern, dass der neue Bahnhof 30% mehr Leistung in „guter“ Betriebsqualität liefern muss.

Mir stellt sich nun die Frage, ob eine „wirtschaftlich optimale“ Betriebsqualität tatsächlich auch eine „gute“ Betriebsqualität darstellt, so wie sie Heiner Geißler meinte und wie es jeder Bahnfahrer verstehen würde. „Wirtschaftlich optimal“ verengt das Prüfungsergebnis auf den wirtschaftlichen Gesichtspunkt. Dieses Testat heißt schlichtweg nicht mehr, als dass so viele Züge wir möglich zu so geringen Kosten (sprich zu so wenig Gleisen) wie möglich durch den Bahnhof hindurchgeschleust werden. „Wirtschaftlich optimal“ sagt aber nichts darüber aus, ob die Haltezeiten für normale Bahnfahrer, Senioren, Familien ausreichend sind, ob die Anschlüsse ordentlich verknüpft und auch erreichbar sind, ob Puffer eingeplant sind etc. Hieran gibt es schon lange berechtigte Zweifel. Außerdem stellt der Stresstest nur den letzten von 7 Punkten dar, den Heiner Geißler in seinem „Schlichterspruch“ forderte – über die übrigen 6 verliert die Bahn nahezu kein Wort. Falls dies tatsächlich die Quintessenz des Testats der SMA sein sollte, werden hier einmal mehr die bahnfahrende Bevölkerung und die Freunde des Kopfbahnhofs verarscht und angelogen - und es ist nur konsequent und richtig, dass das Bündnis an der Ergebnispräsentation nicht teilnimmt!

 

OBEN BLEIBEN!

 

Update: Und hier ist das SMA-Testat: http://www.heute.de/ZDFheute/download/0,6741,7022661,00.pdf

 

Kurzerhand hat SMA "gute" Betriebsqualität als "wirtschaftlich optimale" Betriebsqualität eingestuft und nicht in "Premium". Warum wurde das nicht im Vorfeld eindeutig geklärt, was "gute" Betriebsqualität heißen soll?

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Sun, 26 Jun 2011 04:28:00 -0700 26.06.2011 #s21 Bahn besteht den selbst und geheim berechneten Stresstest! Wen wundert's!? http://zwuckelmann.posterous.com/26062011-s21-bahn-besteht-den-selbst-und-gehe http://zwuckelmann.posterous.com/26062011-s21-bahn-besteht-den-selbst-und-gehe

Heute morgen traf mich unverhofft die Schlagzeile im Käsblatt Sonntag Aktuell, der "siebten Ausgabe Ihrer Tageszeitung": "S21 besteht Stresstest". Nur 40 Mio. Euro müssten zusätzlich investiert werden, damit der neue Bahnhof die Vorgaben aus der sogenannten Schlichtung erfüllen würde. Die Ergebnisse des Stresstests, der von der Bahn durchgeführt wurde, würden nun noch "von Verkehrsexperten der Schweizer Firma SMA bewertet. Das Votum dieser Gutachter beendet den Test."
Das nenne ich einmal wieder Qualitätsjournalismus! Lieber Michael Isenberg, liebe SA-Redaktion, wie Sie ja selbst schreiben, beendet das Testat von SMA den Stresstest. Wie können Sie dann titeln, dass der Stresstest bestanden sei? Oder wissen Sie bereits, wie das Ergebnis von SMA ausfällt? Oder halten Sie das positive Ergebnis des SMA-Gutachtens für eine reine Formalität?
Natürlich wird der Stresstest von der DB bestanden! Wie sollte es anders sein? Genauso könnten Sie Schüler bitten, ihre Klausuren selbst zu korrigieren und zu benoten - das Ergebenis wäre ähnlich eindeutig! Genau deshalb bedarf es ja eines Korrektivs, eines unabhängigen Gutachtens, ob die Ergebnisse, die die DB in ihrer Simulation liefert, tatsächlich verlässlich sind!
Nun darf man nur hoffen, dass das Gutachten der SMA tatsächlich kein Gefälligkeitsgutachten eines Unternehmens wird, das einen guten Teil seines Umsatzes mit Aufträgen der Deutschen Bahn generiert.
Weiterhin nicht akzeptabel bleibt für mich jedoch die Tatsache, dass nur wenige Tage zur Prüfung der Ergebnisse des von der SMA begutachteten Stresstests bleiben, bis weitere Großaufträge vergeben werden. Wie bereits früher schon geschrieben, ist die Bahn offenbar noch immer nicht daran interessiert, die Situation in Stuttgart zu befrieden, sondern wird weiterhin argumentieren, dass das Projekt demokratisch legitimiert sei und nun sogar den Stresstest bestanden hätte. Die Bahn und auch die anderen Verantwortlichen des Projekts sollten endlich einmal verstehen: Formalitäten ersetzen kein Vertrauen! Und solange das Vertrauen in dieses Projekt fehlt, wird es dagegen Widerstand geben.
Oben bleiben!

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