Zwuckelmanns Meinung http://zwuckelmann.posterous.com Meine Meinung zu allem, was mich bewegt - aktuell vor allem zum Widerstand gegen Stuttgart 21 posterous.com Thu, 17 May 2012 22:51:00 -0700 18.5.2012 Kritische Medien? Fehlanzeige! #blockupy #occupy #s21 http://zwuckelmann.posterous.com/1852012-kritische-medien-fehlanzeige-blockupy http://zwuckelmann.posterous.com/1852012-kritische-medien-fehlanzeige-blockupy

Dieser Tage kann man sich nur einmal mehr wundern über die Medien in Deutschland! Nahezu kritiklos wurden die umfassenden Verbote der Blockupy-Veranstaltungen hingenommen, als wäre dieser Umgang mit Grundrechten ganz selbstverständlich und nichts, was man in Frage stellen müsse. Es wurde nicht danach gefragt, ob die Verbotswut der Frankfurter Behörden angemessen sei, es wurde nicht hinterfragt, wie realistisch das Krawallszenario ist, das als Begründung für die Verbote herhalten musste, es wurde nicht gefragt, warum so viele Leute nach Frankfurt kommen und demonstrieren möchten. Zahn- und kraftlos war die Berichterstattung bei diesem so wichtigen Thema - wenn überhaupt berichtet wurde! Neben den Räumungen der illegalen Veranstaltungen in Frankfurt wurden gestern auch mehrere Busse mit Demonstranten auf der Autobahn angehalten, es wurden präventiv Personalien aufgenommen und den Mitreisenden wurden Aufenthaltsverbote für die Frankfurter Innenstadt ausgesprochen. Die Busse wurden zur Rückkehr nach Berlin gezwungen. Auch das ist vielen Medien keine Erwähnung wert.

Zwar kann man heute in einigen Zeitungen über die Situation in Frankfurt lesen, teilweise wird nun endlich sogar im Fernsehen berichtet, aber auch hier sehr zahm und unkritisch. Das ZDF zieht in seinem Bericht das Fazit, dass es sein könnte, dass die Frankfurter Behörden es etwas übertrieben hätten. In Spiegel Online wird darüber berichtet, dass die Polizei stundenlang die Proteste "tolerierte", da diese ja verboten seien. Warum wird nicht gefragt, ob die Bürger die Beschneidung ihrer Grundrechte in diesem Ausmaß überhaupt tolerieren müssen?

Warum schreien die Medien (mit löblicher Ausnahme der taz) nicht auf, wenn der Staat elementare bürgerliche Grundrechte aushebelt? Warum geht kein Druck von den etablierten Medien aus auf die Behörden, die in Frankfurt ganz offensichtlich viel zu weit gehen? Sehen die Medienmacher nicht, dass es vom Verbot von Demonstrationen zum Verbot von Berichterstattungen und der Einschränkung der Pressefreiheit nur ein kleiner Schritt ist?

Dass in Stuttgart die Medien mit ganz wenigen Ausnahmen mit dem Regierungs- und Machtstrom mitschwimmen, erfahren wir nun schon seit Jahren schmerzhaft. In den Online-Seiten des SWR, der StZ und der StN wird Frankfurt im übrigen auch nahezu totgeschwiegen. Dass aber auch renommierte überregionale Blätter und Sender ihrer ureigensten Aufgabe, nämlich kritische Aufklärung zu betreiben, so wenig nachkommen, erschreckt! Indirekt stehen auch genau diese Medien im Fokus der Occupy-Proteste, denn viele Entwicklungen, die Occupy anprangert, wären vielleicht gar nicht so weit gediehen, hätten wir mutigere, entschiedenere und ehrlichere Medien.

Oben bleiben!

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Wed, 28 Mar 2012 00:19:00 -0700 28.03.2012 Die Stuttgarter brauchen kritische Medien wie Kontext und 21einundzwanzig #s21 #AnStifter http://zwuckelmann.posterous.com/28032012-die-stuttgarter-brauchen-kritische-m http://zwuckelmann.posterous.com/28032012-die-stuttgarter-brauchen-kritische-m

Der Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung, Joachim Dorfs, sagte vor wenigen Jahren sinngemäß, dass Stuttgart21 nicht gegen die Stuttgarter Zeitung zu verwirklichen sei. Und Recht hat er! Sowohl die Realisierung von S21 als auch ein Ausstieg aus S21 ist wohl nicht oder nur äußerst schwer gegen die Stuttgarter Zeitung durchzusetzen. Diese Behauptung zeugt von einem gesunden Selbstvertrauen der vierten Macht im Ländle. Und es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden ... unter der Voraussetzung, dass die Zeitung ihrem journalistischen Anspruch an Wahrheit, Ehrlichkeit und Unabhängigkeit treu bleibt.

Daran kann man jedoch berechtigte Zweifel haben - weshalb die Aussage von Herrn Dorfs wie eine Drohung klingt, dass er, der Chefredakteur, die Macht besitzt, über Wohl und Wehe von S21 (und natürlich nicht nur hierüber!) zu richten - unabhängig allen journalistischen Anspruchs.

Wären die Stuttgarter Medien ihrem Auftrag zur unbedingten wahrheitsverpflichteten Berichterstattung nachgekommen und hätten konsequent offene Fragen im Zusammenhang mit Stuttgart21 verfolgt, Stuttgart21 wäre nie soweit gediehen! Doch statt lustvoll und selbstbewusst den Finger der kritischen Presse in die vielen Wunden eines vermurksten Großprojektes zu legen, berichten diese Medien nahezu ausschließlich positiv und zahnlos über dieses Projekt und schweigen ansonsten mit wenigen folgenlosen Ausnahmen zu berechtigten Kritikpunkten. Dieses in 58 Jahren eingeübte Verhalten der Anbiederung an die Mächtigen, ja das aktive Mitverfilzen politischer, wirtschaftlicher und medialer Strukturen führt dazu, dass den Bürgern Stuttgarts und Baden-Württembergs ein Großprojekt aufgezwungen wurde, für dass sie noch viele Male und lange Jahre tief in die Tasche werden greifen müssen. Die etablierten Stuttgarter Medien tragen daran eine nicht ganz unerhebliche Mitschuld!

 

Der unausgewogene, ausgedörrte Stuttgarter Presseboden und der breite Protest gegen Stuttgart21 brachte in den vergangenen Jahren das ein oder andere schüchterne Zeitungs-Pflänzelein hervor, dass trotzig beweisen wollte, dass es überlebensfähig ist und dass es Stuttgarter gibt, die sich an ihr erfreuen und sie hin und wieder mit ein bisschen Wasser versorgen. Zwei dieser Zeitungen, so unterschiedlich in ihrer Aufmachung und Ausrichtung, sind sich gleichzeitig doch sehr ähnlich in ihrem Anspruch, guten, unabhängigen, der Wahrheit verpflichteten Journalismus zu bieten. Beide haben Anlaufschwierigkeiten, suchen verzweifelt nach Abonnenten, nach Spendern und nach Formen, wie ihr Überleben gesichert werden könnte. Beide haben sich gemacht, bilden ein breites Themenspektrum ab und sind beide einfach immer wieder sehr, sehr lesenswert. Dabei schreiben sie eben nicht gefällig und handeln auch in einer Art und Weise, an der man sich durchaus (auch als wohlwollender Abonnent!) heftig reiben kann (Stichwort eingebettete Journalisten!)

Da es bei beiden Zeitungen nicht zum Besten steht, kann ich Peter Grohmanns Aufruf nur unterstützen, dass beide Zeitungen einmal darüber nachdenken sollten, ihre Kräfte zu bündeln, um aus zwei vielleicht nicht überlebensfähigen Medien ein starkes Medium zu machen, das einen echten aufklärerischen Kontrapunkt zur etablierten Stuttgarter Medienlandschaft setzt.

Deshalb gilt gerade für Kontext und 21einundzwanzig: gemeinsam oben bleiben!!!

 

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Ein offenes Wort an die Herausgeber und Mitarbeitenden der Zeitungen Kontext und 21einundzwanzig

Liebe Freunde und Mitstreiterinnen, die Presselandschaft schrumpft, aber Stuttgart leistet sich gleich zwei alternative, unabhängige Medien: die 21einundzwanzig und Kontext. Beide Publikationen sprechen uns, mehr oder weniger, aus dem Herzen, wir brauchen faktenreichen, unabhängigen Journalismus. Wir, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, der Region, waren es, die Abonnenten und Leserinnen, die gemeinsam mit den Herausgebern und Redaktionen und der TAZ, durch viel ehrenamtliche Arbeit, Beiträge und Spenden diese beiden Zeitungen möglich gemacht haben. Jetzt, so hören wir, braucht es eine neue und gewaltige Anstrengung, um das Überleben beider Zeitungen zu sichern. Ob das gelingt, ist ungewiß. Es kann gelingen, wenn Sie sich zu einer neuen, gemeinsamen Zeitung zusammentun!

Schließt Euch zusammen! Schafft für uns, die Menschen in der Stadt, im Land, ein Printmedium auch fürs Internet, eine gemeinsame Zeitung, die die bisherigen Qualitäten, Ideen und Menschen zusammenführt! Wartet nicht.

Peter Grohmann

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Mon, 12 Mar 2012 02:29:00 -0700 12.3.2012 #s21 Schmierenjournalismus vom Feinsten #vuck21 http://zwuckelmann.posterous.com/1232012-s21-schmierenjournalismus-vom-feinste http://zwuckelmann.posterous.com/1232012-s21-schmierenjournalismus-vom-feinste

Darauf hat die Welt gewartet! Ein neues Stück billiger Schmierenjournalismus ganz im Zeichen der ewiggestrigen Befürworter von Stuttgart21. Auf Twitter wird von der Stuttgarter Zeitung verbreitet, dass der Widerstand bröckele, und es wird auf einen Artikel verwiesen, der "Protest im Hamsterrad" titelt. Wieder wird versucht, vergleichsweise platt und wenig differenziert den Widerstand kleinzureden. Das ist so billig und durchschaubar und gleichzeitig lächerlich, dass es schon fast physisch weh tut!

Beim Lesen kann ich mich erneut des Eindrucks nicht verwehren, dass sich hier Redakteure der Lokalzeitung vor einer Woche zum ersten Mal auf eine Montagsdemonstration gegen Stuttgart21 verlaufen haben. Wenn nicht, muss man sich fragen, wann sie das letzte Mal dort waren, wenn sie schreiben: "Davon abgesehen hat sich einiges verändert, seit zu den Hochzeiten bis zu hunderttausend Menschen durch die Innenstadt zogen, um gegen Stuttgart 21 zu protestieren. Mehr als drei Monate nach dem Volksentscheid ist vor dem Bahnhof ein vergleichsweise kleines Häufchen von Demonstranten übrig geblieben, für die der wöchentliche Montagsaufzug zu einem festen Bestandteil ihres Lebens geworden ist." Denn die Hochzeit war im Hebst 2010, also vor eineinhalb Jahren, und heute wird festgestellt, dass im Vergleich dazu ein "kleines Häufchen" übriggeblieben sei. Wo waren die Redakteure in der Zwischenzeit? Richtig, nicht vor Ort! Und warum wird derart abfällig über bürgschaftliches Engagement geschrieben? Dass heute nun die 115. Montagsdemonstration stattfindet, die noch immer Woche für Woche rund 2.000 Menschen auf die Straße bringt, sollte keine Zweifel an der Vernunft der Bürger, die sich hier engagieren, schüren, sondern im Gegenteil eigentlich zu Fragen ermuntern, warum es für so viele Menschen noch immer so viel Grund gibt, auf die Straße zu gehen! Glauben Sie mir, liebe StZ, ich wüsste mit meinen Montag Abenden besseres anzufangen, als bei Wind und Wetter auf der Straße zu stehen! Und bitte schaut Euch die zahlreichen Fotos der letzten Montagsdemo an und zählt einfach einmal die Köpfe! Die von der Polizei genannten 600 Demonstranten, die Ihr zitiert, sind so offensichtlich politisch motiviert, das solltet selbst Ihr erkennen!!

Dass die Gedächtnisse der Redakteure nicht die besten sind, merkt man gleich darauf an folgender Äußerung: "Längst werden nicht mehr nur zum Thema Stuttgart 21 Bürgerbriefe verteilt. Auch AKW-Gegner, Friedensaktivisten, Anbieter von Notstromaggregaten und Initiativen wie das Forum Stadtwerke 2012 werben für ihre Interessen. Zwischen den unterschiedlichsten Transparenten und Flaggen weht die rote Fahne der DKP. Auf die Pappschilder sind Sätze gemalt wie „Geißler, Sie Judas!“ oder „Stuttgart grüßt Kairo“." War das jemals anders? Die Montagsdemonstrationen waren nie eine thematisch abgeschottete Veranstaltung, es wurde natürlich immer auch auf andere Mißstände aufmerksam gemacht - und natürlich schwimmen im Kielwasser auch Vereinigungen, deren Ziele man nicht gutheißen muss. Das, liebe StZ, war aber niemals anders!!

Dann werden Conradi und Stocker bemüht, die sich genauso kritisch mit der Bürgerbewegung auseinandersetzen, wie wohl jeder, der sich hier engagiert. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Wir diskutieren und diskutierten immer schon intern, was die richtige Linie ist, was die richtige Form des Protests, wie wir uns organisieren sollen etc.pp. Worüber die StZ leider überhaupt kein Wort verliert, ist, dass es genau das Engagement der Parteien war, die die Bürgerbewegung in eine so schwierige Lage gebracht hat, denn nicht zuletzt waren es die im Bündnis engagierten Parteien und Parteigänger, die sich für die Schlichtung, für den Stresstest, für die Volksabstimmung ausgesprochen haben - und die gleichzeitig immer darauf geschaut haben, dass das Bild des Protests nach draußen "sympathisch" und "anständig" wirkt. Mir und vielen anderen geht es um Protest! Und da ist es mir egal, wie ihn andere Bürger aufnehmen, ob er "sympathisch" oder "anständig" wirkt. Ich nehme mein Recht war, zu demonstrieren und zu protestieren, ob auf der Schillerstraße oder auf dem Marktplatz! Was an diesen Demos und den Kundgebungen "derb und laut" sein soll, erschließt sich mir nicht!

"Die Bäume sind gefällt, doch die Parkschützer halten beharrlich an den Montagsdemos, Kundgebungen und Trauermärschen fest. Sie kämpfen auch gegen den Bedeutungsverlust. Das Aktionsbündnis gegen den Tiefbahnhof steht vor ähnlichen Problemen: So schaffte es Hannes Rockenbauch zu besten Zeiten regelmäßig bis in die „Tagesschau“ und machte sich mit spektakulären Besetzungsaktionen am Bahnhof als „linker Flügelstürmer“ einen Namen." Was bezweckt die StZ nun mit diesem Absatz? Der erste Satz klingt so, als müssten oder sollten wir jetzt auffhören, zu demonstrieren, wo die Bäume gefällt sind! Das hätten sie gerne! Und dass Rockenbauch regelmäßig in der Tagesschau gewesen sei, ist nun auch schon viele, viele Monate her und war auch nur im Nachklang zum 30.09. so. Hier wird ein Bild vermittelt, das so einfach nicht stimmt.

Auch an der Samstagsdemo war die StZ offensichtlich nicht vor Ort. Wie sonst sind so faktisch falsche Sätze zu erklären wie: "Das bekamen am Samstag erneut die Wochenendeinkäufer in der Innenstadt zu spüren. Polizisten riegelten die Willy-Brandt-Straße ab, während ein Trauerzug der Parkschützer zum Planetarium zog." Die Polizei hat die Willi-Brandt-Straße nicht abgesperrt, der Zug lief auf dem Seitenstreifen entlang, der Verkehr konnte relativ ungehindert daran vorbei fließen. Ganz im Gegenteil musste man sich als Demonstrant wundern, wie die Polizei so viele Menschen direkt neben einer so vielbefahrenen Straße laufen lassen konnte! Das war nicht ganz ungefährlich!

Fazit: Liebe StZ, warum versucht Ihr noch immer ein ums andere Mal die Bürgerbewegung gegen S21 zu diskreditieren und klein zu reden? Aus vielen Eurer Äußerungen geht hervor, dass Ihr eben nicht vor Ort gewesen seid, was man darüber hinaus leicht daran erkennt, dass Ihr häufig kritiklos dpa-Meldungen von Ereignissen vor Eurer Haustür übernehmt. Der Widerstand, die Bürgerbewegung gegen S21 lebt! Das ist die gute Nachricht! Dass wir uns immer wieder nach Rückschlägen neu erfinden müssen, ist doch eine Selbstverständlichkeit und schon häufiger passiert! Und dass es immer wieder zu großen Diskussionen um die richtige Richtung kommt, ist doch nun auch nichts Verdammenswürdiges! Ganz im Gegenteil zeigt sich hier, dass wir so lebendig wie eh und je sind. Und ich bin mir sicher, dass wir uns neu erfinden und weitere neue, kreative Formen des Protests finden werden. Grund zum Protest haben wir ja genug, wie Ihr, wenn Ihr denn nur wolltet, auch einmal berichten könntet. Aber dazu ist der Filz, in den Ihr fest eingewoben seid, wohl einfach zu dicht und schwarz. Schade! Lieber redet Ihr uns klein und leutet mal wieder unser Totenglöckchen.

Als Alternative bleiben die Kontext:Wochenzeitung und die Einund20, beides hervorragende Blätter, an denen sich mancher Redakteur und Journalist der StZ und StN eine Scheibe abschneiden könnte.

Oben bleiben!

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Tue, 03 Jan 2012 22:21:00 -0800 04.01.2012 #s21 #cams21 Frühstück im Solarcafe am Südflügel http://zwuckelmann.posterous.com/04012012-s21-cams21-fruhstuck-im-solarcafe-am http://zwuckelmann.posterous.com/04012012-s21-cams21-fruhstuck-im-solarcafe-am

An der Straße am Schlossgarten ist seit heute früh um 6 Uhr absolutes Halteverbot. Mit den bekannten Vorbereitungen der Sperrung dieser Straße (geänderte Verkehrsführung, Warnbarken etc.) müssen wir damit rechnen, dass sich die Polizei in der Straße am Schlossgarten bald häuslich einrichten wird bzw. diese für den Abriss des Südflügels weiträumig absperren wird.

Deshalb harrten heute Nacht einige Aktivisten am Südflügel aus, um im Fall der Fälle Alarm zu schlagen. Heute früh am fünf Uhr versammelten sich dann immer mehr Befürworter einer zukunftsgerichteten Verkehrspolitik am Südflügel, errichteten dort eine lange Tafel und luden ein zum Frühstück mit Kaffee, Brezeln und Weckle. Die Stimmung war gut und wird noch immer gut sein. Als ich ging, waren sicher 50 Menschen vor Ort - die sich über weiteren Besuch freuen. Die Polizei hält sich komplett im Hintergrund, rund um den Bahnhof gibt es keine außergewöhnlichen Bewegungen. Geplant ist, das "Solar-Cafe" geöffnet zu halten, so dass es heute Mittag um 12 Uhr wohl ein warmes Mittagessen gibt, um 13 Uhr ist ein offenes Plenum geplant. Bestimmt gibt es am Nachmittag auch Kaffee und Kuchen. Schaut einfach mal vorbei!

Vor einer Tür des Südflügels (ich glaube, es ist genau die, wo Hamburger Gitter eingelagert wurden ;-) hat sich eine sogenannte Stuttgarter Müllverwehung gebildet. Bei dem Wind, der heute nacht herrschte, ist das auch kein Wunder - und es muss sicher akut mit weiteren derartigen Naturschauspielen gerechnet werden. Die Polizei bewacht diese Verwehung und wartet offenbar darauf, dass die Stadt die Dinge, die sich dort angesammelt haben, entsorgt.

Medienberichten zufolge wartet die Polizei weiterhin ab, wie sich die Situation mit der Baugenehmigung der Bahn entwickelt. Das ist erfreulich, wenn es stimmt, erleichtert uns die Situation aber nicht, denn die Unsicherheit, wann der geplante Großeinsatz nun beginnt, bleibt.

Wir bleiben auch: Wir bleiben vor Ort! Wir bleiben wachsam! Und wir bleiben oben!

 

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Wed, 30 Nov 2011 22:23:00 -0800 Kommentar zu "S21 und die Medien" #s21 #swr #s21m http://zwuckelmann.posterous.com/kommentar-zu-s21-und-die-medien-s21-swr http://zwuckelmann.posterous.com/kommentar-zu-s21-und-die-medien-s21-swr

Gestern hat der SWR eingeladen zu einer im Internet gestreamten Sendung zum Thema "S21 und die Medien". Eingeladen waren und auf dem Podium saßen Clemens Bratzler vom SWR, Robert Schrem von FlügleTV, Sebastian Heinel von der IG Bürger (was er dort sollte, erschloss sich leider nicht), Rainer Nübel von der Kontext Wochenzeitung, Joachim Dorfs von der StZ, Wolfgang Molitor von der StN und Rüdiger Soldt von der FAZ. Gut moderiert wurde die Runde von Birgit Wentzien. Die Zuschauer durften Fragen stellen genauso wie aus Twitter ein paar Fragen und Kommentare vorgelesen wurden.

Die etablierten Medien behaupteten alle, eigentlich doch neutral oder ausgeglichen zu S21 berichtet zu haben, wenngleich sie als Redaktion natürlich eine klare Position zu diesem Thema hätten. Es hätte allerdings keine Anweisungen gegeben, in irgendeine Richtung zu berichten - was schwer fällt zu glauben bei den bekannten Abhängigkeiten von Politik und Wirtschaft und vor allem auch Banken.

Es wurde viel darüber diskutiert, wer die intensivere Recherche, wer investigativer gewesen wäre und wie oberflächlich oder tiefgründig seit wann bereits über S21 berichtet wurde. Die etablierten Stuttgarter Medien waren sich erstaunlicherweise keiner Schuld bewusst. Anstatt dieses neue Format zu nutzen und ehrlich über die Probleme zu sprechen, wurden Claims verteidigt und das Internet verteufelt. Dass sich die postenziellen Leser objektiv über andere Kanäle informieren, wurde abgetan, denn wie könne man sich ausgeglichen informieren ohne Zeitung und Fernseher? Die Arroganz des Establishments war teilweise schon sehr erschreckend. Einzig Herr Bratzler war etwas selbstkritisch, aber auch das nur in sehr überschaubaren Rahmen.

Die Problematik, dass Kommentar und Nachricht miteinander vermischt werden, ist sicher ein Symptom mangelnder Qualität dieser Medien und wurde leider nur kurz angesprochen. Handwerkliche Fehler und das ganze Thema Qualitätssicherung in den Redaktionen kam leider komplett zu kurz und wurde auf die blinde, unkritische Übernahme von dpa-Meldungen und die mangelnde Bezahlung der Redakteure und Journalisten verkürzt. Viel wichtiger wäre in meinen Augen gewesen, zu erörtern, wie es sein kann, dass in Nachrichten vor wenigen Wochen wieder ernsthaft von Pflastersteinen im Zusammenhang mit dem 30.09. die Rede war - offensichtlichen Falschinformationen, die bereits lange widerlegt sind. Seriösen Medien darf so etwas nicht passieren - und genau diese Art ist es, die diese Medien in meinen Augen verdächtig machen, verdächtig, in Form einer anscheinend neutralen Nachricht eindeutig Stellung zu beziehen und Stimmung zu machen.

Herr Nübel war ein angenehmer, kluger Gegenpol in der Diskussion über "meiner ist aber länger". Robert Schrem von Flügel.TV war ein gefragter Gesprächspartner für den SWR nach der Sendung. Der Sinn von Herrn Heinels Anwesenheit auf dem Podium hat sich mir nicht erschlossen, hat er mit Medien doch offenbar gar nichts am Hut und hat die Diskussion inhaltlich nicht vorangebracht. Hingegen war cams21 nur als Zuschauer eingeladen, wobei wir über Robert Schrem einen guten Vertrteter der neuen Form der Berichterstattung auf dem Podium sitzen hatten.

 

-----schnipp-----

Ich komme gerade morgens nicht raus, weil ich zu viel zu tun habe. Ich werde allerdings in der kommenden Woche wieder mehr vom GWM und aus dem unteren Schlossgarten berichten.

Oben bleiben!

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Mon, 28 Nov 2011 06:36:00 -0800 Rückbesinnung - Zurück zu unseren Wurzeln im Park http://zwuckelmann.posterous.com/ruckbesinnung-zuruck-zu-unseren-wurzeln-im-pa http://zwuckelmann.posterous.com/ruckbesinnung-zuruck-zu-unseren-wurzeln-im-pa

Irgendwie ist alles wie am Anfang ... Ich wurde vor Jahr und Tag Parkschützer, um den Park und die vielen alten schönen Bäume zu schützen. Die Situation schien damals fast aussichtslos. Mehrheiten spielten keine Rolle. Ich informierte mich ein wenig, redete viel mit anderen Leuten im Park, lernte, ging auf die Straße. Dann kam der 30.09.2010, einer der schlimmsten Tage meines Lebens! Noch wochenlang hatte ich Albträume - und habe an diesem Tag den Respekt vor der Polizei verloren! Der Protest wurde stärker und stärker - und um uns zu kontrollieren und mundtot zu machen, wurden wir in Diskussionen im Rahmen der "Schlichtung" verstrickt, mussten plötzlich Experten auf allen Feldern sein, sollten angeblich auf Augenhöhe mitreden dürfen. Der Widerstand musste sich deshalb extrem professionalisieren. Mit dem Anwachsen des Protests wurde auch das Aktionsbündnis immer größer und gleichzeitig schwerfälliger, plötzlich hatten wir Leithammel und Pressesprecher. Mit dem Stresstest wurden Fakten und Argumente noch wichtiger, wir zermarterten uns den Kopf über Fahrzeiten, Doppelbelegungen, über Haltezeiten und Zulaufgleise, wir entlarvten die Lügen der Bahn und der SMA. Doch half das alles nichts. Bei der aufgezwungenen Volksabstimmung versuchten wir, weiterhin mit unseren Fakten zu punkten, stampften ein mittelständisches Unternehmen aus dem Boden, das mit unser aller Hilfe in ganz Baden-Württemberg die Werbetrommel rühren sollte - und wurden schließlich durch die mobilisierungsgewohnten und mobilisierungsfähigen ressourcenmächtigen Strukturen der Pro-Fraktion und ihre geballten Angst- und Lügenkampagne überholt. Unser Ergebnis ist gegen die Macht von CDU, FDP, SPD, StZ, StN, SWR, IHK, Oberbürgermeister, diverse Bürgermeister und Landräte nicht schlecht ausgefallen, aber eben nicht gut genug.

Vielleicht haben wir über diese ganzen argumentativen Ablenkungsmanöver, die uns übergestülpt wurden, etwas aus den Augen verloren, worum es uns wirklich ging und geht: Jeden Tag sehe ich die großen, stattlichen, mächtigen Bäume im Park, die zwei Weltkriege, viele Bombenangriffe und den eiskalten Nachkriegswinter überstanden haben und mir im Sommer angenehmen Schatten spenden. Diese gesunden, prächtigen Bäume unwiederbringlich zu fällen ist und bleibt für mich ein Frevel und nicht akzeptabel! Hierfür werde ich mich wieder in den Park setzen und friedlich auch gegen Schlagstock und Pfefferspray Widerstand leisten! Nordflügel und Südflügel lassen sich wieder aufbauen, eine Grube lässt sich wieder zuschütten - so alte Bäume sind aber unwiderbringlich dahin! Selbst wenn heute neue Bäume gepflanzt würden, erleben nicht einmal unsere Kinder diese in der Größe und Pracht der heutigen Bäume! Vielleicht unsere Kindeskinder - welch ein Wahnsinn!

Ich lade Euch alle ein, wieder und immer wieder in den Park zu kommen und Euch zu vergewissern, was Euch antreibt! Redet endlich wieder miteinander, besprecht, was passieren soll, wenn sie spätestens im Januar tatsächlich an die Bäume gehen, bestärkt Euch in der Richtigkeit Eures Tuns, betrachtet die Bäume! Mir macht der Anblick der Bäume Mut! Zumindest für sie werde ich friedlich protestieren und weiterhin Widerstand leisten indem ich mich wieder setze.

Oben bleiben!

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Mon, 28 Nov 2011 00:45:00 -0800 28.11.2011 #s21 Die VA ändert nichts an Lügen, Murks und Beschiss http://zwuckelmann.posterous.com/28112011-s21-die-va-andert-nichts-an-lugen-mu http://zwuckelmann.posterous.com/28112011-s21-die-va-andert-nichts-an-lugen-mu

Nun ist sie also vorbei, die dritte Beruhigungspille, der dritte Versuch, die Gegner des milliardenverschlingenden Halbtiefschrägbahnhofs mundtot zu machen. Ob das geglückt ist, wird sich zeigen.

Wie das Land abstimmt, war mir immer gleichgültig. Für mich war und ist handlungsrelevant, wie es in Stuttgart aussieht. Ich bin fest davon ausgegangen, dass zumindest in Stuttgart die Befürworter des Ausstiegs die Nase vorn haben. Umso enttäuschter bin ich natürlich über das knappe Ergebnis - und werde deshalb meine Position im Widerstand gegen das Projekt neu finden müssen.

Klar ist für mich, dass ich mich morgens nicht mehr am GWM aufreiben werde, nicht mehr Anzeigen auf mich nehmen werde, wenn der Rückhalt in Stuttgart tatsächlich nicht deutlich größer ist, als es die Volksabstimmung nahe legt.

Klar ist für mich, dass der Ausgang der Volksabstimmung in keiner Weise das Recht zu demonstrieren beschneidet! Deshalb werde ich weiterhin demonstrieren und weiterhin unbequem bleiben! Auch wenn viele hofften, dass es nun auch mit den Demonstrationen ein Ende haben wird, kann ich nur für mich sagen: Nein! Ich werde weiter demonstrieren und gegen das Projekt auf die Straße gehen, denn an meinen Gründen, mich gegen dieses Projekt zu engagieren, am Murks, Beschiss und den Lügen hat sich ja nichts geändert - und für 47,1% der Stuttgarter auch nicht. Das Recht zu demonstrieren hat nichts mit irgendwelchen Mehrheitsverhältnissen zu tun - ganz im Gegenteil finden die meisten Demonstrationen nicht von der Mehrheitsgesellschaft statt.

Klar ist, dass der Ausgang der Volksabstimmung nichts an unseren Argumenten ändert. Die nicht geklärte Finanzierung, die belogenen Parlamente, der Beschiss beim Stresstest, das alles hat weiterhin Bestand und hierzu werde ich nicht schweigen. Außerdem gilt nach wie vor: Murks bleibt Murks.

Klar ist, dass die alten 58-jährigen Seilschaften noch immer wie geschmiert funktionieren. Gerade die Ergebnisse auf dem Land sprechen eine deutliche Sprache. Arno Luik kommentiert dies passend in seinem Stern-Artikel "Der Filz siegt".

Klar ist, dass wir gegen die mediale, durch viele Steuer- und Beitragsgelder unterstützte PR-Übermacht der etablierten Filz-Parteien CDU, FDP und SPD, der etablierten Filzmedien von StZ, StN und SWR, der Baden-Württemberg AG inklusive ihrer parteiischen Pseudo-Lobby der IHK zumindest in Stuttgart doch ein respektables und knappes Ergebnis erzielt haben. Ich fürchte, dass gerade der Brief von OB Schuster in Stuttgart selbst nochmals mobilisiert hat und ich wünsche mir doch sehr, dass der OB mit dieser äußerst fragwürdigen einseitigen Parteinahme durch Steuergelder noch ein großes Problem bekommen wird.

Klar ist, dass knapp die Hälfte der Stuttgarter (wider allen Filz und wider alle PR-Übermacht!) S21 nicht will! Das ist nicht zu irgnorieren und die Frage ist durchaus erlaubt, ob ein Projekt unter diesen Umständen mit diesen knappen Mehrheiten tatsächlich durchgedrückt werden darf und kann.

Klar ist, dass von der Landesregierung nicht mehr viel zu erhoffen ist. Die Landesregierung wird das Ergebnis der Volksabstimmung als Quasi-Legitimation für den Bau hinstellen, wird noch ein paar Tage auf die ungeklärte Kostenfrage hinweisen und dann doch mit riesigem Polizeiaufgebot und im Zweifel mit Schlagstock und Tränengas dieses Projekt durchboxen.

Klar ist für mich schließlich, dass ich auf jeden Fall zivilen Ungehorsam üben werde, wenn die Bahn Hand an die Bäume legt. Im Widerspruch zum "Schlichtungsergebnis" ist heute schon klar, dass gesunde, mehrere Hundert Jahre alte Bäume gefällt werden für ein größenwahnsinniges Immobilienprojekt.

Heute und die letzten Tage in Stuttgart hätte man meinen können, der Castor rolle quer durch die Innenstadt. Heute früh konnte man am GWM mehr als 60 Polizeiwannen, zwei Polizeireisebusse, Lastwagen mit Hamburger Gittern und einigem anderem schweren Gerät bewundern - und in Anbetracht dieser lähmenden Polizeipräsenz drängt sich mir einmal mehr das Gefühl auf, dass es einer Demokratie und eines Rechtsstaats unwürdig ist, wenn man meint, ein Projekt einzig mit solchen Mitteln durchsetzen zu können.

Übrigens waren heute früh ca. 200 Demonstranten am GWM und hinderten die Baufahrzeuge am Einfahren. Die Polizei war heute so gnädig, uns als Spontanversammlung einzustufen - was sie sich hätte sparen können, denn was ist heute anders gewesen als die vergangenen Wochen und Monate? Da die Arbeiter zu Fuß ins GWM gelangten, wurde gegen 7:30 beschlossen, in den unteren Schlossgarten zu ziehen und sich dort die Bauarbeiten anzusehen. Ein paar Wannen waren denn auch schon mit Blaulicht vorgefahren, um die Bauarbeiten vor uns wildgewordenen, gewaltwilligen Horden zu schützen. Ich musst arbeiten gehen und bin nicht mit, aber auf www.cams21.de ist zu sehen, was dort passierte.

Oben bleiben!

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Thu, 21 Jul 2011 05:38:00 -0700 21.7.2011 #s21 Eine "wirtschaftlich optimale" ist keine "gute" Betriebsqualität! http://zwuckelmann.posterous.com/2172011-s21-eine-wirtschaftlich-optimale-ist http://zwuckelmann.posterous.com/2172011-s21-eine-wirtschaftlich-optimale-ist

Wie heute bekannt wurde, hat das Unternehmen SMA dem sogenannten Stresstest der Bahn testiert, dass der Bahnhof 30% mehr Züge in der Spitzenstunde in wirtschaftlich optimaler Betriebsqualität abfertigen kann als der bisherige Bahnhof. Die StN schreibt: „In der noch unveröffentlichten Untersuchung der Schweizer Verkehrsberater sma heißt es: 'Unsere Überprüfung der Simulationsergebnisse hat gezeigt, dass die geforderten 49 Ankünfte im Hauptbahnhof Stuttgart in der am meisten belasteten Stunde und mit dem in der Simulation unterstellten Fahrplan mit wirtschaftlich optimaler Betriebsqualität abgewickelt werden können.'“

Liest man den „Schlichterspruch“ Heiner Geißlers, ist darin aber gar nicht zu lesen, dass 30% mehr Leistung in einer wirtschaftlich optimalen Betriebsqualität gefordert seien, sondern, dass der neue Bahnhof 30% mehr Leistung in „guter“ Betriebsqualität liefern muss.

Mir stellt sich nun die Frage, ob eine „wirtschaftlich optimale“ Betriebsqualität tatsächlich auch eine „gute“ Betriebsqualität darstellt, so wie sie Heiner Geißler meinte und wie es jeder Bahnfahrer verstehen würde. „Wirtschaftlich optimal“ verengt das Prüfungsergebnis auf den wirtschaftlichen Gesichtspunkt. Dieses Testat heißt schlichtweg nicht mehr, als dass so viele Züge wir möglich zu so geringen Kosten (sprich zu so wenig Gleisen) wie möglich durch den Bahnhof hindurchgeschleust werden. „Wirtschaftlich optimal“ sagt aber nichts darüber aus, ob die Haltezeiten für normale Bahnfahrer, Senioren, Familien ausreichend sind, ob die Anschlüsse ordentlich verknüpft und auch erreichbar sind, ob Puffer eingeplant sind etc. Hieran gibt es schon lange berechtigte Zweifel. Außerdem stellt der Stresstest nur den letzten von 7 Punkten dar, den Heiner Geißler in seinem „Schlichterspruch“ forderte – über die übrigen 6 verliert die Bahn nahezu kein Wort. Falls dies tatsächlich die Quintessenz des Testats der SMA sein sollte, werden hier einmal mehr die bahnfahrende Bevölkerung und die Freunde des Kopfbahnhofs verarscht und angelogen - und es ist nur konsequent und richtig, dass das Bündnis an der Ergebnispräsentation nicht teilnimmt!

 

OBEN BLEIBEN!

 

Update: Und hier ist das SMA-Testat: http://www.heute.de/ZDFheute/download/0,6741,7022661,00.pdf

 

Kurzerhand hat SMA "gute" Betriebsqualität als "wirtschaftlich optimale" Betriebsqualität eingestuft und nicht in "Premium". Warum wurde das nicht im Vorfeld eindeutig geklärt, was "gute" Betriebsqualität heißen soll?

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Wed, 20 Jul 2011 23:41:00 -0700 21.7.2011 #s21 Bericht zur Frühstücksblockade und Kommentar zu Proler-Plakat und Proler-Anzeige http://zwuckelmann.posterous.com/2172011-s21-bericht-der-fruhstucksblockade-un http://zwuckelmann.posterous.com/2172011-s21-bericht-der-fruhstucksblockade-un

Die Blockadeaktion am heutigen Morgen ist schnell erzählt. Ähnlich wie gestern kamen gegen 6:15 die ersten Hölscher-Fahrzeuge, die von ca. 20 Personen gestoppt wurden. Gegen 6:45 kam die Ansage der Polizei, die inzwischen standardmäßig mit fünf Wannen und drei bis vier Kleinbussen anrückt. Da wir beschlossen hatten, sitzen zu bleiben, wurden wir schließlich umstellt und die Fahrzeuge um die Fußgängerinsel herumgeleitet. Um 7 Uhr waren die Fahrzeuge im GWM, die Polizei rückte ab und wir saßen weiterhin auf der Straße an der Einfahrt. Natürlich hatten wir damit gerechnet und auch extra die Möglichkeit offen gehalten, dass die Fahrzeuge den Weg um die Fußgängerinsel nehmen könnten, denn so wird es vor Gericht schwer, von Nötigung zu sprechen. Doch während wir auch schon Einsatzleiter hatten, die es kategorisch ausgeschlossen haben, die Fahrzeuge an uns vorbei zu leiten, hat der heutige Einsatzleiter diese Möglichkeit genutzt, so dass eben doch wieder alles recht schnell ging. Sicher ist: wir kommen wieder!

Am Bahndamm hinter der Expressgüterhalle haben Pro-ler ein Transparent aufgehängt: "Diese Mauer muss weg - S21 jetzt!". Abgesehen davon, dass dieser Spruch ziemlich unsinnig ist, ist auch der Ort recht hirnlos gewählt, denn vorbeifahrende Fahrzeuge können das Plakat gar nicht sehen. Ich wundere mich auch, dass die Bahn diese Form der Plakatierung duldet - bei uns wäre sicher gleich von Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung die Rede. Von mir aus kann das Plakat dort ruhig hängen - es tut niemandem weh, es spricht nur für die mangelnde Kreativität und die Hirnlosigkeit zumindest mancher Pro-ler.

In den Stuttgarter Zeitungen wurde heute eine halbseitige Anzeige geschaltet mit dem Titel: "Wir lieben Stuttgart - Wir für Stuttgart 21" Es wird begrüßt, dass so viel Geld für die angebliche "Modernisierung und Erneuerung der Infrastruktur" investiert würde. Es wird weiterhin argumentiert, dass das Land 828,8 Millionen Euro in das Projekt investiert, aber bei einem Ausstieg aus dem Projekt 1,4 Milliarden Euro zahlen müsste - für nichts. Liebe Pro-ler, wie lange glaubt ihr eigentlich den Unsinn, den Euch die Bahn verzapft? Der jetzige Bahnknoten Stuttgart ist von der Bahn jahrzehntelang heruntergewirschaftet worden, so dass eine Modernisierung in der Tat notwendig ist. Warum dies Aufgabe von Land und Stadt sein soll, erschließt sich nicht unbedingt. Der verkehrliche Nutzen des wahnsinnigen, pseudo-modernen Prestigeprojekts Stuttgart 21 ist bis heute nicht testiert und noch immer höchst umstritten, und schließlich ist es keineswegs erwiesen, dass die Ausstiegskosten derart hoch sind. Erstaunlich ist, dass dann aufgefordert wird, sich an die rechtsverbindlichen Verträge zu halten, die mehrfach von unabhängigen Gerichten bestätigt wurden, und geltendes Recht nicht zu beugen. Würden heute die Verträge und ihr Zustandekommen erneut von Gerichten geprüft, wäre ich mir keineswegs so sicher, dass sie für gültig erklärt würden, denn immerhin ist es erwiesen, dass die Bahn den Projektpartnern geschönte Zahlen vorgelegt hat und intern seit Jahren mit wesentlich höheren Kosten rechnete (siehe z.B. die heutige Ausgabe der FR). Verträge, die unter diesen Bedingungen geschlossen wurden, können nicht rechtsgültig sein!

"Wir wollen es uns nicht länger gefallen lassen, dass eine Minderheit die Zukunft unseres Landes blockiert!" Ja, wie bescheuert ist das denn? Zum einen hängt die Zukunft Baden-Württembergs ganz sicher nicht vom Stuttgarter Bahnhof ab, zum anderen möchten es sich die Stuttgarter Büger, die Hauptleidtragenden, nicht gefallen lassen, dass das gesamte Land über ihre Innenstadt bestimmt! Die Mehrheitsverhältnisse in Stuttgart selbst sind keineswegs so klar, wie hier glauben gemacht werden soll.

"Wir wollen nicht, dass unser Land von dem europäischen Schnellbahnnnetz abgehängt wird!" Oh je, warum sollte das denn passieren? Stuttgart ist ja nun nicht eben klein und wirtschaftlich nicht gerade unbedeutend. Warum sollte jemand auf die Idee kommen, die Züge an Stuttgart vorbei fahren zu lassen? Und: wo gibt es denn bis heute ein "europäisches Schnellbahnnetz"??? Und schließlich: was hat der Stuttgarter Bahnhof damit zu tun?

Die Forderungen an die Landesregierung, die nun folgen, wiederholen das bereits gesagte und werden dadurch auch nicht richtiger:

"Halten Sie rechtsverbindliche Verträge ein!" - Wie bereits gesagt, steht die rechtsverbindlichkeit der geschlossenen Verträge sehr in Frage und MUSS erneut geprüft werden!

"Sichern Sie stuttgart 21 gegen gewalttätige Aktionen von Teilen der Projektgegner!" - Der Protest ist friedlich, Gewalt kommt so gut wie nicht vor, nehmen Sie das endlich zur Kenntnis und beenden Sie die latente Kriminalisierung!!

"Setzen Sie sich dafür ein, dass Stuttgart 21 und die Neubaustrecke gebaut werden und sichern Sie damit die Zukunft unseres Landes!" Kein einigermaßen vernünftiger Mensch wird die Zukunft Baden-Württembergs an einem Bahnhof festmachen wollen! Und die Grünen stellen deshalb den Ministerpräsidenten, weil die Grünen gegen das Projekt sind. Warum sollten sich die Grünen also für S21 einsetzen?

Es ist wie ein Mantra, das die Projektbeführworter vor sich hertragen. Neue Tatsachen werden nicht zur Kenntnis genommen, es wird mit latenten Ängsten gespielt und Fakten muss man mit der Lupe suchen und wird dennoch nicht fündig! Es wird wiederholt und wiederholt in der Hoffnung, dass die Polemik wirkt. Ich frage mich: Was soll an dieser Anzeige überzeugend sein?

Ich bleibe da lieber bei meinem gut begründeten Mantra: oben bleiben! 

Proanzeige
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Thu, 07 Jul 2011 01:40:00 -0700 Und wieder ein Beweis für die #s21 Seilschaften ... Ablenkungsmanöver, Kriminalisierung, Provokationen trotz fehlender Legitimation http://zwuckelmann.posterous.com/und-wieder-ein-beweis-fur-die-s21-seilschafte http://zwuckelmann.posterous.com/und-wieder-ein-beweis-fur-die-s21-seilschafte

Es ist schon erstaunlich, wie gut die Seilschaften der S21-Befürworter und der alte Filz im Ländle noch funktionieren. Die Strukturen und Routinen, die sich in 58 Jahren herausgebildet und etabliert haben, lassen sich einfach nicht innerhalb weniger Wochen stören. Anders sind die Vorgänge der letzten Wochen nicht zu erklären. Angefangen mit den gezielt gestreuten und von der Presse unkritisch weitergegebenen Gerüchten um die Stresstest-Ergebnisse über die tagelange Medienhetze auf Winfried Hermann bis hin zu den heutigen Hausdurchsuchungen im Parkschützerbüro und einigen Aktivisten. Diese Vorgänge finden ein enormes Medienecho und überlagern die wesentlich wichtigeren und empörenderen Vorgänge um die gemeinsame Kungelei der Bahn mit der früheren Landesregierung in Bezug auf die "geschönten" Kosten von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke, nur durch die die Neubaustrecke überhaupt vom Bundestag in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde. Erschreckend, warum sich kaum jemand darüber empört, dass der Bundestag gezielt angelogen wurde!  Natürlich berichteten die Medien darüber - aber der Bundestag hat es mit der Mehrheit der CDU- und FDP-Fraktion abgelehnt, sich mit dieser Thematik zu befassen. Eine Schande ist es, dass sich die Mehrheit des Bundestags so ignorant verhält, wenn es um dreiste Lügen und um einige Milliarden Steuergelder geht! Durch die Hausdurchsungen ist dieses Thema nach nur einem Tag auch schon wieder in den Hintergrund gerückt.

Was heißt es für ein Projekt, dessen unbeugsamer Widerstand aktuell und tagtäglich kriminalisiert wird und gezielte Provokationen und Repressionen über sich ergehen lassen muss, wenn dieses Projekt ganz offensichtlich keine demokratische Legitimation besitzt? Warum hat es keine Folgen, wenn eine Bundestagsentscheidung auf Lügen basiert? Warum tun Staatsanwaltschaft, Polizei und Regierung so, als ob alles in Butter sei und machen routiniert weiter wie gehabt? Wer ist noch Anwalt des Bürgers und seines Geldes, wenn die lokalen Medien im Land und die alten Seilschaften der letzten Landesregierung mit Deckung der bürgerlichen Fraktionsmehrheit im Bund tatkräftig und ganz ungeniert verhindern, dass diese schwerwiegenden Lügen endlich Konsequenzen haben?

Da hilft nur eins: wir machen weiter und bleiben oben - laut, unbeugsam, kreativ und friedlich!

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Wed, 25 May 2011 23:07:00 -0700 26.05.2011 #s21 Schuster bestätigt: "Ich bin ein Auslaufmodell" #autostadt #stuttgart http://zwuckelmann.posterous.com/26052011-s21-schuster-bestatigt-ich-bin-ein-a http://zwuckelmann.posterous.com/26052011-s21-schuster-bestatigt-ich-bin-ein-a

Inzwischen kann man sich fast ununterbrochen fragen, wo unser lieber OB Schuster lebt. Offenbar nicht mehr in dieser Welt. Anders ist es nicht zu erklären, dass er noch so klare Zeichen und Entwicklungen in "seiner" Stadt einfach nicht wahrnimmt. Jüngstes Beispiel: Schuster bleibt dabei, "Stuttgart ist und bleibt eine Autostadt!" (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ob-schuster-stuttgart-ist-und-bleibt-eine-autostadt.85105311-de88-4342-9b19-12c215de6c9a.html)

Lieber Herr Schuster, wie erklären Sie sich, dass Stuttgart einen grün dominierten Stadtrat hat und bei der letzten Landtagswahl die Grünen in Stuttgart die Direktmandate erhielten? Können Sie sich vorstellen, dass die Bürger Stuttgarts keine Lust mehr auf "Autostadt" haben? Können Sie sich vorstellen, dass es für die Bürger Stuttgarts andere Prioritäten gibt als ungehinderten, wahnsinnigen Individualverkehr? Unter den Folgen Ihres und Ihrer Vorgänger Idee der Autostadt leidet Stuttgart heute noch enorm, aber Sie und Ihre Partei gehören ja bekanntermaßen zu den Unverbesserlichen, was Sie nun einmal mehr bestätigen. Deshalb freue ich mich schon heute auf die nächste OB-Wahl, damit Stuttgart endlich einen Oberbürgermeister bekommt, der mit offenen Augen und offenen Ohren durch seine Stadt geht und nicht in irgendwelchen abgehobenen, welt- und bürgerfremden Sphären weilt. Herr Schuster, Sie sind ein Auslaufmodell, und das ist gut so!

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Thu, 19 May 2011 22:36:00 -0700 Die #StZ glaubt tatsächlich, dass die "bedrohlich wirkenden" Emails der Grund für Azers Rücktritt seien, das #StN Interview mit Azer ist eher entlarvend als erhellend #s21 http://zwuckelmann.posterous.com/die-stz-glaubt-tatsachlich-dass-die-bedrohlic http://zwuckelmann.posterous.com/die-stz-glaubt-tatsachlich-dass-die-bedrohlic

Ein weiterer Beweis meiner gestrigen Medienkritik an der StZ: Heute veröffentlcht die StZ einen Artikel, der darauf hinweist, wie schlimm die Verhältnisse sein müssen, wenn jetzt schon Spitzenpersonal  wie Azer wegen Drohungen zurücktritt (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.nach-hany-azers-ruecktritt-drohungen...

Liebe StZ, lieber Thomas Braun, natürlich ist es schlimm, dass Personen, die im Rampenlicht des öffentlichen Lebens stehen, bedroht werden. Allerdings glauben Sie doch wohl selbst nicht, dass diese - wie Sie schreiben - "bedrohlich wirkenden" Briefe und Emails der tatsächliche Grund für Azers Rücktritt sind!!! Allein die Formulierung "bedrohlich wirkend" lässt viel Raum für Interpretation - wahrscheinlich habe ich auch schon bedrohlich wirkende Emails erhalten. Herr Azer ist bekanntermaßen ein Charakter, der immer mit Drohungen und Anfeindungen lebte - immerhin hat er bewusst angeeckt und keine Konfrontation gescheut. Allein dadurch macht er sich nicht unbedingt bei allen beliebt. Aber anstatt die Begründung von Herrn Azer kritisch zu hinterfragen, wird sie einfach für bare Münze genommen. Kritischer Journalismus? Wieder Fehlanzeige! Immerhin berichten Sie, dass es bisher noch zu keinen tätlichen Übergriffen gekommen ist. Danke wenigstens dafür!

Aber warum versuchen Sie nicht, das gesamte Bild zu zeichnen? Immerhin hat Herr Azer Anfang des Jahres einen sogenannten "Brandbrief" an den Bahnvorstand geschrieben, der zahlreiche Mängel und Risiken bei S21 aufzeigt. Auch wenn die Bahn diesen Vorgang klein redete, ist es in Ihrem Bericht keine Erwähnung Wert. Dass am Tag nach Azers Rücktritt der Züblin-Chef verlauten lässt, dass ein Bau von S21 möglich ist, wenn Geld keine Rolle spielt, zielt doch genau in dieselbe Richtung des Brandbriefs. Hier muss man sich doch einfach einmal getrauen, 1 und 1 zusammenzuzählen! Herr Azer hat darüber hinaus einen guten Ruf in der Branche zu verlieren. Ist es nicht viel naheliegender, dass Azer keine Lust darauf hat, gegebenenfalls doch zu scheitern? Entweder scheitert das Projekt gänzlich. Dann hätte Azer viel Zeit für nichts investiert, denn ein nicht gebauter Bahnhof bringt kein Renommee. Oder der Bahnhof wird gebaut, bringt aber tatsächlich Probleme mit sich, die heute schon vorhersehbar sind und nur mit viel Geld bewältigt werden können. Auch dann ist es kein Glanzstück und sicher nicht mit viel Renommee verbunden, wenn der Bahnhof weitere Milliarden verschlungen hat. Dann wird Azer in die Geschichtsbücher eingehen als Planer, der nicht ordentlich planen kann. Beides sind nun nicht gerade unwahrscheinliche Szenarien. Aber, liebe StZ und lieber Tomas Braun, wir sind von Ihnen ja nichts anderes gewohnt, als unkritisch und unreflektiert über die Vorgänge rund um Stuttgart 21 zu berichten. Das machen Sie aber immerhin ganz großartig!

Update: die StN bringt heute ein Interview mit Azer zu seinen Rückzugs-Gründen (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-azer-wirft-nicht-das-handtuch.9c1fe574-9d70-4dd1-9b9c-23fa2cd46285.html). Wirklich erhellend, was nun die Gründe sind, ist das Interview nicht. Es seien nicht die Anfeindungen, es seien nicht die unkalkulierbaren Kosten und das Handtuch schmeisse er schon gar nicht ... aber was ist es denn dann? Journalistische Aufklärung? Klar, Fehlanzeige! Außerdem wundert sich Herr Azer, dass er in Berlin noch toll kommunizierte und seine Kommunikation hier gar nicht wahrgenommen wurde. ... Hm, lieber Herr Azer, ehrlich gesagt, habe ich Sie hier in Stuttgart auch überhaupt nicht wahrgenommen, nicht wahrnehmen können. Haben Sie überhaupt irgendwie nach außen kommuniziert? Und finden Sie Ihre Antwort auf die Frage, ob 2008, als Sie das Projekt übernommen haben, das Projekt nicht bereits ziemlich fertig geplant war, nicht extrem entlarvend? Es heißt doch immer, dass 15 Jahre geplant wurde. Und nun sagen Sie, dass im Jahr 2008, also vor nicht einmal vier Jahren, vieles noch überhaupt nicht geplant war! Puh, das lässt einmal mehr an der Bahn und an dem Projekt zweifeln.

(Zitat: Als Sie am 1.April 2008 kamen, war S 21 größtenteils fertig geplant, oder?

Das trifft nicht zu. Ich habe 2008 keine vertiefte Planung vorgefunden. In den Jahren zuvor ist sicher landauf, landab sehr viel über das Projekt diskutiert und informiert worden - aber die konkrete Umsetzung? Da gab es viele weiße Flecken auf der Karte. Ich musste zum Beispiel zunächst eine junge Mannschaft aufbauen, Verantwortung und Aufgaben verteilen und mich selbst parallel tief ins Projekt einarbeiten. Damals standen 5000 Leitz-Ordner mit Unterlagen vor mir.)

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Thu, 03 Feb 2011 23:01:00 -0800 04.02.2011 #s21 Wer braucht schon Schlaf, wenn die Bäume in Gefahr sind? Die Nacht am Nordflügel http://zwuckelmann.posterous.com/04022011-s21-wer-braucht-schon-schlaf-wenn-di http://zwuckelmann.posterous.com/04022011-s21-wer-braucht-schon-schlaf-wenn-di

Die Stuttgarter Nachrichten meldeten gestern: "Stuttgart - Die Polizei stand bereits in Alarmbereitschaft, und auch die Stuttgart-21-Gegner haben für die Nacht zum Freitag kräftig mobilisiert. Doch dann stellte die Bahn das Signal auf Rot: Die geplanten Umpflanzungen von Bäumen auf der Nordseite des Hauptbahnhofs sollen frühestens nächste Woche gestartet werden. Zu viele Informationen waren vorab über die Planungen durchgesickert, wieder drohte eine umkämpfte Nacht-und-Nebel-Aktion."

Die Mobilisierung hat trotz dieser Meldung prima geklappt - es wurde und wird einfach zu viel gelogen, als dass wir solche Meldungen ernst nehmen könnten! Über 100 Parkschützer fanden sich bis Mitternacht an der Mahnwache ein und wachten die Nacht hindurch bis ins Morgengrauen. Und außer dass die Polizei nahezu im Minutentakt am Kurt-Georg-Kiesinger-Platz vorbeifuhr, passierte gottseidank nichts. Ein Transparent wurde in den Bäumen zur Schillerstraße befestigt, es wurden Bezugsgruppen gebildet und es gab ein Blockadetraining mit juristischer Aufklärung. Und es wurde viel geredet, gelacht und geplant. Insgesamt war die Stimmung trotz der Kälte, die sich auch bei mittlerweile milderen Temperaturen nach einigen Stunden fast zwangsläufig einstellt, sehr gut und es war eine gute Erfahrung, dass die Mobilisierung auch in der Vorstufe doch ganz gut klappt.

Unser Widerstand hat Wirkung gezeigt! Die geplante "Verpflanzung" ist um Tage verschoben worden wegen unseres Widerstands! Das ist ein guter Erfolg! Vielen, vielen Dank allen, die sich die Nacht um die Ohren geschlagen haben, die sich extra Urlaub für heute genommen haben, die kreative Beiträge geliefert haben und die sich um die Plakate, die Verpflegung und die Organisation gekümmert haben.

Aktuell wartet die Polizei in 6 Wannen an der LBBW, um den Bagger aus dem Baubereich herausfahren zu können und die Baustelle auf dem Parklatz einrichten zu können. Also reine Routine. Falls blockiert wird, dann heute ohne mich.

Seid weiterhin wachsam - wir wissen alle, dass wir eine zeitliche Verschiebung erreicht haben, aber die vegetationslose Zeit endet bald und die Bahn hat nicht mehr viel Zeit für die "Versetzung"!

Oben bleiben!

Update: gegen 8:30 blockierten drei Leute einen LKW an der Einfahrt zur Baustelle Nordflügel. Die Polizei war ja bereits mit 6 Wannen vor Ort und trug die Blockierer auf die Seite. Laut Augenzeuge wurde ein Blockierer wohl auch recht unschön weggezerrt. Als ich ankam, wurden bereits die Personalien aufgenommen. Auf den LKW wurde der kleinere Bagger geladen. Warum die nun keinen Bagger mehr benötigen, verstehe ich nicht, denn den Parkplatz sägen sie ja weiter auf. 

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Wed, 26 Jan 2011 08:24:00 -0800 #S21 Warum mache ich das? Warum Blockaden um 6 Uhr früh? Warum noch Widerstand nach dem "Schlichterspruch"? http://zwuckelmann.posterous.com/s21-warum-mache-ich-das-warum-blockaden-um-6 http://zwuckelmann.posterous.com/s21-warum-mache-ich-das-warum-blockaden-um-6

Hier sei nochmals auf diesen Beitrag verwiesen:

http://zwuckelmann.posterous.com/14012011-warum-tue-ich-das-eigentlich

Und wenn man heute in der StN Herrn Hauks Aussage zum "Schlichterspruch" liest (http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.cdu-fraktionschef:-schlichterspruch-gegen-s-21-nicht-akzeptiert.577010a0-be2b-493a-b4a2-6e3bcee47268.html), kommt noch ein Grund mehr hinzu, den ich ganz ausgeblendet hatte: Ich blockiere Baustellenfahrzeuge aus Protest über den Filz der Regierung und die vielen, vielen Lügen, die mir als mündigem Bürger und Wähler aufgetischt werden. Und die Regierung erwartet auch noch, dass ich diese ohne zu murren fresse!?!?! Da wird mir echt schlecht! Stuttgart 21 ist hierfür nur ein Symptom!

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